Passt doch irgendwie zusammen…
Hagen Rether über die Islam-Paranoia in Deutschland. Großartig.
[via]
Nachschlag zu gestern. Die “Bild” zeigt mal wieder ihr wahres Gesicht. Gestern veröffentlichten die ein Video, in dem ein leicht delirant wirkender Udo Jürgens, paraphrasiert, “Kriminelle Ausländer raus” und “Diese Gesellschaft muss sich endlich wehren, indem man diese Erziehungscamps, weiß ich ja nicht was da drin gemacht wird, einrichtet” von sich geben darf, heute greift die Dreckswische (registered trademark: kopfhoch-studio) die Kampagne von PI gegen Jens Jessen auf und will ebenfalls nicht wahrnehmen, was er eigentlich meint, nämlich eine gesamtgesellschaftliche Kultur des Querulantentums und der Xenophobie, die selbstverständlich nicht die Gewalt entschuldigt, aber ganz ordentlich damit zu tun hat, dass Migranten und deren Kindern hierzulande ein Klima entgegenschlägt, dass sie nur unter größten Mühen die Gewalt und Kriminalität begünstigende Unterschicht verlassen lässt. Mal wieder versemmelt die Mob-Anheize Nummer 1 in Deutschland, zwischen “etwas nachvollziehen” und “etwas gutheißen” zu differenzieren. Stattdessen salbadern die “Bild”-Schreiber, der “feine Kulturchef” verhöhne im Video den verprügelten Rentner (auf der Artikelseite verlinkt “Bild” sie übrigens fälschlich nicht auf das ja so empörende Video, sondern auf die abgedruckten Reaktionen der aufgepeitschten PI-Meute). PI freut sich über die Mittagsbier-Polemik von Franz Josef Wagner, lässt sich dabei aber verständlicherweise — im Gegensatz zu den vortägigen Beleidigungen gegen den Zeit-Feuilletonisten — nicht über dessen äußere Erscheinung aus, denn man ist ja einer Meinung. Frank Schirrmacher, auch sonst ganz gut mit Springer-Chef Döpfner, lässt sich ebenfalls abdrucken und hat offenbar persönlich repräsentative Stimmungsbilder gesammelt (“Deutsche werden neuerdings bei grundlosen Attacken auch als ‚Schweinefresser‘ bezeichnet, was den Konflikt bereits in die Sphäre des Kriegs der Kulturen transportiert”). PI und Bild erklären je ihrer Leserschaft nicht, was es mit dem Lenin-Bildchen an Jesses Wand zu tun hat (ironisches Geschenk als Trophäe aus seinem Kampf gegen die Stasi), ein neues Feindbild etabliert sich mit den Muslimen endgültig im Mainstream und Roland Koch, der vorsorgend Burkas verbieten will, gewinnt die Wahl. Spitzenmäßig.
Ach je, wie können die Kanaken bloß ohne Ausnahme so apokalyptisch fies sein, uns aufrechte von Toleranz und Glaube an das Grundgesetz beseelte Deutsche verkloppen zu wollen? Ganz einfach: Weil sie uns hassen. Die sind so erzogen worden. Steht ja auch im Koran, dass die Kippe in der U-Bahn heilig ist und bei der Ehre verteidigt gehört. Dabei haben wir Mehrheitsgesellschaft ihnen immer die Hand gereicht. Haben uns nachbarschaftlich engagiert, uns für ihr Leben interessiert, sind gastfreundschaftlich zu ihnen gewesen, haben ihnen Arbeit gegeben, ihre Kinder an unsere Gymnasien gelassen. Das nun ist der Dank: Eine Welle des Türkenterrors, ein “islamischer Einwanderungs-Tsunami” (Susanne Winter) überzieht das Vaterland und jener Geheimbund der Alt-68er, der im Hintergrund immer noch die Fäden in der Hand hält, reicht ihnen die Hand. ARMES DEUTSCHLAND!!!1
[Nachtrag:] Zwei Artikel möchte ich empfehlen. Zum einen ein Gastkommentar von Hüseyin Avgan in der jungen Welt, der betont, dass diese indifferent-hetzerisch geführte Debatte nicht nur deutschen sondern auch türkischen Nationalisten mit dem unbestritten vorhandenen Feindbild des sie auf ewig ablehnenden Deutschen in die Hände spielt, so eine weitere Spaltung beschleunigt. Zum anderen Chris bei F!XMBR, der findet, dass Jessen prinzipiell Recht hat, aber ruhig das Kind bei seinem Namen nennen könnte: Rassismus sei das strukturelle Problem, nicht Spießertum.
[Hinweis:] Dieser Beitrag war ursprünglich im “Watchblog Islamophobie” erschienen, welches mittlerweile eingestellt worden ist. Ich habe den Artikel in mein privates Blog gespiegelt, damit er nicht verloren geht. –Der Admin, Januar 2008
Ich werfe alle paar Tage einen Blick auf das sich selbst euphemistisch “pro-westlich” und “Islam-kritisch” nennende Weblog “Politically Incorrect”. Es ist ein merkwürdiger Drang, mich mit der Tatsache zu konfrontieren, dass nicht jede Ecke der deutschen Blogosphäre kuschelig liberal ist, sondern dass es hier und da knallhart rassistisch zur Sache geht, der mich dazu treibt, das immer wieder zu tun.
