Eine etwas merkwürdige Geschichte aus meinem Archiv, die ich nicht als Kapitalismuskritik verstanden wissen will, sondern als klassischen Entwicklungsroman. Viel Freude damit.

Ich bin Einkäufer. “Das bin ich auch!”, mögen Sie jetzt vielleicht sagen, aber ich meine etwas anderes als Ihre wöchentlich stattfindenden Konsumschlachteplatten im Diskont um die Ecke. Ich bin Chefeinkäufer der regionalen Filialen einer Pfennigmarktkette. Sie wissen schon… Diese Geschäfte, in denen überwiegend Ramsch für wenig Geld feilgeboten wird. Sachen die keiner wirklich braucht aus Läden, in denen die Kassierinnen gleichzeitig die Putzfrau ist und deren Verkaufsräume nach einer Mischung aus billigem Holz und den Lösungsmitteldämpfen chinesischen Plastiks riechen. “Radikal reduzierte Restposten” steht bei uns an den Schaufenstern, “Wir sind die Allerbilligsten!” und “Jetzt: der Schnäppchenholocaust”. Na gut, das letzte habe ich erfunden, wird’s aber sicher irgendwann geben.