“Simons Cat (real)” nennt der Ersteller dieses Videos sein Werk [via Jeriko bei twitter], wobei er sich natürlich auf die herzigen “Simon’s Cat”-Videos bezieht. Und ja, solch frechdachsiges Verhalten kennen wohl die meisten Katzenbesitzer Mitbewohner von Katzen. Bei uns variiert’s jedoch. Kater Wubi nervt im Grunde wenig zu Schlafenszeiten. Malo fordert meist in den frühen Morgenstunden bei Spontanbesuchen lautstark maunzend ihr Futter ein, welches sie nach den obligatorischen zweieinhalb Bissen meist wieder in Ruhe lässt. Kater Muck ist hingegen ab morgens um sechse immer da und legt sich gerne auf Frauchens Kopfkissen, mitunter sogar auf Frauchens Kopf — chronische Nackenstarre ist die grausame Folge. Bei all diesen liebenswerten Ärgernissen ist uns jedoch ein Leben ohne die Viecher nicht mehr vorstellbar. Des Spagettimonsters Segen regne auf sie herab. Übrigens: mit Spaghetti gefüllte, bedeckelte Kochtöpfe sind seit neuestem kein Hindernis mehr für unsere verfressenen Viecher. Demnächst dürfte wohl auch die Kühlschranktür geknackt sein.
Man kann schon mal in akute Agonie verfallen aufgrund der Hirnbrutzel-Temperaturen. Deswegen steht hier auch nichts mit tieferem Sinn. Stattdessen möchte ich kurz schildern, wie unsere Katzen mit der Hitze fertig werden.
Wubi, unser frecher dreijähriger Kater, ist leider schwarz. Das macht sein Leiden noch schlimmer. Er changiert den ganz langen Tag zwischen Schlafzimmer (Bett, kuschelig-weich) und Wohnzimmer (Futter, Ventilator, Balkon). Und selbst während des Laufens lässt er sich mehrmals auf den kühlenden Laminatboden fallen und guckt mich mit großen Augen an, als wollte er sagen: “Das ist ganz schön heiß hier. Tu was dagegen!”
Man muss dazu anmerken, dass wir – meine Liebste, die zwei Katzen und ich – im fünften Stock eines Altbaus wohnen. Altbau assoziiert man üblicherweise mit “unangemessen kalt”. Ist auch so. Bis zur Grenze zwischen viertem und fünftem Stock, wenn man das Treppenhaus hochjapstläuft. In unserer Etage sammelt sich leider die akkumulierte Schwüle des Hauses. Da hilft auch das Öffnen aller Fenster, das nackte Herumhüpfen vor dem Ventilator nichts. Es ist drinnen meist wärmer als draußen, was im Winter wünschenswert, im Sommer allerdings anstrengend ist.
Die flauschige Lady rechts ist Malo (Betonung auf der zweiten Silbe, lang gesprochenes O), ca. 15 Jahre, Französin und – ja – Inspiration für mich, als ich seinerzeit auf Nickname-Suche war. Sie ist erheblich abgebrühter als Wubi und weiss, dass es sich nicht lohnt, zu versuchen etwas gegen die Hitze auszurichten. Jahrelange Altbau- und Chillerfahrung. Stattdessen liegt sie an den heissen Stunden des Tags an ihren Sommer-Stammplätzen. Meist ist es dieses furchtbar enge Körbchen, welches wahrhaft unbequem sein muss, von ihr aber innig geliebt wird.
Ah ja, Videos! Das hier ist die Malo, sich putzend. Ich finde, es gibt nichts niedlicheres als sich putzende Katzen.
Und das hier ist der Wubi, mit dem Bändsel an der Digitalkamera spielend und gähnend. Ich finde, es gibt nicht niedlicheres als gähnende Katzen.



