meist manchmal, selten oft

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sunflowersIch bin sozialisatorisch ein Kind der 90er und das bringt gewisse Affinitäten mit sich. So wie andere vorher Wham! mochten oder heute 50 Cent als Rolemodel akzeptieren, war Dance der Strampelanzug meiner Pubertät (neben Roxette). Es war (irgendwie) schön! Und auch heute noch wecken manche Melodeien dieser Tage Wehmut und ganz unironische Endorphinschübe bei mir. Da mag der Kulturpapst hämisch lächeln — dass Rave und Eurodance das nächste große Retroding sind, ist meines Erachtens klar wie Buchstabensuppe. Ich bin jedoch skeptisch, ob ich diese Straße noch heruntergehen kann, wenn Mister President und Captain Hollywood wieder als Kirmesbeschallung dienen.

Wie dem auch sei — da uns’ Goron aus seiner Befreundung mit den harten schnellen Takten und wirren inhaltlichen Botschaften der Spaßgeneration (erinnert sich jemand noch an die TV-Berichte über Businessleute, die sich jedes Wochenende mit ihrem Privatjet zu irgendwelchen Raves chauffieren ließen?) gerade keinen Hehl macht, steh ich mal nicht hintan. Folglich folgend: Ntz Ntz Ntz.


(YouTube-Direktlink: RMB – Experience)

Sonnenblumenfeld-Bild: vambo25 (cc)

Bratze, Ausschnitt des Covers von Kraft

Was kann ich nur noch in meine Venen pumpen, um den energischen Bässen des kommenden Songs auch nur im Ansatz gerecht zu werden? Spring herum, weine, wirbel mit den Armen ruft sie mir zu, die Musik, aber nix geht mehr. Kraft heißt Bratzes Platte und die Single “Jean Claude” ist ganz klar *d*e*r* [file under:] auf Deutsch gesungene nachdenkliche Elektrostampfer des ausklingenden Jahres.

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(Direkt-Download: last.fm | Bandseite | empfohlen: Coral Cache)

Militärische Orden, kirchliche Weihen, Pfadfinderabzeichen und Ritterschläge gebühren ihnen aber, neben der musikalischen Qualität, dafür

Ist das geil! Man will glatt wieder 19 sein.

Bratze @ Wikipedia (grad erst den Stub erstellt eine Sofortlöschungsdiskussion provoziert) | last.fm | MySpace | Amazon

ist ein Film von 1999. Was er enthält: Eine Milieubeschreibung inklusive Sozialkritik minus Smug, Hedonismus ohne romantische Verklärung des Drogenkonsums. Eine Geschichte von jungen Menschen, die zwischen dem drögen Masochismus alltäglicher Jobroutine und wochenendlichem Selbstvergessen in den Technoclubs von Cardiff pendeln. Hassen und betäuben, vielleicht ein bißchen lieben und das für Leben halten. Streben nach Bedeutung, Kampf gegen die Komplexe. Dabei ist Human Traffic schnell erzählt und detailliert. Aber nicht so stark in einer objektiven, über allen stehenden Realität behaftet, dass das Changieren der Erzählperspektive nicht in einem lustvollen Spiel inszeniert werden könnte und die Selbstbilder einer ja nun mal leider komplett heterogenen Generation[1] nicht ein paar ordentliche Hiebe in jene Gegend abbekämen, bei der ein Faustknuff ein amtliches Maß an Seitenstechen verursachen würde. Und oh die Farben, die Musik, das Lachen… Ein Film mit Seele. Einer meiner, wenn nicht der absolute meiner Lieblingsfilme. Diese Auffassung teilen leider viele nicht, denen ich den Film in der Videothek andrehe. Aber ich liebe ihn und es ist schon sträflich, dass ich das Ding in anderthalb Jahren Bloggen bis jetzt nicht einmal erwähnt habe.

Human Traffic @ Wikipedia DE Wikipedia EN IMDB Amazon

  1. Nein! ich hab’ das G-Wort gesagt!!!1 [zurück]