“Die Soziologie des Raumes” heißt eines meiner Seminare dieses Semester. Grob gesagt geht es um eine erweiterte Fassung des Begriffs “Raum”. Ein Raum muss nicht dasselbe wie ein Ort sein. Ihm wird von verschiedenen Individuen oder Gruppen ein unterschiedlicher Sinn gegeben. Eine solche Definition kann auch “mehrere” Orte umfassen oder virtuelle Orte, die physisch nicht erfahrbar, aber nicht minder existent sind. Man denke nur an diese begrifflich so ominöse “Blogosphäre” (der Begriff gaukelt Kohärenz nur vor und kaum einer merkts) oder MMORPGs wie World of Warcraft.
Um das mal ein wenig zu verdeutlichen:
In diesem Video der wundervollen Kooks hat die Straße, auf der sie laufen eine andere Bedeutung, einen anderen Sinn als für einen an jedem anderen Tag darüber hinwegfahrenden Mofafahrer, genauso wie für die Mädchen, die dort jeden Tag zur Schule gehen. Eine solche Bedeutung kann sich auch mit der Richtung ändern, in der der Raum durchquert wird, aus der Interaktion mit anderen, der Zeit/dem Zeitraum usw. Und falls Du keine Ahnung hast, wovon ich hier rede, völlig egal. Schön übrigens, wieder an der Uni zu sein.
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Der Film Syriana ist herausragend. Und zwar für denjenigen, der Filme nicht wegen bestimmter Schauspieler schaut, sondern wegen Handlungen und Botschaften. Er ist ein anspruchsvoller Film, man muss sich auf viele Charaktere und parallel laufende Handlungsstränge einstellen. Syriana ist kein ordinärer Thriller sondern politisch und emphatisch, wie ein Film politisch und emphatisch nur sein kann: Es ist das Öl, das unsere Welt formt, aber auch die Verzweiflung. Als der Film im Kino zu Ende war, stellte eine Frau, die in der Reihe hinter mir saß, lakonisch fest, dass der Film zu verwirrend gewesen sei und George Clooney ganz schön fett. Nun, man kann froh darüber sein, wenn noch Filme ins Kino kommen, die nicht jedem gefallen sollen.
- Syriana: IMDB, OFDB, filmstarts.de, Fünf Filmfreunde
- Syriana als DVD: ab morgen beim Monopolisten oder heute schon in der netten Videothek um die Ecke
In der Reihe vor mir saß niemand, links meine Freundin, rechts Dirk von Lowtzow. Das war Zufall. Neulich traf ich anderswo auf jemanden, der Jan Müller hieß. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass ein Mitglied der Rockband Tocotronic ebenfalls diesen Namen trägt. Er antwortete, dass er nicht wisse, wovon ich rede. Das ist nicht weiter schlimm, aber mich störte die Art wie er es sagte. Aufgesetzt cool, mit der eigenen Dummheit kokettierend. Tocotronic sind da anders…
- tocotronic.de
- tocotronix.de, eine liebevolle Verneigung von Fans
- Anhören/Downloaden: Mein Prinz (2005, mit euphorischer Ansage von Dirk)
Verwundert war ich, und auch gerührt, als der junge texanische Songwriter Ben Kweller irgendwann zu der Zeit, als die Türme fielen, in einer Musikzeitschrift sagte, er möge eben diese Rockband Tocotronic. Fünf Jahre später bringt der 25jährige Kumpel von Folds und Green bereits sein drittes herausragendes Soloalbum heraus und ist in Deutschland immer noch weitgehend unbekannt. So unbekannt, dass er noch nicht einmal einen Eintrag in der deutschen Wikipedia besitzt. Es ist eine Schande.
- Ben Kwellers Website
- Anhören bei MySpace
- MP3 Download auf benkweller.com
- Direkt Anhören/Downloaden: On My Way, In Other Words
[UPDATE:] Die Ben Kweller-MP3s gingen nicht. Jetzt aber.
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(Bild von Sebibrux entwendet) Berliner Fenster: You know what I’m saying?
Die Band Ganz Großes Tennis ist jung, lustig und hat einem Berliner Heiligtum gehuldigt. Der allseits beliebten Berieselung mit aussagekräftigen Bildern und kurzen Sätzen in der U-Bahn: Dem Berliner Fenster.
Dieses wird gefüttert mit Content aus der Räuberpostille BZ, die – erstens – nicht mit der Berliner Zeitung verwechselt werden sollte und – zweitens – eine von vier Tageszeitungen in Berlin aus dem Hause Springer ist.
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Ganz Großes Tennis – Dumm (Berliner Fenster) (MP3, 1.46 MB, 3:11 Min.)
Die Band erreicht man unter ganzgrossestennis.tk. Obig verlinkten Song habe ich mühevoll aus einem Radioauftritt extrahiert, der auf der Seite der Jungens zum Download angeboten wird. Die aktuelle Platte ist für’n Appel (5€) und ‘n Ei (1,70€ Versand) genau da erhältlich. Geht’s geiler?

Zitate aus den Lyrics der nächsten Nr. 1 der deutschen Single-Charts, nämlich Xavier Naidoos “Danke”:
Der 4. Juli dieses Jahres war kein schlechter Tag
Der 4. Juli war nur einfach nicht euer bester TagWir salutieren vor Kapitän Michael Ballack
Du hast trotz deiner Schmerzen krass geballertDer nächste deutsche Held heißt Torsten Frings.
