meist manchmal, selten oft

Archiv für das Schlagwort ‘Software’

sarko
Foto: Francois (cc)

In Frankreich wird eine neue Behörde gegründet, die Filesharing verfolgen soll. Bei mehrfacher Zuwiderhandlung sollen Internet-Anschlüsse sanktionierend gekappt werden. Applaus gab’s von der Contentmafia Contentindustrie, die die entsprechenden Entscheidungen freilich massiv angeschoben hatte. Als Zuckerbrot für den redlichen Untertan gibt’s ein Verbötchen von DRM. Mehr bei der Tagesschau und gulli.

Ich glaube nicht, dass sich Filesharing, trotz solch enormer politischer Eingriffe, noch in irgendeiner Weise eindämmen oder gar wirkungsvoll verhindern lässt. Eher dürften sie befördern, dass die User auf anonyme Systeme wie ANts P2P und MUTE oder in Freundesnetzwerke wie ExoSee und AllPeers (das seit meinem enttäuschten Resumée von vor einem Jahr ziemlich poliert wurde) wechseln, mal ganz abgesehen von den guten alten transportablen Festplatten, deren Kapazität sich auch nicht verringert. Was bleibt ist ein fader Eindruck davon, wie viel Einfluss Lobbyisten auch in Frankreich haben (Verweis auch nochmal auf das Verbot in Frankreich, Software zu programmieren, die zum illegalen Tauschen urheberrechtlich geschützten Materials verwendet werden könnte), welche Gängelung und Kriminalisierung der Bürger im Namen der Wirtschaft möglich sind und welch größenwahnsinniger Freak zu sein Sarko immer wieder zu beweisen imstande ist.

[Update:] Heise berichtet auch. Interessant, neben den nun staatlich forcierten, aber bereits heute veralteten Techniken zur Filesharing-Filterung, die die Provider einsetzen sollen, ist Sarkos Militär-/ Kriegsmetaphorik:

Wie der französische Präsident Sarkozy am gestrigen Freitag sagte, sehe er die Vereinbarung zwischen dem Staat, den Internetprovidern und den Contentanbietern einen “entscheidenden Schritt für den Fortschritt des zivilisierten Internet”. Hier gebe es eine “neue Grenze”, ein “neues Reich zu erobern”. Wenn man nicht handeln würde, entstehe mit den Breitbandverbindungen für die Filmindustrie dieselbe Gefahr des wirtschaftlichen Niedergangs wie für die Musikindustrie. Man riskiere, eine “wirkliche Kulturzerstörung” zu unterstützen, wenn man nicht mit “intelligenten Mitteln” einschreite.

Ein kleiner Napoleon, oder?

feeds

Momentan versuche ich, meine Bloglesegewohnheiten umzustellen. Anstatt auf allen Rechnern verteilt Feeds im Firefox als Dropdown-Menü zu abonnieren, habe ich jetzt den Versuch unternommen, lokal und browsertechnisch unabhängig zu werden. Statt obige Feedwüste, zumindest etwas lesbarer gemacht mit dem sehr nützlichen Firefox-Plugin LiveClick, weiter zu pflegen, installierte ich mir den Open Source-Online-Feedreader Gregarius (bei vcpi entdeckt – Danke!) mit dem sehr übersichtlichen Liliana-Theme. Das war ähnlich trivial wie eine WordPress-Installation. Trotzdem muss ich mich an diese Art, Feeds zu lesen, noch gewöhnen. Einerseits ist das schön übersichtlich – ungelesene Beiträge oben, AJAX, schnelle Übersicht, wo’s neue Posts gibt, hinzufügen von neuen Feeds per Bookmarklet, trafficarme WAP-Version zum mobilen Lesen[1] und so weiter. Andererseits kann man natürlich nicht mehr die Kommentare bei Blogposts sehen und auch das fehlende “Outfit”, das Design-Drumherum der einzelnen Blogs, lässt Identity lacken. Aber schon Urgroßtante Irmgard gab mir folgende Weisheit mit auf den Lebensweg: Man kann eben nicht alles haben.

Gregarius Screenshot

Wer mag, kann mal reinschauen und sich selbst ein Bild machen:

greg.citronengras.de

Ist natürlich “beta”, am Outfit schnibbel ich sicher noch rum und die Feeds sind auch noch nicht komplett. Aber so ungefähr kann man sich das vorstellen.

