meist manchmal, selten oft

Archiv für das Schlagwort ‘MP3’

Bin ja gerade mittelschwer begeistert von A Golden Pony Boy. Okay, der Bandname ist albern, aber schöne Musik machen die Herrschaften. Kommen aus Berlin, klingt ein bisschen wie Death Cab for Cutie und Maximilian Hecker, die Stimme des Sängers erinnert mich an die der viel zu früh verblichenen I Was A Cub Scout. Hier ein Video, in dem Anfangs auch am Bersarinplatz rumgefahren wird, wo ich bis vor Kurzem ja quasi um die Ecke von wohnte.

Meine Güte, die Burschen sind erst 19. Daher sind die hier vorgetragenen Gefühle auch kein Kitsch, sondern Authentizität, weil man in dem Alter ja nur entweder emotional verarmt oder emotional überschwappend sein kann. Trotzdem befremdlich, die Arbeit von so viel jüngeren Menschen gut zu finden, aber so fühlt sich ja auch jeder über-35-jährige Sonnabends im Fußballstadion. Wem’s gefällt: Ein Album gibt’s von A Golden Pony Boy noch nicht, aber ‘ne EP. Mein Exemplar des nämlich “Fame to the Fameless” heißenden Werks bezog ich über diesen 10€-Musik-Download-Gutschein, als DRM-freie MP3s. Man darf sich aber auch andere Musik aussuchen.

(Disclaimer: Ich schreibe beruflich für das unten verlinkte Blog, wir kriegen da Geld für, wenn ihr euch bei dem Musikdienst anmeldet. Ist aber seriös, das Ding. Vista Bescheid.)

Heiner GeißlerMan muss ja nicht immer alles so dogmatisch sehen, gerade in politischen Dingen. Es gibt soger Christdemokraten, denen ich an der Haustür einen Staubsauger abkaufen würde, und zwar deren genau zwei: Norbert Blüm und Heiner Geißler. Letzterer hat im letzten Jahr Aufsehen erregt, als er bei attac eintrat. Gestern wurde im rbb-inforadio ein schönes Interview mit ihm gesendet. Themen waren die Finanzkrise, der Aktivismus von Attac und dessen Rezeption, Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit beim G8-Gipfel, Oskar Lafontaine (der für ihn — oh Wunder! — “kein Dämon” ist) und wie ihm seine Enkel immer den Federweißen vom Weingut stibitzen. Ein hörenswertes Interview.

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(MP3 zum Download auf inforadio.de | lokale Kopie)

Bild: Jan Michael Ihl (cc)

Schellackplatte
Bild: takomabibelot (cc)

Cliff Bolling aus Oregon sammelt Schellackplatten. Da die Musik der Öffentlichkeit auf herkömmlichem Wege nicht mehr zugänglich ist, digitalisiert er nach und nach sein Archiv und stellt die Musik als MP3 ins Web. Trotz tausender Songs habe es bisher noch keine Copyrightbeschwerden gegeben.

musikarchiv

Bollings Archiv ist leider nicht gerade hübsch, etwas unübersichtlich nach Titeln geordnet und listet auch die Jahreszahlen nicht auf. So bleibt einem nur, sich mehr oder weniger blind durch die schiere Masse an Jazz, Swing, Country und was noch so in den 30ern und 40ern angesagt war, zu wühlen. Macht aber nix, denn es geht ja um die Musik und mit der kann man sich stundenlang beschäftigen. Darunter befinden sich übrigens auch Songs von Louis Armstrong und Nat King Cole. Tip: Mit dem delicious Playtagger-Bookmaklet[1] kann man sich die Tracks direkt auf der Webseite anhören.

Anspieler:

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International Novelty Orchestra: After the Ball is Over (Download)

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Benny Goodman: Bei mir bist du schön (Download)

[via Gulli]

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Cover von Peterlicht - Melancholie und Gesellschaft

Ein kleiner Musiktip: Man kann das “Trennungslied” von PeterLicht, ein Vorgeschmack auf das am 5. September erscheinende Album “Melancholie und Gesellschaft”, als MP3 kostenlos in guter Qualität herunterladen. Dazu einfach hier bei Motor Music den Code “lipemo” eingeben. Langjährige Leser dieses Blogs wissen, dass ich ein Faible für den Kölner Liedermacher mit der naiv-weisen antikapitalistischen Attitüde habe und leiten daraus ab, dass ich mich auf die neue Platte wie Bolle freue.

