meist manchmal, selten oft

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Und wir fragen uns eben noch: Warum ist denn hier so viel Polizei am Ostbahnhof und was soll das mit dem Absperrband vor dem McDonalds und warum kommt hier ‘ne Durchsage, dass alle den Bahnhof verlassen sollen? Da haben die den Bombenheini geschnappt! Und wir waren live dabei, toll.

Rülps

Ein Typ mit a) dubioser Vergangenheit b) handelt ziemlich dämlich. Peng! Schlimmschlimm. Das ist Zensur. Mord. Grundgesetzwidrig. Kommunismus. Jeder hat ‘ne Meinung und die meisten haben’s ja eh immer gewusst, so sind die eben und dann schreibt man auch mal einen Blogpost (das Pensum muss erfüllt werden), der mit “Ich habe keine Ahnung was los ist, aber scheinbar” anfängt und das war’s dann auch schon, denn morgen hat Google (Datenkrake, Suchmaschinengigant) ein neues Feature, das besprochen gehört. Es ist ja auch alles so wichtig. Wichtigwichtig. Ich geb dir mein wichtig und du gibst mir dein wichtig. Oder wir werfen gleich zusammen und kneten das fest, dass es eins wird und anschließend ab in den Backofen, dann wird das wichtig richtig hart.

Ich war gestern lecker beim Spanier essen und anschließend in der Philharmonie. An der leisesten Stelle bekam ich einen ununterdrückbaren Hustenanfall, ich kam mir sehr störend vor. Dann jedoch fingen auch andere Leute befreit zu husten an und ich merkte, dass die das vorher alle unterdrückt hatten. Ich, Held der Freiheit. Oder doch Kommunist?

dali uhren

Obschon ich es gerne täte, ich kann leider gerade überhaupt nicht in dem unverhofft recht lang gewordenen Kommentarbereich des “Anwältin/Kind/Fahrrad/München”-Artikels antworten. Pauschal aber einen herzlichen Dank für die Redebeiträge. Auch dem Goron, der einen Artikel zur Bigotterie der Datenschützer geschrieben hat, von dem ich mich (leider) angesprochen fühle kann ich leider kein halbes Stündchen für einen Kommentar widmen. Ebenfalls wird das neue Theme fürs Craplog nicht mehr diese Woche kommen, es ist aber zu etwa 80 % fertig. Freut euch schonmal vor — auf eine Sidebar, die man auch so nennen kann. Aber erst bald, hier ist derweil maximale Vakanz am Start. Aber lesenswerte Sachen gibt’s auch bei anderen Müttern. Lysis entdeckt haarsträubenden NS-Gedankenmüll bei den Katholen. Bei PK gibt’s interessante Hinweise darauf, dass PI langsam in Richtung Militanz mobilisiert — Stichwort “Kopftuchgeschwader“. In der Berliner Zeitung von gestern gab es einen recht heftigen Artikel über eine äthiopische Jüdin, die erzählt, wie sie nach Israel kam und auch im heiligen Land Rassismus erfahren musste. Und das ist ja alles sehr negativ, hier ein kleiner Lichtblick: Der Pantoffelpunk verweist auf eine Geschichte in der taz, in der Coming Out und Selbstfindung eines schwulen Fussballers erzählt werden.

“Simons Cat (real)” nennt der Ersteller dieses Videos sein Werk [via Jeriko bei twitter], wobei er sich natürlich auf die herzigen “Simon’s Cat”-Videos bezieht. Und ja, solch frechdachsiges Verhalten kennen wohl die meisten Katzenbesitzer Mitbewohner von Katzen. Bei uns variiert’s jedoch. Kater Wubi nervt im Grunde wenig zu Schlafenszeiten. Malo fordert meist in den frühen Morgenstunden bei Spontanbesuchen lautstark maunzend ihr Futter ein, welches sie nach den obligatorischen zweieinhalb Bissen meist wieder in Ruhe lässt. Kater Muck ist hingegen ab morgens um sechse immer da und legt sich gerne auf Frauchens Kopfkissen, mitunter sogar auf Frauchens Kopf — chronische Nackenstarre ist die grausame Folge. Bei all diesen liebenswerten Ärgernissen ist uns jedoch ein Leben ohne die Viecher nicht mehr vorstellbar. Des Spagettimonsters Segen regne auf sie herab. Übrigens: mit Spaghetti gefüllte, bedeckelte Kochtöpfe sind seit neuestem kein Hindernis mehr für unsere verfressenen Viecher. Demnächst dürfte wohl auch die Kühlschranktür geknackt sein.

