meist manchmal, selten oft

Archiv für das Schlagwort ‘Metablogging’

Falls hier zufällig jemand von der Zielgruppe mitliest: Jens scheint Provider-Probleme zu haben. Devise: Abwarten …

Update: Da ist er wieder.

der Don
Bild: Kaschemme an der spanischen Mittelmeerküste, eigenes Archiv

Gestern habe ich das Buch “Blogs! Text und Form im Internet” erstanden. Was der Autor — beziehungsweise, es sind ja mehrere — die Autoren wohl dazu sagen würden, wenn sie wüssten, dass das Teil in der Wohlthatschen Buchhandlung am Alex für Vierfümmenneunzig am Wühltisch verramscht wird? Vielleicht ja “Ich bin erschüttert, beschämt gar”, “Eine ungeheuerliche Entgleisung!”, “Ich erwarte eine Entschuldigung” und was man sonst so sagt bei derlei, aber vielleicht ja auch “Ja nu, so is det halt” und “Ruhm is vajänglich. Ick hatte meene Viertelstunde jehabt”. Fünf Tacken kann man dafür, finde ich, aber auch heute noch ausgeben. Und in einem Jahr liegt da “Wir nennen es Arbeit”. Das werde ich dann aber leider schon gehabt haben.

blogging
Foto: Slice (cc )

Die Ausdauer und Vehemenz, mit der im Moment diverse klassische Medien, allen voran die Süddeutsche Zeitung gerade versuchen, eine vermeintliche Irrelevanz von Blogs zu belegen, stellt ja bereits einen Widerspruch in sich dar. Dem entspricht die diffuse Stoßrichtung der Kritik, wie sie etwa der Medienwissenschaftler Geert Lovink, der sogar ein Buch über ebenjene Irrelevanz geschrieben hat, im ZEIT-Interview äußert: Sind es nun die profanen Inhalte (Katzenblogging) oder die Ünüberschaubarkeit einer Kakophonie aus vielen Millionen Stimmen, die Blogs so unzumutbar machen? Zum ersten Ansatz kann man einwenden, dass es schon einen Grund gibt, warum Menschen digital ihr Mittagessen, ihre ganz persönliche politische Philosophie oder den Zustand ihres Stuhls thematisieren. Mag sein, dass es ein naives Geltungsverlangen ist. Ein ähnliches vielleicht, das uninteressante Menschen in die zahlreichen uninteressanten Reality-TV-Formate drängt. Man muss das nicht gut finden, aber es ist falsch, diese Kritik an ein spezifisches Medium oder ein Buzzword wie das Web 2.0 zu knüpfen. Denn es sind die Menschen, die sich zum Horst machen und Horst-Blogs neben Talk- und Castingshows nur eine mögliche Ausprägung der durchaus kritikwürdigen öffentlichen Ausstellung von Doofheit in weiten Teilen der konsumistischen Unterschicht.

«$bedeutungsloser_artikel» weiterlesen

moneyEin wenig beachteter Nebeneffekt dieser ganzen Paid-Content-Soße, die sich dank trigami und Co. über viele deutsche Blogs ergießt ist, dass man sich auch als nicht mit dem Makel der monetären Unterwürfigkeit Behafteter mittlerweile fragt: Ja, glauben mir meine Leser das überhaupt noch, wenn ich ein Produkt/eine Platte/eine Website oder sonstwas lobe, dass das Lob aufrechten Herzens und ohne PR-Agentur im Hintergrund zustande gekommen ist, die mir für den ausführlichen Bericht nebst Deeplink für die Google-Plazierung ein paar räudige Euronen zahlt? Den Credibility-Schalk im Nacken spürte ich neulich etwa, als ich für 1000ff über eine, einfach nette, Filmcommunity berichtete und mich bei dem Gedanken ertappte “Hm, irgendwas Negatives muss doch auch zu finden sein damit man mir das auch abnimmt”. Und das ist nervig. Hört auf, Leute, eure Integrität für (so gut wie) nix in den Staub zu werfen, indem ihr euch bei geldgeilen Kapitalisten anbiedert – egal ob sie euch nun mit Weihnachtskalendern, Bestechungsgeldern oder anderem Tünnef ködern. Denn ich will wieder befreiter bloggen können. Danke.

Aber nun zu etwas komplett anderem. «Blöde Blogger, blöde Filme» weiterlesen

leisten

Münte tritt zurück. Im Zuge dieses staatsmännischen Aktes begrüße ich ganz ohne Hohn die Wiedereinführung der sozialen Schichten und freue mich darüber, dass Nicht-Werktätige wie in den guten alten Zeiten ein Anrecht auf Nahrung haben mögen.

Zum Reizthema “die Blödheit der SPD”, hier in Verbindung mit der Einführung der Vorratsdatenspeicherung, kam einer der schönsten Kommentare seit langem von Sebastian:

Ich habe die Unwählbarkeit meiner eigenen Partei bereits bei meinen “Genossen” (*lol* das könnten sie auch mal abschaffen) bereits zur Sprache gebracht und werde da auch vorerst drauf verzichten. Heute kam erst eine “Rettungsmail” einiger Abgeordneter bei mir an, in der sie sich dafür rechtfertigen, doch mit Ja gewählt zu haben, obwohl sie doch eigentlich dagegen sind *wind wind*
Einfach ätzend. Wenn ich erstmal dran bin *drohnen die Faust heb*

Kann die VDS nicht auch aus familiären Gründen zurücktreten?

