Ach, ist das hörrrrlich – Olivia Jones interviewt für “Extra 3″ niedersächsische NPDumpfbacken. So muss man’s angehen, das braune Pack. Lasst sie sich selbst der Lächerlichkeit preisgeben. Bewundernswert couragiert nebenbei, die Dame und das Filmteam. Ich hätt’ mich das nie im Leben getraut. Lob!
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“es wird zusammenwachsen, was zusammen gehört”
Das rassistische Weblog “politicallyincorrect” feixt in der ihm eigenen unnachahmlichen Art darüber, dass ein NPD-Würstchen sich aussenpolitisch den Positionen Oskar Lafontaine annähert. Nun, man kann über Lafo sicher streiten, man könnte einwenden, dass es auch pro-israelische Strömungen in der Linken gibt. Aber es geht hier gar nicht um Inhalte.
Dass die NPD sich in vielen Bereichen populistisch anbiedert und frech die Inhalte anderer Gruppierungen übernimmt – with an attitude – wenn diese Wählerpotential in der Unterschicht versprechen, ist bekannt. Dieses Mimikry ist ja, was die Rechtsextremen so gefährlich macht, denn die Irritationen und oft etwas hilflos wirkenden Abgrenzungsversuche der demokratischen Kräfte spielen den Braunen zu. Worauf ich aber hinauswill: Gerade PI sollte sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, denn die “Nationaldemokraten” zeigen ihre Symphatie nicht nur gegenüber einigen Positionen der Linken, auch sie selbst werden mitunter angeflirtet: “Wenn zusammenwächst, was zusammengehört: NPD kuschelt mit Politically Incorrect”
[Hinweis:] Dieser Beitrag war ursprünglich im “Watchblog Islamophobie” erschienen, welches mittlerweile eingestellt worden ist. Ich habe den Artikel in mein privates Blog gespiegelt, damit er nicht verloren geht. –Der Admin, Januar 2008
Wirft man einen Blick in die dunkleren Ecken des Internets, stößt man schnell auf Schulterschlüsse der besonderen Art.
In letzter Zeit formiert sich auch von “links” ein Widerstand gegen die Überfremdung des christlichen Europas durch Mohammedaner. Die naive Gutmütigkeit gegenüber dem Islam, das Verschweigen und Beschönigen von Problemen und Bedrohungen bis hin zum freiwilligen Rückzug, bevor der Feind überhaupt richtig angegriffen hat – all das geht auch einigen aufmerksamen und selbstbewussten Zeitgenossen zu weit, die sich ansonsten ausdrücklich von “rechts” distanzieren.
Ein Beispiel dafür ist die sehr viel besuchte Weltnetzseite “Politically incorrect”, die sich überwiegend mit dem Thema Muselmanisierung, Dhimmitum(*) und Islamversteherei in der brd beschäftigt – wo wir voll zustimmen können [...] Es ist auf jeden Fall zu begrüßen, dass der Widerstand gegen die muselmanische Bedrohung wächst, denn die Gefahr für unsere Heimat und Kultur wächst ebenfalls von Jahr zu Jahr, wenn wir den Spieß nicht endlich umdrehen und die Multikultischwuchteln entmachten und ihrer gerechten Strafe zuführen. Sie begehen schweren Landesverrat !
Aus einer Erklärung der NPD Göttingen.
Auch das Blog der NPD Barnim verweist erstaunlich oft auf PI-Beiträge. “Politically Incorrect” will nun gar nicht mit den National-”Demokraten” assoziiert werden. Da ist man ganz opportun und versucht sich — immerhin — mit einem nicht funktionierenden Link auf die eigenen Leitlinien von Symphatisanten dieser Art zu distanzieren. Wobei, Distanzieren ist vielleicht zuviel gesagt, eine Abgrenzung vom extrem rechten Spektrum findet man im PI’schen Selbstverständnis nicht. Einige der Kommentatoren geben einen kleinen Einblick, warum das so sein könnte:
«Wenn zusammenwächst, was zusammengehört: NPD kuschelt mit “Politically Incorrect”» weiterlesen
redok.de hat ein höchst interessantes Taktikpapier der NPD aufgetan und veröffentlicht (HTML|PDF). Darin werden Argumentationshilfen für Mitglieder und Symphatisanten geliefert, die sich mit unangenehmen Nachfragen konfrontiert sehen. Die Taktik ist in den meisten Fällen Verschleierung, nur selten tritt der rassistische, faschistische und antisemitische Charakter des in der Partei vorherrschenden Geistes offen zu Tage. Beispiele:



Zeimlich gruselig, aber man sollte mal einen Blick reinwerfen, um deren Argumentationslinien zu entlarven. Know your enemy.
Erschütternder Dokumentarfilm von 1991, der anhand von Interviews mit führenden Neonazis und Holocaustleugnern sowie Archivmaterial von konspirativen Treffen den Zustand der deutschen Neonaziszene kurz nach der Wende aufzeigt und deren internationalen Verquickungen, die bis ins Europaparlament reichen.
Für diese Dokumentation finde ich das Attribut “krass” mal angemessen. Besonders der Polizist auf der Neonazidemo, der kaum seine Sympathien mit den braunen Horden verhehlen konnte und die Schamlosigkeit, mit der der Holocaust unter fadenscheinigen pseudowissenschaftlichen Argumenten verharmlost wird, macht mich würgen.
In dem Zusammenhang: Ich bin gegen ein Verbot der NPD. Nicht trotz sondern gerade wegen solcher Bilder. Kein Fascho in diesem Land würde von seiner “Meinung” abkehren, nur weil seine Partei verboten wäre – im Gegenteil, man gießt mit solchen Forderungen nur Wasser auf die Mühlen derjenigen, die durch diese Einschränkung der Meinungsfreiheit einen Verfolgungsmythos genährt sehen, die die Naziideologie schon jetzt für ziellose Jugendliche interessant macht. Es wäre nur ein weiteres Herumdoktern an Symptomen: Der indirekte Schluss “Wo keine Nazis in den Parlamenten, da kein Naziproblem” ist Selbstbetrug par Excellence. 9,2% in Sachsen und 7,3% in Mecklenburg-Vorpommern sind Besorgnis erregend und furchtbar, aber auch ein wichtiger Indikator für den Zustand unserer Zivilgesellschaft. Wir brauchen diese Ohrfeigen! Und wer sich angesichts von Ausländerhass, Rassismus und (echtem!) Antisemitismus in erster Linie Sorgen um Wirtschaftsstandorte und Imagefaktoren macht, der hat das Problem ebenso wenig verstanden wie die, die denken sich mit Faschos zu prügeln würde irgendetwas bringen.