Zur Räson dieses Blogs gehört die prinzipielle Ablehnung des Islam, da er als unzivilisierte, blutrünstige, frauenverachtende (usw.) politische Ideologie gesehen wird, die die totale Unterjochung des Westens und Vernichtung der Juden anstrebe. Differenzierungen in fundamentalistische und gemäßigte Moslems gibt es im Weltbild von PI und seinen Kommentatoren nicht, also auch keinen Unterschied zwischen Islam und Islamismus. Ein Moslem ist erstmal nur ein Moslem, Abstufungen, andere Wesenszüge, Art der Religionsausübung, persönliche Biographien oder Charaktereigenschaften treten bei der Bewertung von Menschen dieser Religionszugehörigkeit, die oft “Musel” genannt oder ironisch als “Kulturbereicher” verhöhnt werden, völlig in den Hintergrund. PI misst jedem straffälligen Moslem mehr Beachtung zu als hunderten, die nie an Kriminalität nur dächten oder jedem Nicht-Moslem, der eine identische Straftat begeht. Berlin-Neukölln und Kreuzberg beispielsweise werden als Stadtteile geschildert, in die sich die Polizei nicht mehr hereintraue und in denen die Scharia herrsche. An all diesen Problemen und einer konstatierten zu islamfreundliche Haltung der Politik, seien zudem “die Linken” schuld – “Gutmenschen” wie die häufig verhöhnte Claudia Roth, die in ihrem “Dhimmitum” eine “Appeasement”-Politik verträten. Auch hier kennt PI keine Differenzierungen – Sämtliche Schattierungen des linken Spektrums, ob Grüne oder Linkspartei, Sozialist oder Umweltschützer, Globalisierungsgegner oder RAF-Terrorist, sie sind identisch in der Feindbild-Wahrnehmung der PI-Autoren und -Klientel. Diese Haltung fände Widerhall in den – natürlich – “links durchsetzten” Medien, die der für PI relevanten Religionszugehörigkeit eines Straftäters (wenn er Muslim ist) zu wenig Bedeutung beimäßen und diese Information aus Gründen der “Political Correctness” unter den Tisch fallen ließen. (Hierzu kritisch Quellen sammelnd: Limited)
[Hinweis:] Dieser Beitrag war ursprünglich im “Watchblog Islamophobie” erschienen, welches mittlerweile eingestellt worden ist. Ich habe den Artikel in mein privates Blog gespiegelt, damit er nicht verloren geht. –Der Admin, Januar 2008
Wirft man einen Blick in die dunkleren Ecken des Internets, stößt man schnell auf Schulterschlüsse der besonderen Art.
In letzter Zeit formiert sich auch von “links” ein Widerstand gegen die Überfremdung des christlichen Europas durch Mohammedaner. Die naive Gutmütigkeit gegenüber dem Islam, das Verschweigen und Beschönigen von Problemen und Bedrohungen bis hin zum freiwilligen Rückzug, bevor der Feind überhaupt richtig angegriffen hat – all das geht auch einigen aufmerksamen und selbstbewussten Zeitgenossen zu weit, die sich ansonsten ausdrücklich von “rechts” distanzieren.
Ein Beispiel dafür ist die sehr viel besuchte Weltnetzseite “Politically incorrect”, die sich überwiegend mit dem Thema Muselmanisierung, Dhimmitum(*) und Islamversteherei in der brd beschäftigt – wo wir voll zustimmen können [...] Es ist auf jeden Fall zu begrüßen, dass der Widerstand gegen die muselmanische Bedrohung wächst, denn die Gefahr für unsere Heimat und Kultur wächst ebenfalls von Jahr zu Jahr, wenn wir den Spieß nicht endlich umdrehen und die Multikultischwuchteln entmachten und ihrer gerechten Strafe zuführen. Sie begehen schweren Landesverrat !
Aus einer Erklärung der NPD Göttingen.
Auch das Blog der NPD Barnim verweist erstaunlich oft auf PI-Beiträge. “Politically Incorrect” will nun gar nicht mit den National-”Demokraten” assoziiert werden. Da ist man ganz opportun und versucht sich — immerhin — mit einem nicht funktionierenden Link auf die eigenen Leitlinien von Symphatisanten dieser Art zu distanzieren. Wobei, Distanzieren ist vielleicht zuviel gesagt, eine Abgrenzung vom extrem rechten Spektrum findet man im PI’schen Selbstverständnis nicht. Einige der Kommentatoren geben einen kleinen Einblick, warum das so sein könnte:
«Wenn zusammenwächst, was zusammengehört: NPD kuschelt mit “Politically Incorrect”» weiterlesen