Fabu steigt bei Spreeblick ins Boot. Klar, dass da einige unken (“Und wo bleibt das Niveau?”), ich find’s aber gut. Struktour.de ward arg vermisst in dieser kargen Hütte. Vielleicht findet nun ja auch Bronko ein neues Daheim?

Jahrelang habe ich meinen last.fm-Account stiefmütterlich behandelt. Zu Unrecht. Sehr cool finde ich gerade das Feature, dass man zu einem Konzert auf dem man war, Fotos bei Flickr hochladen kann und diese, sofern mit einem bestimmten Tag versehen, auch bei last.fm auftauchen. Ja, ich gestehe: Am Wochenende habe ich Konzertfotos (!) mit dem Handy(!!!) gemacht. Unverzeihlich eigentlich, aber ich habe versucht, dabei dezent zu bleiben. Im Gegensatz zu den blöden Fangirl-Puten, die sich erblödeten, Ju-Ess-Äi Ju-Ess Äi zu skandieren, was dann auch Ramesh, Voxtrot-Sänger, halbwegs befremdet zur Kenntnis nahm. “Anyone here from Texas?” fragte er darauf, selbst in Austin sesshaft und ich musste komischerweise an ein Lied aus GTA San Andreas denken: All my Exes live in Tex’s. Ansonsten war’s ein toller Abend. Vielleicht schiebe ich noch eine Konzertkritik nach.

War auch mal wieder nötig: WordPress- und Plugin-Updates bei Citronengras. Haben gut geklappt, mal abgesehen von einer Spotmilk-Version aus obskuren Quellen (offrizielle Seite ist down), die die Menü-Struktur im Adminbereich zerschlug, als ich auf die getunte Variante Blackmilk umschwang. Tip: Lieber die letzte offizielle Variante aus dem Wayback-Archive klauben. Wie dem auch sei, wenn Du deine Ohren auf die Schienen legst, magst Du aus der Ferne vielleicht schon etwas anrollen hören können, was wie ein neues Layout klingt.

p.s.: Ich habe erst im Nachhinein erfahren, wie schlecht es um Münteferings Frau steht. In diesem Zusammenhang erscheinen meine obigen Worte unangemessen. Tut mir leid.

Hey, dachte ich, wie komm ich denn zu der Ehre? Auf den Internetseiten zweier Zeitschriften für die pubertierende Jugend, namentlich denen von “Yam!” und “Mädchen”, fand sich ein Artikel, beiderseits gleichen Inhalts, der mich verlinkte. Er thematisierte die “Bloggermania”, jenen “neue(n) Trend im Web”, wie fetzig[1] das sei und toll. Dabei wurde Citronengras neben zwei mittelmäßigen und einem guten anderen als Lieblingsblog von Denise (20) angegeben, “die selbst eine coole Page hat” und Tips (“Ich mag witzige Alltagsituationen”) zum Schreiben eines Webblogs (sic!) feilbot. Das alles fänd’ ich ja noch halbwegs schmeichelhaft, wenn… Ja – wenn da nicht ein störendes Detail wäre. Yam! und Mädchen werden vom Axel-Springer-Verlag vertrieben und mit diesem Pack will ich nun absolut überhaupt nichts zu tun haben.

«Die Mädchenliteratur und ich» weiterlesen

  1. Das Wort “fetzig” habe ich hier absichtlich eingefügt, denn ich gehe steil auf abgegriffene Wendungen der Jugendsprache. Im Prinzip machen auch diese Zeitschriften nix anderes – das wiedergeben, wovon die Redakteure glauben, es sei modern, ohne Rücksicht darauf, dass ein Begriff der Jugendsprache in dem Moment obsolet ist, da mehr als drei Erwachsene ihn in ihren aktiven Wortschatz eingemeinden. Dann schon lieber altmodisch, aber dazu stehen. [zurück]

Aus einem Artikel über ADS, Kinder und Erziehung hat sich eine interessante Diskussion über die Frage entsponnen, inwieweit der Mensch einen “bösen Kern” hat oder ob “schlechtes Handeln” alleine sozialisatorische Ursachen hat. Weil die Beiträge der Diskutanten wirklich zu schade sind, um im Kommentarbereich unbeachtet zu verwelken, weise ich noch einmal gesondert darauf hin.

Zur Diskussion

… und wieder verschwand.

That Craplog Guy

Auf unserem Liveaggressionsberichterstattungskanal Craplog.de geht’s dank frischen Autorenwinden ja zu wie in Dornröschens Gemächern, nachdem diese Monarchistensau sie aus ihrer Narkolepsie wachgeknutscht hatte. Neun Beiträge und um die 40 Kommentare seit Montag, Heidewitzka! Danke an cipha, pantoffelpunk, Sebastian und Harry Kuntz für ihre aus dem Stand spektakulären Beiträge; zudem die Einladung an alle uns nicht Unwohlgesinnten, doch mal wieder reinzuflattern.

Mich brachte soeben die nur in Details vom Original abweichende Website politicallyimpotent zum Lachen. Ruhig auch die herrlichen Kommentare lesen.

pi