Bin bezüglich der A-HA-meets-Roadmovie-Ästhetik des Musikvideos nicht im Reinen mit mir, aber dieses Lied von der anderen Seite des Pingpongballs (Neuseeland) ist einfach super und mein Ohrwurm des Tages. Mit guter Popmusik kriegste mich eigentlich immer.
Und mal wieder eine Band, die ich viel zu spät entdecke. Hab ja auch erst vor nem halben Jahr gemerkt, wie geil Bloc Party ist. Tja, so ist das halt.
Da hätte Gabor Steingart bestimmt kein Verständnis für. Und Helge sowieso nicht.
Der Titel hat absolut nix mit dem Inhalt zu tun, ich fand ihn bloß schön und wollte ihn für irgendwas verwenden.
MGMT, das steht für “Management”, waren meine Sommerhitband. Wirklich schnieke Platte haben die gemacht: Oracular Spectacular. Trash und Ohrwurm in trauter Zweisamkeit, das ist mein Ding.
Jetzt gibt es ein neues Video von MGMT, welches Remineszenzen an ABBA, Breakdance und die Mini-Playback-Show vereint. Meine Freundin findet, man müsse Walzer dazu tanzen. Weil das so nett verstörend ist, präsentiere ich es hiermit: The Youth. Biddeschön.
Vor einiger Zeit schrieb ich über jene abgefahrenen Begegnungen, die das Universum in all seinen Krümmungen immer wieder für einen in schicksalshafter Weise bereithält, nämlich: Merkwürdige Zufälle. Damals ganz vergessen hatte ich die Episode, bei der ich irgendwann 2006 morgens schlaftrunken auf meine U-Bahn wartete, die mich zur Uni, beziehungsweise zur Regionalbahn zur Uni, bringen sollte. Und wer stand da, an meiner U-Bahnstation? Mein allererster Gruppenleiter, der mich fünfzehn Jahre zuvor in die Welt der Pfadfinderei einführte. Ich hatte ihn viele Jahre nicht gesehen, das letzte Mal an einem ganz anderen Fleckchen Deutschlands (Bayern) und zudem ist der Ort meiner ersten Pfadfindergruppe (Ruhrgebiet) schätzungsweise 600 Kilometer entfernt. Tjaja, Sachen gibts…

Screenshot: Andrew* (cc)
Noch so eine Geschichte wiederfuhr mir soeben. Da ich vor kurzem in Computerdingen schwer aufgerüstet habe, nahm ich die Gelegenheit wahr, endlich einmal BioShock zu spielen. Ein Shooter, der in einer bizarren 50er Jahre-Unterwasserwelt spielt, die aufgrund des Bedürfnisses einiger gegründet wurde, eine scheinbar entideologiserte Umwelt zu schaffen, in der beispielsweise die medizinische Forschung keine Grenzen mehr kennt: Genetical Enhancements, Eugenik und sowas. Irgendwann springen sich alle an die Gurgel und wir dürfen aufräumen. Das Spiel schafft es in der mehr oder minder zerstörten, düsteren Welt eine sehr beklemmende, oft gruselige Stimmung zu erzeugen. Was ich besonders toll finde ist, dass mir die reichhaltige und tatsächlich sinnhafte Hintergrundgeschichte nicht sogfältig drapiert wie ein Steakhausschnitzel neben Erbsen und Kartoffeln vorgesetzt wird, sondern dass ich mir alles aufgrund vieler einzeln verstreuter Indizien zusammensetzen muss. Also — falls jemand BioShock noch nicht kennt: Spielt das Spiel, es ist ein Erlebnis. Björn hat das BioShock im Agitpopblog vor einigen Monaten ausführlicher beleuchtet, mitsamt einiger Kritikpunkte die ich nicht teile, aber ich habe ja noch nicht einmal die erste Hälfte durch.
Jedenfalls wollte ich auf den merkwürdigen Zufall hinaus, genau. Gestern bewarb ich an dieser Stelle das tolle Schellack-Musikarchiv von Cliff Bolling. Zur Anteaserung band ich zwei der — gefühlt — Millionen Songs unten im Artikel zum Soforthören ein. Der eine davon, After the Ball is Over, hat in diesem Haushalt einen gewissen Stellenwert wegen der, ebenfalls tollen, TV-Serie Carnivàle. Dort ward eine Folge danach benannt und das Lied darin gesungen. Das andere Lied hörte ich mir nur wegen des Titels an, Bei mir bist du schön, denn es kommt ja nicht so häufig vor, dass ein anglophoner Song einen deutschen Titel hat. Es blieb von den etwa anderthalb dutzend Liedern, die ich daneben abspielte, am meisten hängen. Ihr kennt das ja, ein Ohrwurm. Ich entschied mich also, es hier zu posten. Nun lief ich vorhin durch eine Bar in BioShock. Und auch wenn sie halb verwüstet und kein Vergleich zur plüschigen Atmo einer von Kruder & Dorfmeister beschallten Lounge in Berlin Mitte war, funktionierte die Hintergrundbeschallung noch. Und welches Lied kam? Dreimal darfste raten…
Innerhalb von 36 Stunden stoße ich also gleich zweimal in völlig unterschiedlichen Kontexten auf einen Jahrzehnte alten Swing-Song aus den USA. Ich glaube zwar nicht an irgendwelche schicksalshaften Verwebungen, die mich jetzt dazu treiben würden, den Liedtext minutiös zu analysieren, aber ein neuer Punkt auf meiner Liste bemerkenswerter persönlicher Koinzidenzen ist’s schon.