Herrschaftszeiten, ich werde momentan nicht nur von Spamkommentaren nöliger Rentner überschwemmt, sondern — um gleich mal bei Wassermetaphern zu bleiben — YouTube spült mir gerade so viele schöne und schön schrullige Videos hervor, dass ich kaum an mir halten kann, sie hier kommentarlos zu embedden. Warum ich’s nicht tu: YouTube-Videos im Blog gehören sparsam, mit Bedacht, erläuterndem Kommentar und stets auch etwas verschämt gepostet, denn man will ja beim Leser den Eindruck aufrechterhalten, man sei nicht kreativ ausgeblutet, habe immer noch spannende Geschichten zu erzählen und durchlaufe auch mitnichten eine schreibfaule Episode. Heute aber ist mir dies alles “Ladde”. Flashvideomassaker!!!1

Jedenfalls… Globalisierung! Man hört ja ständig im Radio, dass Jet Set-Muttis ihre Bälger für die Konkurrenz auf dem internationalen Arbeitsmarkt rüsten, indem sie sie schon im Krippenalter mit Trainingsstunden in Mandarin konfrontieren. “Schina is’ eben ‘ne aufstrebende Industrienation, da passiert einfach grade wahnsinnig viel. Man muss da offen sein für neue Ansätze. Wir wollen, dass unser Leon optimale Schongsen später hat und lassen ihn deshalb eine Sprache lernen, die heute schon von einem Viertel der Menschheit gesprochen wird”. Totaler Schwachsinn, aber mich fragt ja keiner. Spitze hingegen, wie die Chinesen sich Englisch beibringen. Im TV, mit Sex & Crime! Na gut: Mit Aerobic & Crime! Bitte alle z’amm: Spare me my life! Spare me my life! [via]

«Learn English A Better Way. Kampfkunst gnadenlos. Flaniermeile zerbrochener Träume.» weiterlesen

Bratze, Ausschnitt des Covers von Kraft

Was kann ich nur noch in meine Venen pumpen, um den energischen Bässen des kommenden Songs auch nur im Ansatz gerecht zu werden? Spring herum, weine, wirbel mit den Armen ruft sie mir zu, die Musik, aber nix geht mehr. Kraft heißt Bratzes Platte und die Single “Jean Claude” ist ganz klar *d*e*r* [file under:] auf Deutsch gesungene nachdenkliche Elektrostampfer des ausklingenden Jahres.

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(Direkt-Download: last.fm | Bandseite | empfohlen: Coral Cache)

Militärische Orden, kirchliche Weihen, Pfadfinderabzeichen und Ritterschläge gebühren ihnen aber, neben der musikalischen Qualität, dafür

Ist das geil! Man will glatt wieder 19 sein.

Bratze @ Wikipedia (grad erst den Stub erstellt eine Sofortlöschungsdiskussion provoziert) | last.fm | MySpace | Amazon

Neulich waren The Boxer Rebellion Vorprogramm von Voxtrot. Letztere waren ziemlich gut, aber die Vorband… Wow, mich hat schon lange nicht mehr eine unbekannte Band so mitgerissen. Um genau zu sein seit Kashmir nicht und das ist nun auch schon eine Olympiade her. Ich könnte jetzt in die Metaphernbox greifen und ein paar Aquarelle malen, warum die Musik so geil ist, aber ich tu’s nicht, denn das wirkt immer so aufgesetzt, die Zeiten sind vorbei. Okay, eine “gönne” ich mir doch: Das ist Wintermusik. Boxer Rebellion - ExitsMan sollte ihnen eine Chance geben, wenn man Radiohead mag, aber auch so Progzeuch wie Dredg. Kashmir wären ebenfalls eine Referenz, Blackmail in ihren ruhigen Momenten, Interpol, Editors (bei denen haben sie auch schon eröffnet) und vielleicht kennt ja einer noch die Cooper Temple Clause, sowas eben.

