Nu reichtet aber auch mal wieder. Der Tannebaum bleibt stehen, aber hier geht’s weiter. Noch 53einhalb Stunden, Es böllert draußen schon und bald ist neues Jahrzehnt. Komm mir hier jetzt nich mit “2011 erst, weil…”, da muss ich dich nämlich leider verhauen, das geht mir so ab, dieses stoische “Ich hab das mal in der Hamburg-Mannheimer Allgemeinen Sonntagszeitung gelesen, die Zeitrechnung fing mit 1 an und das ist eben so, ich feier das erst nächstes Jahr”. Nix. Wenn einer geboren wird, z.B. Jesus Christus, ist der doch auch nicht gleich 1 Jahr alt. Die 1 muss stehen, aber an vorletzter Stelle reicht. Ich sehe das auch ein bisschen magisch, so ein neues Jahrzehnt bringt viele Veränderungen, erwartet man zumindest. Für mich persönlich stimmt das sicher, hat aber 2009 eigentlich schon angefangen. Es wird ja viel schlechter gemacht, als es ist, auch das Bild hier an der Seite deutet das an, wirkt so’n bisschen deprimierend und kulturkritisch, aber eigentlich muss ich sagen, war 2009 ein ziemlich gutes Jahr, für mich persönlich jetzt, und ich setze darauf, dass es so bleibt. Warum auch nicht? Ich wünsche allen nachträglich ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und im Voraus ein gutes neues Jahr(zehnt). Na, rutscht mal gut rein, Leute.

Wenn eines im Leben sicher war, dann der traditionelle Berliner Ballen, den Roland Koch mit einer dicken, braunen Schicht Schokoladenglasur stets am Silvesterabend zu vertilgen pflegte. Bei den Wählern (“meine” Hessen) kam dies gut an. Bild: partykamera (cc)

Nach dem miserablen Ergebnis der verkaufsoffenen Adventssonntage war den Verantwortlichen im Einzelhandel klar: Der Fisch stinkt vom Kopf, schnelle und konsequente Maßnahmen sind vonnöten.

Die Chinesen waren schon in der Altsteinzeit wahre Meister im Entfachen atemberaubender Feuerwerke.
Draußen bupperts schon den ganzen Tag und 10 Milliarden Bekloppte stehen sich am Brandenburger Tor die Beene in’ Bauch. Und auch hier beginnt sich der Biowecker auf ein breites Zweitausend mit einer schönen runden Acht hinten einzustellen. Da wird das Salzgebäck geöffnet und das Raclette aufgeheizt, um dem vergreisten 2007 mit einem Gemisch aus Fett (bindet den Geschmack) und Mononatriumglutarmat (verstärkt den Geschmack) einen adäquaten Abgang zu verschaffen. Um Mitternacht darf’s dann auch mal ein Piccolöchen sein (Scherz).
Wünsch’ euch jedenfalls jutn Rutsch und ein vertikales neues Jahr.
Der Zufall wollte es, dass wir letztes Jahr zu Silvester kurzfristig von Friedrichshain nach Charlottenburg und zurück, beides vor Mitternacht mussten. Für Uneigeweihte: Das ist einmal horizontal durch Berlin. Ost-West-Ost. Amüsant dabei war, zu sehen, wie Touristenhorden in grölender Vorfreude gegen 9 zur Straße des 17. Juni pilgerten und wie betreten eben diese Horden auf dem Rückweg, so gegen 11, dreinblickten. Trotz Suff. Es war einfach zu voll auf der Meile.
Soll heißen: Falls noch irgendwer mit dem Gedanken spielt – tu’s nicht. Auf der Fanmeile im Sommer war’s warm und alle waren guter Dinge, da macht die Enge nix. Silvester am Brandenburger Tor hingegen ist unspektakulär, anstrengend und langweilig. Ich hab da den sogenannten Milleniumwechsel erlebt. Um Punkt 00:00 Uhr nahm ich eine ungewollte Sektdusche, es war kalt an diesem Abend und es dauerte ewig, bis ich zuhause war.
Bitte bewerft keine Leute mit Böllern und vor allem: werft sie nicht in Kinderwagen. Am besten lasst ihr es ganz. Es kostet, stinkt, nervt und Geister vertreibt man damit auch nicht.
Heute Nacht dürfen wir jedoch ansonsten über die Stränge schlagen. Morgen müsst ihr aber wieder brav sein, denn im nächsten Jahr werden wir alle DEN GÜRTEL ENGER SCHNALLEN.
In dem Sinne,
So this is the new year
and I don’t feel any different