Das Blog von politik.de interviewt mich. “Der Mensch hinter dem Blogger” nennt sich die Rubrik. Eigentlich interviewte mich das Blog von politik.de schon vor sechs Wochen, aber nun ist das Interview im Blog von politik.de erschienen.

Heidewitzka, der gestrige Tag war mir schon einer. Ich war nämlich mit meiner wunderbaren Begleitung S. bei der GEMA. Johannes Kreidler hat dort seine 70.200 Formulare abgegeben. Wir machten einen Haufen Fotos, dann war spontan Pressekonferenz, wir gingen als gereifte, klügere Leute raus, kauften Pflaumen am Wittenbergplatzmarkt und ich verbrachte den ganzen damn Nachmittag bis Abend damit, einen themennahen Artikel für Gulli zu schreiben. Gut, die Pflaumen kamen nicht drin vor. Genauer: Es kamen Pflaumen drin vor, aber nicht die, die wir gekauft haben. Anyway, ich will mir keinen Kranz aus Lorbeer aufs Haupte legen, aber gelungener als den Quark in der SZ online find ich mein Elaborat schon. Wenn ich das nämlich lese, bekomme ich das Gefühl, die/der Verfasser(in) hatte überhaupt keinen Plan, worum es eigentlich ging. Nun ja. <- Styropor (Füllmaterial)

Das sinnbildlichste Bild des Tages kommt aus der Poststelle der GEMA.

Retrowaage bei der GEMA

Diese Waage! Frag mich warum, aber dass so ein Stück Prähistorie bei sowas angenommen Modernem wie der GEMA rumsteht, ist irrationalerweise für mich bezeichnend. Das war sicher mal ne Pflaumenwaage oder so. Nun ja.

Andere schöne Fotos gibts in meinem Flickr-Account. Auch Julia Seeliger hat noch ein paar Fotos und einen Blogeintrag. Und ein lässiges YouTube-Vid gibt’s, in dem man mich mal kurz sieht. Wer socially engineeren will, kann das ja mit “Keine Lieder über Liebe” abgleichen und weiß dann, wie ich ausseh’. Nun ja.

Ach so, wo gerade hier das Thema sprudelt: Gullis Frontend hat leider keine Autorenfeeds, aber ich behelfe mir mit delicious (fällt schwer, das ohne Punkte zu schreiben), weil ich das Ding sowieso brauche. Wer also meine, und nur meine, Artikel bei den Gulli:News abonnieren will: Nun ja.

Vor einiger Zeit schrieb ich über jene abgefahrenen Begegnungen, die das Universum in all seinen Krümmungen immer wieder für einen in schicksalshafter Weise bereithält, nämlich: Merkwürdige Zufälle. Damals ganz vergessen hatte ich die Episode, bei der ich irgendwann 2006 morgens schlaftrunken auf meine U-Bahn wartete, die mich zur Uni, beziehungsweise zur Regionalbahn zur Uni, bringen sollte. Und wer stand da, an meiner U-Bahnstation? Mein allererster Gruppenleiter, der mich fünfzehn Jahre zuvor in die Welt der Pfadfinderei einführte. Ich hatte ihn viele Jahre nicht gesehen, das letzte Mal an einem ganz anderen Fleckchen Deutschlands (Bayern) und zudem ist der Ort meiner ersten Pfadfindergruppe (Ruhrgebiet) schätzungsweise 600 Kilometer entfernt. Tjaja, Sachen gibts…

BioShock Screenshot
Screenshot: Andrew* (cc)

