Du einzigartiges kleines Kerlchen hast dich in unsere Herzen geschnurrt, geklettert, gekämpft. Und da bleibste auch.
Danke für drei wundervolle Jahre. Wir werden dich vermissen.
“Simons Cat (real)” nennt der Ersteller dieses Videos sein Werk [via Jeriko bei twitter], wobei er sich natürlich auf die herzigen “Simon’s Cat”-Videos bezieht. Und ja, solch frechdachsiges Verhalten kennen wohl die meisten Katzenbesitzer Mitbewohner von Katzen. Bei uns variiert’s jedoch. Kater Wubi nervt im Grunde wenig zu Schlafenszeiten. Malo fordert meist in den frühen Morgenstunden bei Spontanbesuchen lautstark maunzend ihr Futter ein, welches sie nach den obligatorischen zweieinhalb Bissen meist wieder in Ruhe lässt. Kater Muck ist hingegen ab morgens um sechse immer da und legt sich gerne auf Frauchens Kopfkissen, mitunter sogar auf Frauchens Kopf — chronische Nackenstarre ist die grausame Folge. Bei all diesen liebenswerten Ärgernissen ist uns jedoch ein Leben ohne die Viecher nicht mehr vorstellbar. Des Spagettimonsters Segen regne auf sie herab. Übrigens: mit Spaghetti gefüllte, bedeckelte Kochtöpfe sind seit neuestem kein Hindernis mehr für unsere verfressenen Viecher. Demnächst dürfte wohl auch die Kühlschranktür geknackt sein.

Immer gut für ein Symbolbild: Die Herren Wubi (l.) und Muck (r.)
Rein rechtlich besitzt man Haustiere. Das heißt, entführst Du eine meiner Katzen, dann ist das Diebstahl. Bizarrerweise wurde mit dieser juristischen Klarstellung 1969 das Recht auf Sex mit Tieren wiedereingeführt. Freilich nur den eigenen Tieren, ansonsten wäre es ja Sachbeschädigung. So weit, so unappetitlich.
Ich bevorzuge zu sagen, ich habe Katzen. Haben ist neutral: Man kann Glück haben, aber auch Lungenkrebs. Charisma oder Mundgeruch. Einen Job oder den Verstand verloren. Ich also habe Katzen.
Wer Katzen hat, behaupte ich mal, lässt Türen immer einen Spalt offen. Damit sie durchhuschen können, die wollenen Viecher, wie und wohin sie wollen. Wenn ich anderswo bin, passiert es mir ganz automatisch, dass ich auch dort die Türen nicht schließe. Falls das mal einem Nicht-Katzen-Haber auffält, wird ihn das mutmaßlich irritieren, ähnlich wie das bunte Kompendium an Flusen und Härchen, welches meinen dunklen Strickjacken stets anhaftet, ganz gleich wieviel ich sie bürsten, ausschütteln und waschen mag.
«Von Katzen, Türen und wer die Schuld an allem trägt» weiterlesen
… und hier ist die Zusammenfassung meines Aufenthalts in alphabetisch geordneten Schlagwörtern, mit Fotos gewürzt und auf der Wahrheit beruhenden Anekdoten verfeinert.

Amok
möchte ich laufen, wenn bei der Gepäckausgabe am Flughafen die Leute mitsamt ihrer kompletten Familie und quergestelltem Koffer-Kuli (das sind die riesigen Einkaufswagen-ähnlichen Gefährte, auf die man das zu 90% sowieso unnötig in den Urlaub mitgebrachte Zeug stapelt, um daraufhin derlei vollgepackt das wegen der willkürlichen Richtungsänderungen unsteuerbare Gefährt in die Hacken ausnahmslos jeder am Wegesrand stehenden Omi fährt) das Laufband blockieren. JA SACHT MA, HERRSCHAFTEN, ISCH GLAUBET HACKT! Da naht schon mein Gepäck und ich komme nicht dran, weil ihr hier rudelweise Maulaffen feilhaltet und euch breitmacht als gäb’s niemand anders auf der Welt? Argh!
Ich konnte die Aufregung über blöd geparkte Autos (“Wenn der da nicht so stünde, könnten da zwei andere reinpassen”) nie nachvollziehen. Bis dato.
Erfindung, die noch erfunden werden muss: Eine Tastatur, die auf Zuruf, ähnlich der Tastensperre eines Handys, keine Eingaben mehr akzeptiert. Verkaufspotential bei Millionen von Katzenbesitzern weltweit vorhanden.


Ein Ohrwurm, seit Tagen!
Ingeborg Schnabels Megahit Katze in der Fensterbank.
Das ist anderen natürlich bereits von der Landwehrkanalperspektive bekannt, aber etwas so superes darf auch mal reproduziert werden.
Man kann schon mal in akute Agonie verfallen aufgrund der Hirnbrutzel-Temperaturen. Deswegen steht hier auch nichts mit tieferem Sinn. Stattdessen möchte ich kurz schildern, wie unsere Katzen mit der Hitze fertig werden.
Wubi, unser frecher dreijähriger Kater, ist leider schwarz. Das macht sein Leiden noch schlimmer. Er changiert den ganz langen Tag zwischen Schlafzimmer (Bett, kuschelig-weich) und Wohnzimmer (Futter, Ventilator, Balkon). Und selbst während des Laufens lässt er sich mehrmals auf den kühlenden Laminatboden fallen und guckt mich mit großen Augen an, als wollte er sagen: “Das ist ganz schön heiß hier. Tu was dagegen!”
Man muss dazu anmerken, dass wir – meine Liebste, die zwei Katzen und ich – im fünften Stock eines Altbaus wohnen. Altbau assoziiert man üblicherweise mit “unangemessen kalt”. Ist auch so. Bis zur Grenze zwischen viertem und fünftem Stock, wenn man das Treppenhaus hochjapstläuft. In unserer Etage sammelt sich leider die akkumulierte Schwüle des Hauses. Da hilft auch das Öffnen aller Fenster, das nackte Herumhüpfen vor dem Ventilator nichts. Es ist drinnen meist wärmer als draußen, was im Winter wünschenswert, im Sommer allerdings anstrengend ist.
Die flauschige Lady rechts ist Malo (Betonung auf der zweiten Silbe, lang gesprochenes O), ca. 15 Jahre, Französin und – ja – Inspiration für mich, als ich seinerzeit auf Nickname-Suche war. Sie ist erheblich abgebrühter als Wubi und weiss, dass es sich nicht lohnt, zu versuchen etwas gegen die Hitze auszurichten. Jahrelange Altbau- und Chillerfahrung. Stattdessen liegt sie an den heissen Stunden des Tags an ihren Sommer-Stammplätzen. Meist ist es dieses furchtbar enge Körbchen, welches wahrhaft unbequem sein muss, von ihr aber innig geliebt wird.
Ah ja, Videos! Das hier ist die Malo, sich putzend. Ich finde, es gibt nichts niedlicheres als sich putzende Katzen.
Und das hier ist der Wubi, mit dem Bändsel an der Digitalkamera spielend und gähnend. Ich finde, es gibt nicht niedlicheres als gähnende Katzen.