Spielt Mittelfeld und man weiß er bringts.Glaub mir Lukas wir hatten voll die geile Zeit dir zuzusehen
Mertesacker (…) Kofferpacker (…) Motherfucker*
Du bist ne’ deutsche Bank, Tim Borowski
Die Gegner wollen siegen, doch du schockst sieUnd auch Robert Huth machte sich gut
Hätte das Mittelfeld gewankt hätten wir dich getankt
Richtig so, schnell noch abmelken, Xavier, bevor die WM schon wieder vergessen ist. Vielleicht kommst Du ja sogar auf den Soundtrack von Sönkes Film? Jedenfalls Hut(h *kicher*) ab vor deinem mehr oder weniger altruistischen Einsatz. Man kann sich richtiggehend vorstellen, wie Du nächtens vorm Notizblock gesessen hast und desparat nach Reimen auf Hitzlsperger (Spielfeldärger) und Metzelder (Feuermelder) gesucht hast.
Und weil Du, Xavier, ja der 23einhalbste Mann auf dem Platz warst (wegen Odonkor kamen deine Songs in der Kabine vor), hier noch etwas hinzugeraptes von mir:
Und der Xavier, das weiß jaider
der heißt Naidoo, weißt doo,
hat im Stadion uns vor Argentinien Gänsehaut-Atmo gemacht
und mit diesem lausigen Lied uns jetzt zum Kotzen gebracht.
Peace Yo.
* Der Reim “Motherfucker – Kofferpacker” stammt übrigens ursprünglich aus Fischmobs Susanne zur Freiheit
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Da hier jetzt immer mehr Google-Anfragen nach den Lyrics von PeterLichts “Das absolute Glück” reinkommen, bitteschön:
Das absolute Glück
Als der allerletzte Mensch
An der Rampe zu stehen
Das absolute Glück
Als der allerletzte Mensch
Die Schritte zu setzen
Durch Flure und Zimmer
Das absolute Glück
Als das allerletzte Männchen
Durch die Städte zu gehen,
Die leer und offen sind
Das absolute Glück
Als der Allerletzte
Als der Allerletzte
Und wo Du bist, da kann kein anderer sein
Und würd ich wissen, wo das ist,
Dann würd ich wissen, wo kein anderer ist
Dann würd ich wissen, wo das ist
Das absolute Glück
Als der allerletzte Mensch
Am Rand zu stehn
Wo die Welt eine Scheibe ist
Beine baumeln lassen
In die Wärme des Weltalls
Und der letzte legt die Nadel in die Rille
Und wartet auf die Stille
Und jemand geht über den Rand
Als der Allerletzte
Und würd ich wissen, wo kein anderer ist
Dann würd ich wissen, wo Du bist
Und würd ich wissen, wo kein anderer ist
Dann würd ich wissen, wo Du bist
Nachdem ich mich heute morgen entschied, erneut die Uni zu schwänzen, wollte ich etwas sinnvolles tun. Also tippte ich in mühevoller Kleinarbeit die Texte der ersten beiden Lieder des fantastischen Albums Lieder vom Ende des Kapitalismus von PeterLicht ab, versah sie mit Zeitmarken und lud sie hoch. Nun kann jeder, der sich das tolle kleine Tool MiniLyrics installiert hat und eines der Lieder über einen beliebigen Audioplayer abspielt, im richtigen Rhythmus mitsingen.
Dann kam der Newsletter des Künstlers hereingeflattert, in dem stand, dass
- Das absolute Glück seine neue Single sei (just eines der Lieder, von denen jetzt die Lyrics oben sind)
- das Album auf Platz 79 in die Charts eingestiegen sei und
- man sich das Video bei YouTube anschauen könne.
So ein Zufall, das! Und – hier isses, das Video:
Andere wertvolle Links, falls man Peters Musik mag:
- PeterLichts Internetseite, auf der man auch in alle Lieder hineinhören kann
- PeterLichts Myspace-Seite, auf der man das Lied vom Ende des Kapitalismus herunterladen kann.
- Wikipedia: Der Herr Hundt (der Arbeitgeberpräsident)
- Demokratie und Alltag über PeterLicht
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Ich war sehr überrascht – bei YouTube gibt’s ja alles – gerade, was Musikvideos angeht. Hier ein paar besonders schöne:
Slut – Time is not a Remedy
erzählt die Geschichte eines jungen Mannes und seiner Wohnung im Zeitraffer.
UNKLE ft. Thom Yorke & DJ Shadow – Rabbit in your Headlights
Ein offenbar verwirrter Mann stolpert Unverständliches brabbelnd durch einen Autobahntunnel. Verstörendes Video, energetisches Ende. Man kann ja das kreative Potential erahnen, wenn Radioheads Thom auf Plattennerd DJ Shadow trifft.
Kashmir – Rocket Brothers
Stilistisch: Die Simpsons treffen auf Kubricks Dr. Seltsam. Ein wunderschönes Video aus dem besten Album der Dänen.
Darude – Sandstorm
Dumpfer Prolo-Dorftechno? Energetischer Elektro? Ich mag mir kein Urteil erlauben. Das Video ist aber sehr geil. Etwas Lola rennt, etwas Matrix. Sehr lässig.
Muse – Bliss
Matthew Bellamy fällt in ein Loch. Und fällt. Und fällt. Die Schwerkraft ist sowieso überbewertet.
KoRn – Y’all want a Single
Ich mag KoRn ja gar nicht. Dieses Video hat allerdings eine Aussage. Anschauen!
Demnächst mehr.