Bild: takomabibelot (cc)
Cliff Bolling aus Oregon sammelt Schellackplatten. Da die Musik der Öffentlichkeit auf herkömmlichem Wege nicht mehr zugänglich ist, digitalisiert er nach und nach sein Archiv und stellt die Musik als MP3 ins Web. Trotz tausender Songs habe es bisher noch keine Copyrightbeschwerden gegeben.

Bollings Archiv ist leider nicht gerade hübsch, etwas unübersichtlich nach Titeln geordnet und listet auch die Jahreszahlen nicht auf. So bleibt einem nur, sich mehr oder weniger blind durch die schiere Masse an Jazz, Swing, Country und was noch so in den 30ern und 40ern angesagt war, zu wühlen. Macht aber nix, denn es geht ja um die Musik und mit der kann man sich stundenlang beschäftigen. Darunter befinden sich übrigens auch Songs von Louis Armstrong und Nat King Cole. Tip: Mit dem delicious Playtagger-Bookmaklet[1] kann man sich die Tracks direkt auf der Webseite anhören.
Anspieler:
International Novelty Orchestra: After the Ball is Over (Download)
Benny Goodman: Bei mir bist du schön (Download)
[via Gulli]
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Ein kleiner Musiktip: Man kann das “Trennungslied” von PeterLicht, ein Vorgeschmack auf das am 5. September erscheinende Album “Melancholie und Gesellschaft”, als MP3 kostenlos in guter Qualität herunterladen. Dazu einfach hier bei Motor Music den Code “lipemo” eingeben. Langjährige Leser dieses Blogs wissen, dass ich ein Faible für den Kölner Liedermacher mit der naiv-weisen antikapitalistischen Attitüde habe und leiten daraus ab, dass ich mich auf die neue Platte wie Bolle freue.
Ich bin sozialisatorisch ein Kind der 90er und das bringt gewisse Affinitäten mit sich. So wie andere vorher Wham! mochten oder heute 50 Cent als Rolemodel akzeptieren, war Dance der Strampelanzug meiner Pubertät (neben Roxette). Es war (irgendwie) schön! Und auch heute noch wecken manche Melodeien dieser Tage Wehmut und ganz unironische Endorphinschübe bei mir. Da mag der Kulturpapst hämisch lächeln — dass Rave und Eurodance das nächste große Retroding sind, ist meines Erachtens klar wie Buchstabensuppe. Ich bin jedoch skeptisch, ob ich diese Straße noch heruntergehen kann, wenn Mister President und Captain Hollywood wieder als Kirmesbeschallung dienen.
Wie dem auch sei — da uns’ Goron aus seiner Befreundung mit den harten schnellen Takten und wirren inhaltlichen Botschaften der Spaßgeneration (erinnert sich jemand noch an die TV-Berichte über Businessleute, die sich jedes Wochenende mit ihrem Privatjet zu irgendwelchen Raves chauffieren ließen?) gerade keinen Hehl macht, steh ich mal nicht hintan. Folglich folgend: Ntz Ntz Ntz.
Zeit für Geständnisse: Vor langer, langer Zeit, ich war so etwa 9, war auch einmal der Chefbefüllungsbeauftragte dieses kleinen Onlinejournals dem deutschen Schlager zugetan. Es lag daran, dass in Bochum der Radiosender WDR 4, bekannt als Ultrakurzfönwellensender mit Wohlfühlgarantie, auf einer einfach zu merkenden Frequenz lag: Hundert. Ich stellte mir das immer auf meinem Radiowecker ein als die Musik, mit der ich den Tag begann. Diese Melodeien von Bands wie Fernando Express, dem guten Matze Reim oder dem nunmehr toten Ibo verfolgten mich dann den ganzen Tag, man hatte einfach immer was zum Summen. Über die Jahrzehnte hinweg gar blieben einige Takte und Worte in meinen Synapsen hängen und tauchen heute unvermittelt wieder auf, so eingängig waren diese Lieder. Irgendwann wechselte ich jedoch auf die “Ruhrwelle Bochum”, auf der eher die englischen Versionen ähnlicher Lieder gespielt wurden und mein Schlagerfantum war vorüber.
Möglicherweise liegt es daran, dass sich auch die dunkle Seite der musikalischen Sozialisation über mich ergossen hat, dass ich später durchaus mit Volksmusik- und Schlagerverhohnepiepelungen etwas anfangen konnte, welche zwar irgendwo ironisch brachen, heute aber dennoch beinahe genauso peinlich sind. Mir gefiel die Technoversion des Milka-Mannes mit dem “It’s cool man” (meine erste CD), ich mochte auch die Eurodance-Abräumer K2 mit dem heute schon sehr bizarr wirkenden Video zu “Der Berg ruft”. Später fieberte ich bei Nussecken und Himbeereis mit “Meister” Guildo Horn beim Grand Prix und war sogar in Wattenscheidt auf einem seiner Konzerte.
So jetzt wisst ihr alles. Warum dieser Seelenstriptease in geschmackshistorischer Hinsicht? Ich will bloß, das ihr nachvollziehen könnt, warum ich den breakenden Schlageryuppie Alexander Marcus lustig finde und vermutlich den Rest des Abends mit einem debilen Grinsen im Gesicht “Papaya, Papaya, Coconut Banana” vor mich hinträllern werde.
Seine anderen Hits, “1, 2, 3″ und “Ciao Ciao Bella” sind, nebenbei, gleichsam sehenswert.
[via Bosch bei Twitter]