Wirklich sehr hübsch ist Jens Jessens Videokommentar in der Zeit, in dem darauf aufmerksam gemacht wird, dass Deutschlands angebliches Problem mit zuvielen kriminellen jungen Ausländern durchaus auch ein Problem verbitterter Spießer und larmoyanter Rentner ist, die selbst ein Klima der Missgunst schaffen und so etwas wie Integration gar nicht erst entstehen lassen können.
Randnotiz: PolInc fühlt sich angesprochen, verweist in einem Schwall aus aggressiv formuliertem Nichts auf Jessen, bei ihm treffen natürlich prompt Morddrohungen und üble Beleidigungen ein, die der ZEIT-Feuilletonchef professionell zurückweist.
Man müsste eigentlich mal bei einigen Politikern, Bloggern, Journalisten und Figuren des öffentlichen Lebens, welche je “Opfer” einer PI-Verlinkung geworden sind, nachfragen, wann exakt die derbsten Schmähungen in ihrem E-Mail-Postfach eingetroffen sind. Ich wette, dass das in den meisten Fällen zeitnah zur Veröffentlichung des PI-Artikels war. Wahrscheinlich halten sich mache der dort Lesenden und Kommentierenden sogar vorgeschriebene Briefe oder zumindest Satzbausteine bereit. Der ewiggleiche Brei des in Beiträgen und Kommentare mit zur Selbstverständlichkeit verkommenen Stil des Hasses, der Abscheu und der Beleidigung tausendfach wiedergekäuten Feindbilder Muslime, Linke, Grüne und Nicht-Xenophobe zumindest lassen dies erahnen. Man könnte meinen, es bestünde ein Wettbewerb unter den Kommentierenden, wer die schönste Geiferleistung aus dem Hut zaubert. Mir kann keiner erzählen, dass die PI-Hanseln sich ihrer MMM (Mob-Mobilisierungs-Macht) nicht bewusst sind — warum sonst sollten dort, in anderen Fällen, sogar Telefonnummern der als Gegner identifizierten veröffentlicht werden?