Archiv für das Schlagwort ‘Quatsch’
Basti erwartet gerade ein neues Telefon, das ihm per Post zugestellt werden soll. Ich nehme an, er wartet noch und hat es heute nicht bekommen, sonst hätte er nämlich Facebook und Co. schon mit sinnlosen Fotos zugemüllt. So würde ich es zumindest tun, wenn ich ein neues Telefon bekäme, was ich hoffentlich demnächst auch tue, worauf ich mich aber nicht freue. Warum denn dies? fragt sich da der Uneingeweihte. Lasst mich also kurz mein unbedachtes Erläuterungs-Potpourri darreichen.
Es war so: Heute unterhielten Basti und ich uns in einem Chatprogramm über dieses ganze Handywarten, Fokus auf die Vorfreude. Wirste ja kirre bei, wenn du das Ding im Internet bestellst und jeden Tag dem Klingeln des Postmanns harrst. Kann meinetwegen auch ‘ne Frau sein. Jedenfalls hatte ich dann einen Gedanken, den ich so passabel fand, dass ihn hier niederschreiben möchte, nämlich den, dass je weniger man sich auf das anzuliefernde Ding freut, desto eher es kommt. Die Anlieferungszeit t in Tagen verläuft also, so besagt meine Theorie, linear zur Vorfreude v in Dezihibbel. In eine knackige Formel gegossen:
Bald beginnt wieder die Zeit, da Papier, Kleister und Pressspan an den Bäumen und Pfählen der Republik verrotten. Ingredenzien, die nicht minder gammelige Produkte, nämlich unsere Parteien, anpreisen. Es geht um die Bundestagswahl 2009. Da zu erwarten ist, dass man im kommenden Wahlkampf wie immer mit Nullaussagen und bizarren Gestalten von schlecht geshoppten Plakaten angeschrien wird, die ja doch nur verschönert oder bis zur Totalvergilbung hängen gelassen werden, habe ich mich entschlossen hier hin und wieder einen Alternativvorschlag zu veröffentlichen. So wie den Herrn Schäuble oben, Parteisymbol und den Namen des Herrn habe ich aus purer Absicht, wegen der Viralität, weggelassen. Es wäre doch toll, sowas mal auf der Straße zu sehen. Mach doch auch mit! Eyecatcher und freche Slogans sind gefragt, Hauptsache, irgendwie unkonventionell — husch husch, ans Werk.
Mein Bloguntertitel “Erkenntnislobbyismus und Quatsch” kommt mir mittlerweile etwas ausgelutscht vor, da muss ich demnächst mal dran feilen. Vielleicht ändere ich ihn in “Wenn ich mal Zeit und Bock habe, veröffentliche ich hier was”, “Lediglich ein Eintrag von fünf angefangenen wird publisht” oder “Nur noch online aus Nostalgie und Prokra Trödelbock”. “Erkenntnislobbyismus” und “Quatsch” decken ja auch kaum das ab, was ich hier zukünftig vermehrt einzupflegen gedenke: Nämlich Haushaltstipps! So etwas gibt es meines Wissens noch kaum in der deutschen Blogosphäre. Gemeint sind damit phantastische Aphorismen wie “Die Axt in der Küche erspart das Buttermesser”, “Wer brät, tranchiert nicht” oder “In der Not trinkt der Bauer Essigwasser”. Aber auch bebilderte Anleitungen werden auf citronengras.de zukünftig Platz finden, dabei natürlich stets im künstlerischen und/oder politischen Kontext. Im Prinzip also alles beim Alten, nur mit einem Tick, einem Schuss, einem Quentchen Hauswirtschaftslehre. Einen ersten Einblick in das neue Konzept gewähre ich nun.
Bitte nicht nachfragen, warum ich mir sowas bei YouTube angucke (das war nur ein blöder Zufall, Herr Wachtmeister, ehrlich!), aber dieser Kommentar ist irgendwie süß:

Da muss ich mich gleich mal revanchieren und unter irgendwelchem skandinavischen Liedgut kommentieren:
swedish rockstars are the best
roxete
abba
ace of bace
refused
rednex
Außerdem — lieber Spammer, der du uns vorhin mit dem Betreff
![]()
erfreutest: Impotenz war interessanterweise schon immer eine Vokabel mit Migrationshintergrund.