Durch Zufall, nämlich hier, bin ich jetzt drauf gestoßen, dass die Band ihr 2005er Album “Exits” bei lastfm komplett zum kostenlosen Download anbietet. Wie freigiebig ist das denn? Ich sag mal: Deal. Mein Lieblingsstück von der Platte ist “World without End” und das hörste dir am besten mal selber an.

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Direkt-Download

The Boxer Rebellion: Website, bei Amazon und bei MySpace. Einen Wikipedia-Eintrag gibt’s noch nicht.

m16
Foto: viewfrombaxter (cc)

Traurigerweise ist das Thema Amoklauf gerade wieder aktuell, drum möchte ich auf einen sehr empfehlenswerten der (auch sonst sehr hör-baren) Vortragsmitschnitte vom “Gegenstandpunkt” hinweisen. Hier der Erziehungswissenschaftler Dr. Freerk Huisken zum Thema

Erfurt, Emdstetten: Der nächste Amoklauf kommt bestimmt –
Über erwünschte und unerwünschte Behauptungsstrategien von Konkurrenzverlierern

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Teil 1: “Singuläre Taten verwirrter Einzelgänger” (Direkt-Download)

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Teil 2: Wie wird man Schulverlierer? (Direkt-Download)

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Teil 3: Die Sache mit dem Selbstbewusstsein (Direkt-Download)

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Teil 4: Demonstrative Rache aus verletzter Ehre (Direkt-Download)

Download des gesamten Vortrags in einer MP3-Datei

Hinweis: Die Download-Links habe ich über den Coral Cache umgeleitet, um den Server von argudiss zu schonen. Falls irgendwas damit nicht klappen sollte: Einfach händisch das .nyud.net aus der URL entfernen.

Sollte der geneigte Hörer hernach immer noch der Meinung sein, Nichtigkeiten wie die sogenannten Killerspiele seien solchen Ereignissen singulär kausal vorangestellt, der darf sich gerne noch mit der ZDF-Beinahe-Satire “Mama, Papa, Zombie” aus den Achzjern konfrontieren, die die Verrohung der Jugend richtigerweise an der grassierenden Verbreitung von VHS-Kassetten mit Splatterhorrorstreifen festmacht.

The Verve kuscheln wieder in alter Besetzung miteinander und stellen 14 Minuten Proberaummitschnitt dem Papierkraken NME zur Verfügung, was aber in dem Fall nix macht, weil sich das deswegen jetzt jedermann runterladen kann. Persönliches Fazit: Toll! Klingt etwas psychedelischer als Ashcrofts Soloplatten und ist was für jene, die die Band nicht nur für den einen Song auf dem Sondtrack dieses einen schlimmen, schlimmen Films mögen. Und The Verve gehören einfach zusammen. [via]

[Update:] Beim NME ist der Download entfernt worden. Stattdessen kann man die Session aber noch bei Rapidshare runterladen.
Der Rapidshare-DL Ist leider gekickt worden. Technisch bewanderte Zeitgenossen mögen in den einschlägigen Tauschbörsen gucken.

roteraupe

Hab ich gerade irgendwie aus Zufall entdeckt: Die “Rote Raupe”-Mixtapes. Gratis Musik für etwa, um mal ein Klischee zu bemühen, den Nachmittag am See. Vielleicht auch: Weinend in der Ecke kauern. Auf der letzten, nämlich der vierten Ausgabe befinden sich u.A. der große Mr. clickclickdecker, die Lokalmatadore delbo, die immer so seltsame Texte haben, Home of the Lame, mit denen bzw. dem man oasisUK feucht im Schritt kriegt und Tom Liwas prachtvolles “Für die linke Spur zu langsam”. Hör mal, wie schön das ist:

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Apropos Weinend in der Ecke kauern: Da war heute ein Pärchen, die saßen auf der Treppe neben der Sparkasse, sie weinte und er tröstete sie. Wir fragten uns im Geheimen nach dem Grund für ihre Traurigkeit, wie man das eben so macht. Verlässt er sie? War etwa einer gestorben? Vielleicht haben sie kein Geld mehr? Meinte S so: “Vielleicht muss er in den Krieg.” Stimmt, denk ich noch, das kann’s ja heutzutage auch sein.