P.S.: Kleine Frage. Die aktuelle Version von Gregarius ist schon steinalt, obwohl das Programm immer noch gepflegt wird. Weiß einer, wie man ein SVN-Build erstellt? Irgendwie stelle ich mich dafür zu blöd an.
//edit: Problem gelöst! Hier auf “Zip-Archive” klicken. Yay!

  1. toll in Verbindung mit der 90°-Displaydrehfunktion in der neuen Beta von Opera Mini [zurück]

Eli & Alyx

ubuntu_editions

Wikipedia: Inoffizielle_Ubuntu-Derivate

Auf die Frage “Angenommen, du wärst Hollywood-Drehbuchautor und müsstest eine Handlung erfinden für eine schmierig-billige ‘romantische Komödie’ mit Adam Sandler oder so – wie würdest Du darin einen total nerdigen Geek oder einen total geekingen Nerd so abziehbildhaft wie nur möglich (das Publikum will es so) auftreten lassen?” würden sicher nicht wenige antworten: “Nun, ich würde ihn einfach so viele Nerd- und Geek-Klischees wie möglich abarbeiten lassen. Denkbar wäre auf der Handlungsebene etwa folgendes: Der Protagonist erkämpft sich in wochenlangem minutiösen und zeitraubenden Training die weltweite Highscore in einem Computerspiel, er nimmt dies als Video auf, unterlegt es mit möglichst nerdiger Musik, lädt es auf YouTube hoch und stellt dieses Video dann auch noch in sein Weblog.”

Nun, äh, *räusper*… hier ein Mitschnitt meines ganzen Stolzes Weltrekordes auf einer Strecke des PC-Autorennspiels Trackmania United.


(YouTube-Direktlink)

screenshot

Strange, ausgerechnet das seriöseste und vermutlich meistverwendete wird unterkringelt. Zum Verständnis: Meine Freundin arbeitet gerade an einer stimmungsvollen Charakterisierung eines Hallenbades, zu der natürlich auch geruchliche Eindrücke gehören.

Mich erinnert das an die Tatsache, dass meinem Kumpel T. seinerzeit beim SMS-Tippen auffiel, dass das T9-System auf Mobiltelefonen von vornherein erstaunlich viele Begriffe mit nationalsozialistischem Bezug “kennt”. Wer’s ausprobieren will, tippe ein: Nazi, NSDAP, Heil, Hitler, Gestapo, Auschwitz, Sachsenhausen, Vergasung und probiere weiter rum. Seltsam angesichts der Tatsache, dass bis vor nicht allzulanger Zeit der Platz auf Handys, auch für die T9-Wortbibliothek, arg begrenzt sein musste und ja auch der Prozessor sparsam zu arbeiten hatte. Warum da wohl ausgerechnet solche Wörter eingepflegt wurden?

Irgendwie ist mir dieses Mauspfeilverfolgungsaufnahmegerät für’s Blog gruselig. Warum? Einfach so. Ich denke ich werde mir angewöhnen, fortan schweinische Bildchen mit dem Mauspfeil zu zeichnen, wenn ich eine Seite lese von der ich weiß, dass das da verwendet wird. Har Har.

Nee, ich werf das gleich in meinen Adblocker. Da ist noch ein Platz frei, direkt neben Google Analytics.

[via]

Ich bin der festen Überzeugung, dass jedem, dem in der Kindheit durch rauschhaftes Daddeln die passenden, nämlich 8-bittigen, synaptischen Verbindungen im Haupte angelegt wurden, dies gefallen wird: Der Angry Video Game Nerd, auf den ich auch schon wieder viel zu lang nicht aufmerksam gemacht habe, heute auseinandernehmend: Die Ghostbusters. Jene merkwürdigen Kindheitshelden, die in meiner Individualhistorie verankert sind über ein allererstes und traurigerweise nicht letztes Panini-Sticker-Sammelalbum. Hier jedoch: Auf dem NES!


(Gametrailers-Direktlink)

Und dazu gibt es auch einen nicht minder interessanten zweiten Teil, mit einer Analyse des Abpanns und Einblicken in die Versionen auf anderen Konsolen – von Atari bis Master System. Denn damals wie heute gilt: Ist das Spiel auch noch so mies, eine teure Lizenz gehört ausgeschlachtet!