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Um 17:00 Uhr Leinfelden-Echterdinger Zeit startete gestern Montenegros Top Level-Domain mit der mutmaßlich hochgefragten Endung .me. Beim Registrar godaddy ging’s hoch her, es herrschte Chaos, allein weil schätzungsweise 87.073 Domaingrabber gleichzeitig den Service stürmten, um sich profane Domainnamen wie hug.me, get.me, throw.me, kiss.me, kill.me, rape.me oder was da sonst noch naheliegt, zu sichern. Die können später beim Verkauf an Leute, die die Domain wirklich brauchen können, nämlich mal richtig Kohle bringen. Zumindest noch so lange bis sich jedermann eine eigene TLD kaufen kann. Citronengras, dein Serviceblog, listet hier ein paar abseitige Domains auf, die noch frei sind[1], nebst einem möglichem Zweck, dem man jene Top-Adresse zuführen könnte.
- windows.me – Ein historisches Archiv für gnadenlos obsolete Betriebssysteme, welche als Abandonware angeboten wird.
- pflau.me – Videosammlung aller von Bastian Schweinsteiger geschossenen Ecken.
- chatraeu.me – Die Abgründe des Internets, gesammelt verlinkt auf einer Seite. Wenn ihr halbwüchsiges Kind diese Seite betritt können sie sicher sein, dass der Termin für das kollektive Selbstmordtreffen schon feststeht.
- gedaer.me – Informationen zur Fleischproduktion der Discounter-Zulieferungsfirmen.
- antifaltencre.me – Fanseite für Uschi Glas
- geschlei.me – Ein Weblog, das täglich automatisiert Trackbacks an Spreeblick sendet.
- verar.me – Ein Selbsthilfeforum für Kunden und Aktionäre großer Hypothekenbanken
- krankheitskei.me – Social Network für Hypochonder. Mit großflächigen Flash-Layer-Ads, die Werbung für Sagrotan beinhalten und ganz sicher geklickt werden.
- seniorenhei.me – Der Pflegesektor boomt ja, dank der Rentnerschwemme. Auf dieser Seite könnte man fein ein Bewertungsportal für Greisenbehausungen unterbringen. Mit ajaxifizierter x-von-5-Sternchen-Einstufung der Kategorien Unterbringung (Pay TV-Kanal mit 24 Stunden-Volksmusikversorgung? Liegendes Schlafen möglich?), Verpflegung (Wird Kantinenfraß warm serviert? Schimmelkulturen aus ökologischem Anbau?) und Betreuung (Verbale Verständigung im Preis inbegriffen? Rasche Versorgung der durch unsachgemäße Behandlung entstandenen Verletzungen?).
Weitere Ideen? Ab in die Kommentare damit.
- Darauf gebe ich keine Garantie! [zurück]
1.: Wegen solcher Videos
2.: Wegen solcher Kommentare

Schön, wenn der Balleroberer gleichzeitig Oberballerer ist.
Auf dem schwarzen Kapuzenpulli des Kunden in der Videothek wölbten sich die Worte “Area Code” über die Nummer 030, Berlins Telefonvorwahl. Ich halte zwar wenig von Lokalpatriotismus, besser als der peinlicherweise mit Strass besetzte Schriftzug Hauptstadtrocker auf von Prekarianerweibchen aufgetragenen Cordjacken — mir nicht bekannt, ob es dieses Kleidung gewordene Verbrechen nun bei Orsay, C&A oder New Yorker gibt — ist das jedoch allemal.
Nun fiel mir nach kurzem Grübeln auf, dass mich auch diese vergleichsweise dezente Variante der Beifallsbekundung für hauptstädtische Lebensart störte: Nicht nur, dass, übersetzt ins Deutsche, “Telefonvorwahl 030″ irgendwie nicht mehr ganz so cool klingt, es wird doch auch die Festnetztelefonie mehr und mehr verdrängt. Im Bereich des möglichen ist es durchaus, dass diese in zehn Jahren nur noch ein Nischendasein fristet und sich die Leute an ihre eigene Vorwahl bloß noch erinnern wie ein Relikt aus längst vergessener Zeit, vergleichbar etwa mit den Postleitzahlen aus der prä-fünfstelligen Ära. W-1000 Berlin 90 schrieb man damals auf Postkarten, die man unter Zwang aus dem Ferienlager verschickte. Arm dran sind die Leute jedenfalls, die in zehn Jahren noch Pullover mit “Area Code – 030″-Verzierung besitzen. Im Sinne der Evolution von Moden wäre es dementsprechend bloß folgerichtig, dass die Kapuzenpullover der mittleren Zehner Jahre Aufdrücke tragen wie “My mobile provider’s number prefix – 0177″ o.ä. Damit der Lokalpatriotismus nicht zu kurz kommt, könnte C&A sein Angebot an Strass besetzten Cordjacken ja noch diversifizieren: “Kreisstadtraver” oder schlicht “Dorfpomeranze” hätten bestimmt auch einen Absatzmarkt.
0:00 müde
1:00 ins Bett
5:00 aufgewacht
6:00 aus’m Bett
7:00 wieder müde, Kaffee
8:30 zur Uni
12:00 wieder daheim
13:00 ins Bett
17:00 aus’m Bett, Kaffee
20:00 irgendwie wach
Ich bin biorhythmisch ein Wrack, völlig durchwalkt. Egal. Schönes Wochenende.

