
Obschon ich es gerne täte, ich kann leider gerade überhaupt nicht in dem unverhofft recht lang gewordenen Kommentarbereich des “Anwältin/Kind/Fahrrad/München”-Artikels antworten. Pauschal aber einen herzlichen Dank für die Redebeiträge. Auch dem Goron, der einen Artikel zur Bigotterie der Datenschützer geschrieben hat, von dem ich mich (leider) angesprochen fühle kann ich leider kein halbes Stündchen für einen Kommentar widmen. Ebenfalls wird das neue Theme fürs Craplog nicht mehr diese Woche kommen, es ist aber zu etwa 80 % fertig. Freut euch schonmal vor — auf eine Sidebar, die man auch so nennen kann. Aber erst bald, hier ist derweil maximale Vakanz am Start. Aber lesenswerte Sachen gibt’s auch bei anderen Müttern. Lysis entdeckt haarsträubenden NS-Gedankenmüll bei den Katholen. Bei PK gibt’s interessante Hinweise darauf, dass PI langsam in Richtung Militanz mobilisiert — Stichwort “Kopftuchgeschwader“. In der Berliner Zeitung von gestern gab es einen recht heftigen Artikel über eine äthiopische Jüdin, die erzählt, wie sie nach Israel kam und auch im heiligen Land Rassismus erfahren musste. Und das ist ja alles sehr negativ, hier ein kleiner Lichtblick: Der Pantoffelpunk verweist auf eine Geschichte in der taz, in der Coming Out und Selbstfindung eines schwulen Fussballers erzählt werden.
Lichterloh brennende Idee des Tages: Simons Projekt behaupte.es. Was man da macht? Eine steile These in den Raum werfen und schauen, ob andere zustimmen.
Der Spiegelfechter hat eine hübsche Polemik über die Maßnahmen zum Schutz einer Gesellschaft geschrieben, die zuvor, scheint’s, hilflos röchelnd vor den Nikotinfaschisten im Staube kroch.
[Eine skurrile Situation], die in Niedersachsen schon Normalität ist: In einer neuerdings schlechter gefüllten Kneipe musste eine Trennwand gezogen werden, um den Rauchern ein Habitat zu schaffen. In dieser Rauchzelle sitzen Raucher und Nichtraucher eng beieinander und haben ihren Spaß so wie früher – der einzige Unterschied ist die schlechtere Luft, da sich der Rauch trotz Lüftung auf einen kleineren Luftraum verteilt, womit niemanden ein Gefallen getan wurde. Der große Nichtraucherbereich, samt Theke, ist fast menschenleer. Die wenigen Gestalten an der Theke bekunden auch, ihnen wäre es lieber, wenn wieder geraucht werden dürfte – die saubere Luft sei zwar nett, ersetze aber nicht die verlorene Gemütlichkeit und der neuerliche Separatismus der Masse spalte die Gesellschaft. Ist es das, was die Politik will?
Münte tritt zurück. Im Zuge dieses staatsmännischen Aktes begrüße ich ganz ohne Hohn die Wiedereinführung der sozialen Schichten und freue mich darüber, dass Nicht-Werktätige wie in den guten alten Zeiten ein Anrecht auf Nahrung haben mögen.
Zum Reizthema “die Blödheit der SPD”, hier in Verbindung mit der Einführung der Vorratsdatenspeicherung, kam einer der schönsten Kommentare seit langem von Sebastian:
Ich habe die Unwählbarkeit meiner eigenen Partei bereits bei meinen “Genossen” (*lol* das könnten sie auch mal abschaffen) bereits zur Sprache gebracht und werde da auch vorerst drauf verzichten. Heute kam erst eine “Rettungsmail” einiger Abgeordneter bei mir an, in der sie sich dafür rechtfertigen, doch mit Ja gewählt zu haben, obwohl sie doch eigentlich dagegen sind *wind wind*
Einfach ätzend. Wenn ich erstmal dran bin *drohnen die Faust heb*
Kann die VDS nicht auch aus familiären Gründen zurücktreten?
Fabu steigt bei Spreeblick ins Boot. Klar, dass da einige unken (“Und wo bleibt das Niveau?”), ich find’s aber gut. Struktour.de ward arg vermisst in dieser kargen Hütte. Vielleicht findet nun ja auch Bronko ein neues Daheim?
Jahrelang habe ich meinen last.fm-Account stiefmütterlich behandelt. Zu Unrecht. Sehr cool finde ich gerade das Feature, dass man zu einem Konzert auf dem man war, Fotos bei Flickr hochladen kann und diese, sofern mit einem bestimmten Tag versehen, auch bei last.fm auftauchen. Ja, ich gestehe: Am Wochenende habe ich Konzertfotos (!) mit dem Handy(!!!) gemacht. Unverzeihlich eigentlich, aber ich habe versucht, dabei dezent zu bleiben. Im Gegensatz zu den blöden Fangirl-Puten, die sich erblödeten, Ju-Ess-Äi Ju-Ess Äi zu skandieren, was dann auch Ramesh, Voxtrot-Sänger, halbwegs befremdet zur Kenntnis nahm. “Anyone here from Texas?” fragte er darauf, selbst in Austin sesshaft und ich musste komischerweise an ein Lied aus GTA San Andreas denken: All my Exes live in Tex’s. Ansonsten war’s ein toller Abend. Vielleicht schiebe ich noch eine Konzertkritik nach.
War auch mal wieder nötig: WordPress- und Plugin-Updates bei Citronengras. Haben gut geklappt, mal abgesehen von einer Spotmilk-Version aus obskuren Quellen (offrizielle Seite ist down), die die Menü-Struktur im Adminbereich zerschlug, als ich auf die getunte Variante Blackmilk umschwang. Tip: Lieber die letzte offizielle Variante aus dem Wayback-Archive klauben. Wie dem auch sei, wenn Du deine Ohren auf die Schienen legst, magst Du aus der Ferne vielleicht schon etwas anrollen hören können, was wie ein neues Layout klingt.
p.s.: Ich habe erst im Nachhinein erfahren, wie schlecht es um Münteferings Frau steht. In diesem Zusammenhang erscheinen meine obigen Worte unangemessen. Tut mir leid.