Noch so eine Geschichte wiederfuhr mir soeben. Da ich vor kurzem in Computerdingen schwer aufgerüstet habe, nahm ich die Gelegenheit wahr, endlich einmal BioShock zu spielen. Ein Shooter, der in einer bizarren 50er Jahre-Unterwasserwelt spielt, die aufgrund des Bedürfnisses einiger gegründet wurde, eine scheinbar entideologiserte Umwelt zu schaffen, in der beispielsweise die medizinische Forschung keine Grenzen mehr kennt: Genetical Enhancements, Eugenik und sowas. Irgendwann springen sich alle an die Gurgel und wir dürfen aufräumen. Das Spiel schafft es in der mehr oder minder zerstörten, düsteren Welt eine sehr beklemmende, oft gruselige Stimmung zu erzeugen. Was ich besonders toll finde ist, dass mir die reichhaltige und tatsächlich sinnhafte Hintergrundgeschichte nicht sogfältig drapiert wie ein Steakhausschnitzel neben Erbsen und Kartoffeln vorgesetzt wird, sondern dass ich mir alles aufgrund vieler einzeln verstreuter Indizien zusammensetzen muss. Also — falls jemand BioShock noch nicht kennt: Spielt das Spiel, es ist ein Erlebnis. Björn hat das BioShock im Agitpopblog vor einigen Monaten ausführlicher beleuchtet, mitsamt einiger Kritikpunkte die ich nicht teile, aber ich habe ja noch nicht einmal die erste Hälfte durch.

Jedenfalls wollte ich auf den merkwürdigen Zufall hinaus, genau. Gestern bewarb ich an dieser Stelle das tolle Schellack-Musikarchiv von Cliff Bolling. Zur Anteaserung band ich zwei der — gefühlt — Millionen Songs unten im Artikel zum Soforthören ein. Der eine davon, After the Ball is Over, hat in diesem Haushalt einen gewissen Stellenwert wegen der, ebenfalls tollen, TV-Serie Carnivàle. Dort ward eine Folge danach benannt und das Lied darin gesungen. Das andere Lied hörte ich mir nur wegen des Titels an, Bei mir bist du schön, denn es kommt ja nicht so häufig vor, dass ein anglophoner Song einen deutschen Titel hat. Es blieb von den etwa anderthalb dutzend Liedern, die ich daneben abspielte, am meisten hängen. Ihr kennt das ja, ein Ohrwurm. Ich entschied mich also, es hier zu posten. Nun lief ich vorhin durch eine Bar in BioShock. Und auch wenn sie halb verwüstet und kein Vergleich zur plüschigen Atmo einer von Kruder & Dorfmeister beschallten Lounge in Berlin Mitte war, funktionierte die Hintergrundbeschallung noch. Und welches Lied kam? Dreimal darfste raten…

Innerhalb von 36 Stunden stoße ich also gleich zweimal in völlig unterschiedlichen Kontexten auf einen Jahrzehnte alten Swing-Song aus den USA. Ich glaube zwar nicht an irgendwelche schicksalshaften Verwebungen, die mich jetzt dazu treiben würden, den Liedtext minutiös zu analysieren, aber ein neuer Punkt auf meiner Liste bemerkenswerter persönlicher Koinzidenzen ist’s schon.

Molekül
Bild: The Joy Of The Mundane (cc)

Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine Studie zur Fremdenfeindlichkeit in Deutschland in Auftrag gegeben: “Ein Blick in die Mitte — Zur Entstehung rechtsextremer und demokratischer Einstellungen” (pdf). Dort werden Gruppendiskussionen ausgewertet, die in verschiedenen Städten gehalten wurden und die die bereits vorher angefertigte quantitative Studie “Vom Rand zur Mitte — Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland” (pdf) ergänzen sollen.