(Gametrailers-Direktlink)

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Bild: Marc Bernet (cc)

Mal nebenbei erwähnt, ich habe mich endlich mit E-Mail-Verschlüsselung auseinandergesetzt und ausgestattet. Nicht ganz trivial war das für einen Laien wie mich, vor allem das Konzept mit den öffentlichen und privaten Schlüsseln zu verstehen – deswegen hat es auch erst im dritten Anlauf geklappt. Jetzt aber geht das einigermaßen und endlich kann ich wirklich guten Gewissens an unserem Herrn Bundesinnenminister und den anderen Datenschutzgauleitern herumkritteln.

Das doofe ist, Verschlüsselung mit GnuPG /OpenPGP funktioniert nur, wenn Sender und Empfänger das gleichsam einsetzen. Deswegen ab jetzt auch von mir die bekannte Litanei: Schlüssel deine Mails ver! Aber warum sollte man das überhaupt tun? Nun, erstens kann dir jedes Würmchen böswillig eine E-Mail mit falschem Absender unterjubeln. Wenn Du Lokführer bist und eine Mail von mehdorn@bahn.de bekommst, in der steht, dass Du gefeuert bist und du dich deswegen vor dein Arbeitsgerät wirfst, dann ist das unter Umständen ein Fall für die Rubrik “dumm gelaufen”. Mit Signierung weißt Du immerhin, dass die Mail tatsächlich vom Bahnchef stammt.

Dazu kommt als noch zentralerer Punkt, dass eine Mail zwischen Sender und Empfänger einige Zwischenstationen durchläuft und für jeden im Klartext lesbar ist, wenn sie nicht verschlüsselt ist. Darunter möglicherweise das US-amerikanische globale Überwachungssystem Echelon und/oder das BKA. Schon gewusst, jeder deutsche E-Mailprovider mit mehr als 1000 Kunden muss eine Schnittstelle für unsere Freunde in grün einrichten. Juchheissa, wer jetzt ruft, er habe ja nix zu verbergen – ja, aufgeklärte Masse, solche Leute gibt’s – poste doch bitte in die Kommentare die pikantesten Stellen der privaten Korrespondenz mit seinem Lebensabschnittsgefährten. Ich verspreche, die Erkenntnisse nur für den Kampf gegen den Internassjorismus[1] zu verwenden. Lechz.

Nee, mal ernsthaft. E-Mail-Encryption ist das, was ein Briefumschlag für Briefe ist. Alles was über das Niveau einer Kreuzworträtsellösungsgewinnspieleinsendung oder Urlaubspostkarte hinausgeht, wird im herkömmlichen Briefverkehr eingetütet, weil das ja nicht jeder Honk mitlesen soll. Analoges sollte im Digitalen ebenfalls gelten: Verschlüsselt gehört, was verschlüsselt geht. Auch und gerade unwichtige Mails. Schalte in den Widerstandsmodus. Bewirf jeden mit faulen Eiern und Tomaten, der sich weigert dies zu tun.

Ich will mich gar nicht blamieren, indem ich sage, das geht so und so, installier dir das und das. Eine leicht verständliche Anleitung für die populäre Kombination [Windows - Mozilla Thunderbird - blutiger Anfänger] gibt es bei Gulli. Plugins gibt es aber auch für alle gängigen Mailprogramme auf allen gängigen Betriebssystemen und sogar Browserplugins für Webmailer wie Google Mail. Auch hier also leider: Keine Ausrede.

Mein Public Key.

  1. Dergestalt abgeschliffen spricht jeder Innenminister, der etwas auf sich hält “Internationaler Terrorismus” aus. [zurück]

two worlds

Heute abend oder morgen werde ich schwitzendhändig beim örtlichen Fachhändler für virtuelle Unterhaltung (nicht das was Lieschen Müller unter virtueller Unterhaltung versteht – kein Mensch ausser unterbeschäftigten Zeitungsredakteuren interessiert sich für Second Life; nein, eher die Sorte virtueller Unterhaltung, die Günther Beckstein als Killerspiel versteht) das nagelneue “Two Worlds” erstehen. Ich hege ja immer noch die Hoffnung, dass ein vernünftiges Offline-Rollenspiel nach Gothic 3 2 möglich ist. Tasse Tee oder auch mal ein Glas Wein, Schummerlicht, ein Kätzchen auf dem Schoß und Monster schnetzeln – das ist es was ich u.A. unter Abendunterhaltung verstehe. Um ehrlich zu sein, ich freu mich wie Bolle.

Besteht Bedarf an Erlebnisberichten?