Die langsame Ausrottung der menschlichen Rasse durch freiwilliges Aufgeben der Fortpflanzung wird es dem Leben auf der Erde ermöglichen, wieder einen gesunden Zustand zu erreichen. Die Enge und die Rohstoffknappheit werden nachlassen, wenn unsere Zahl und unsere Dummheit zurückgehen.
“Die freiwillige Bewegung zur Ausrottung der Menschheit”
(The Voluntary Human Extinction Movement) [via]
Drei Links zum Amüsemong. Die vorweggenommene Geschichte der E-Mail im Gamestar-Blog, Silent Tiffy buddelt Emothic Love Stories von einst und heute aus und – erinnert sich noch jemand an die Berlin Anagram Map? Hatte ich zwar schonmal erwähnt, aber wieder verdrängt und es ist ja auch schön, etwas zum zweiten Mal super zu finden.

darfst du auch gerne bei der einzigartigen Sarah Connor-Artikel- Kommentarcrap-Vertonungsoffensive mitmachen.

Und jetzt alle mal: Cheese! (Ausriss: SPON)
Mich ärgert das. Schon wieder dominieren Bilder von Fahnen verbrennenden Musel-Unholden die Bilder in den Zeitungen und die Printmedien, bevor sie genauer recherchieren, schreiben wieder von “Stürmen der Empörung” und “heftiger Entrüstung in der islamischen Welt”. Nun, ein paar dutzend versprengte vereinzelte Islamisten hier und da, neben den erwartbaren diplomatischen Protesten machen aber eben noch keinen Culture Clash. So mancher Leser von Zeit Online, taz oder selbstverständlich SPON wäre wohl klammheimlich auch ein bisschen enttäuscht, wenn er erführe, dass er mit den dort gezeigten reißerischen Bildern wütender Meuten (siehe oben, auf die Gesichter achten) schon die Hälfte der Demonstration gesehen hat. Gut, dass er es nicht erfährt.
Einen ausführlicheren Kommentar von mir zur medialen Rezeption der Proteste, wenn man sie denn so nennen will, gibt es drüben im Watchblog Islamophobie wegen der Schließung des WI hier bei mir.
- Das “Watchblog Islamophobie” wird nicht mehr von Arne Hoffmann allein geführt, sondern unter der neuen Adresse watchblogislamophobie.wordpress.com als kollaboratives Projekt. Falls es mein momentan arg begrenzter zeitlicher Rahmen zulässt, werde ich da hin und wieder auch partizipieren. Geht ja nicht an, dass PI, Broder und Ulfkotte die öffentlichen Meinungen dominieren. In der Stigmatisierung von Moslems steckt auch viel Projektion eigener Unzulänglichkeiten und zivilgesellschaftliches Versagen drin. Vielleicht können wir mit dem Projekt den sozialen Sprengstoff ein wenig durch Aufklärung und Gegenstandpunkte entschärfen.
Ich werde zudem, falls sich mein Hirn nicht innerhalb der nächsten Wochen aufgrund der Temperaturen verflüssigt, an Soeren Onez’ politischem Blogkarneval teilnehmen. Das heißt: Er setzt das Thema, alle schreiben was dazu und dann trifft man sich bei Kaffee und Kuchen und redet mal ganz offen drüber. Die Diskussionen sind jetzt schon heftig, wenn das mal nicht interessant wird. Wer will und noch nicht ist, kann sich – so ich richtig informiert bin – auch nachträglich als Teilnehmer anmelden.- Etwas rar bin ich gerade. Aber es gibt Alternativen. Eine Ungerechtigkeit vor dem Herrn ist etwa, dass Ciphas Blog, zumindest gemessen an der Kommentardichte, so schlecht besucht ist.
Um Themen wie Kunst, Web, Linux und absurden Kladderadatsch kreisend, liefert der Tüp seit ’01 kontinuierlich “Content”, der eben nicht nur – wie bei anderen Blogs dieser inhaltlichen Ausrichtung – von Boing Boing, digg und Woostercollective zusammengeklaubt ist. Saugutes Ding! Wollte ich länger schon mal loswerden.