Peter Nowak fasst in der Telepolis die Resultate zusammen. Eigentlich profan ist und doch noch längst nicht überall angekommen: Dass rassistische Einstellungen sich eben nicht (nur) um rechtsromantische Symbole wie Hitlergrüße, Thor Steinar-Jacken, Hakenkreuze oder die NPD-Parteimitgliedschaft scharen wie Motten um die Gaslampe. Sie sind zutiefst in alltäglich von Hinz und Kunz geäußerten Auffasungen verankert. Das neben anderen genannte Beispiel

«Aus der Mitte» weiterlesen

sunflowersIch bin sozialisatorisch ein Kind der 90er und das bringt gewisse Affinitäten mit sich. So wie andere vorher Wham! mochten oder heute 50 Cent als Rolemodel akzeptieren, war Dance der Strampelanzug meiner Pubertät (neben Roxette). Es war (irgendwie) schön! Und auch heute noch wecken manche Melodeien dieser Tage Wehmut und ganz unironische Endorphinschübe bei mir. Da mag der Kulturpapst hämisch lächeln — dass Rave und Eurodance das nächste große Retroding sind, ist meines Erachtens klar wie Buchstabensuppe. Ich bin jedoch skeptisch, ob ich diese Straße noch heruntergehen kann, wenn Mister President und Captain Hollywood wieder als Kirmesbeschallung dienen.

Wie dem auch sei — da uns’ Goron aus seiner Befreundung mit den harten schnellen Takten und wirren inhaltlichen Botschaften der Spaßgeneration (erinnert sich jemand noch an die TV-Berichte über Businessleute, die sich jedes Wochenende mit ihrem Privatjet zu irgendwelchen Raves chauffieren ließen?) gerade keinen Hehl macht, steh ich mal nicht hintan. Folglich folgend: Ntz Ntz Ntz.


(YouTube-Direktlink: RMB – Experience)

Sonnenblumenfeld-Bild: vambo25 (cc)

Zeit für Geständnisse: Vor langer, langer Zeit, ich war so etwa 9, war auch einmal der Chefbefüllungsbeauftragte dieses kleinen Onlinejournals dem deutschen Schlager zugetan. Es lag daran, dass in Bochum der Radiosender WDR 4, bekannt als Ultrakurzfönwellensender mit Wohlfühlgarantie, auf einer einfach zu merkenden Frequenz lag: Hundert. Ich stellte mir das immer auf meinem Radiowecker ein als die Musik, mit der ich den Tag begann. Diese Melodeien von Bands wie Fernando Express, dem guten Matze Reim oder dem nunmehr toten Ibo verfolgten mich dann den ganzen Tag, man hatte einfach immer was zum Summen. Über die Jahrzehnte hinweg gar blieben einige Takte und Worte in meinen Synapsen hängen und tauchen heute unvermittelt wieder auf, so eingängig waren diese Lieder. Irgendwann wechselte ich jedoch auf die “Ruhrwelle Bochum”, auf der eher die englischen Versionen ähnlicher Lieder gespielt wurden und mein Schlagerfantum war vorüber.

Möglicherweise liegt es daran, dass sich auch die dunkle Seite der musikalischen Sozialisation über mich ergossen hat, dass ich später durchaus mit Volksmusik- und Schlagerverhohnepiepelungen etwas anfangen konnte, welche zwar irgendwo ironisch brachen, heute aber dennoch beinahe genauso peinlich sind. Mir gefiel die Technoversion des Milka-Mannes mit dem “It’s cool man” (meine erste CD), ich mochte auch die Eurodance-Abräumer K2 mit dem heute schon sehr bizarr wirkenden Video zu “Der Berg ruft”. Später fieberte ich bei Nussecken und Himbeereis mit “Meister” Guildo Horn beim Grand Prix und war sogar in Wattenscheidt auf einem seiner Konzerte.

So jetzt wisst ihr alles. Warum dieser Seelenstriptease in geschmackshistorischer Hinsicht? Ich will bloß, das ihr nachvollziehen könnt, warum ich den breakenden Schlageryuppie Alexander Marcus lustig finde und vermutlich den Rest des Abends mit einem debilen Grinsen im Gesicht “Papaya, Papaya, Coconut Banana” vor mich hinträllern werde.

Seine anderen Hits, “1, 2, 3″ und “Ciao Ciao Bella” sind, nebenbei, gleichsam sehenswert.

[via Bosch bei Twitter]