
Bild: The Joy Of The Mundane (cc)
Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine Studie zur Fremdenfeindlichkeit in Deutschland in Auftrag gegeben: “Ein Blick in die Mitte — Zur Entstehung rechtsextremer und demokratischer Einstellungen” (pdf). Dort werden Gruppendiskussionen ausgewertet, die in verschiedenen Städten gehalten wurden und die die bereits vorher angefertigte quantitative Studie “Vom Rand zur Mitte — Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland” (pdf) ergänzen sollen.
Peter Nowak fasst in der Telepolis die Resultate zusammen. Eigentlich profan ist und doch noch längst nicht überall angekommen: Dass rassistische Einstellungen sich eben nicht (nur) um rechtsromantische Symbole wie Hitlergrüße, Thor Steinar-Jacken, Hakenkreuze oder die NPD-Parteimitgliedschaft scharen wie Motten um die Gaslampe. Sie sind zutiefst in alltäglich von Hinz und Kunz geäußerten Auffasungen verankert. Das neben anderen genannte Beispiel

Bild (selten ein passenderes gefunden): jksimpson (cc)
Einen klugen kleinen Eintrag hat La Deutsche Vita da verfasst, welcher der Frage nach den Konstruktionsmodi deutscher Identität nachgeht. Erst überraschende, dann aber schlüssige Conclusio: Die Entwicklung geht weg vom Konsens über Gemeinsamkeiten und bewegt sich zu einem darüber, wer, wie oder was man nicht sein will, welche Werte man nicht teilt.
Man definiert sich durch das, was man nicht ist oder nicht sein will. Und diese Form der negativen Identitätsbildung durch Ausgrenzung ist in Deutschland schon weiter fortgeschritten, als mancher annehmen möchte. So definieren sich die Deutschen immer häufiger dadurch, dass sie gegen etwas sind. Gegen Tierversuche, gegen Bürokratie, gegen militärische Interventionen oder gegen das Rauchen in der Öffentlichkeit. Das drückt sich nicht nur in der Werbung aus, wo fast nur noch mitgeteilt wird, was das jeweilige Produkt nicht ist (ohne Gentechnik, ohne Farb- und Konservierungsstoffe, ohne künstliche Aromen, strahlungsarm, ohne Zucker etc.), sondern auch in der Politik, wo Gebote immer mehr durch Verbote aller Art ersetzt werden. Dabei scheint der identitätsstiftende Gehalt eines Verbotes umso größer zu sein, je stärker es in die persönliche Privatsphäre eingreift. Verwundern muss das niemanden, denn nur wenn ein kollektives Verbot von jedem Einzelnen verinnerlicht wird, kann es identitätsstiftende Wirkung entfalten.
Intelligenz meint, ein gegebenes Problem möglichst geschickt, also mit so geringem Aufwand wie möglich und unter Einbeziehung und Abstraktion bestehender Ressourcen und Erfahrungen, zu lösen. Würde ich sagen. Die Tatsache, dass verschiedene Kulturen unterschiedliche Arten zu Denken entwickeln mussten, um bestangepasst in ihrer Umwelt zu bestehen, ist erst einmal profan. Ein australischer Ureinwohner muss nicht viel von Algebra oder dem syntaktischen Aufbau eines Sonnets verstehen — er ist intelligent, wenn er sich geschickt anhand der Gestirne orientieren, in der Wildnis überleben und ein Feuer entfachen kann. Darüber, ob die jeweils vorteilhaften Individualeigenschaften sozial, genetisch oder in einer Mischung aus beidem vererbt werden, dürfte sich streiten lassen.
Im Deutschlandradio-Interview mit Bildungsforscher Heiner Rindermann (zum Hören: Flash | mp3) zieht der Interviewte zu dieser Frage lässig die vom Burt-Skandal geschüttelte Zwillingsforschung heran — nicht sonderlich seriös. Eine unseriöse Basis hat dessen Untersuchungsobjekt — Intelligenzunterschiede zwischen den Rassen — auch deswegen, weil, obwohl eingangs das Gegenteil behauptet wird, als Maßstab eben genau die westlich dominierte Version von Intelligenz angelegt wird. Diese sind freilich dank der omnipräsenten Skala “IQ” schon eindimensional genug ist. Das Ergebnis, es gebe über- und damit unterlegene Rassen, ist so zwangsläufig. Metaphorisch: Man stelle sich vor, eine Flasche Moet Chandon mit einer Flasche Wodka Gorbatschow zu vergleichen und als einziges Kriterium den Alkoholgehalt heranzuziehen.
Die Grenzziehung, die Rindermann vornimmt ist eine “zwischen Weißen, zwischen Schwarzen und zwischen Asiaten als die drei Großgruppen” und damit willkürlich, weil sie bereits auf einer rassistischen Grundannahme konsistenter kultureller Eigenschaften auf Basis der Hautfarbe, Kopfform oder sonstwas[1] beruht. Mal abgesehen davon, dass die Umwelt und Ausprägungen des Wissens eines durchschnittlichen Japaners in Tokio und der eines europäischen Großstadtbewohners heute einander wesentlich näher sind als die desselben Japaners und, etwa, eines chinesischen Bauern, lässt der Forscher auch außer Acht, dass seine Einteilung keine Übergänge, keine Mischungen der Rassen einbezieht und auch nicht der Frage nachgeht, wie groß der Anteil der genetischen Voraussetzungen, sprich: das Talent, im Vergleich zu den Faktoren Umwelt und Bildung auf die Intelligenz des Individuums sind.
Der dickste Hund allerdings ist der, dass Rindermann, anders als er sich zum Schluß verteidigt, meines Erachtens keineswegs im Sinne des Postulats wissenschaftlicher Wertfreiheit forscht.
Gut, Sie haben jetzt aber gefragt, warum man so etwas erforschen sollte. Die OECD, die macht ja beispielsweise international vergleichende Schulleistungsstudien, um festzustellen, wo Schüler mehr lernen, wo sie über höhere Kompetenzen verfügen, und man nimmt an, dass diese Kompetenzen – auch unter dem Begriff Humankapital – zum Beispiel relevant sind für Wirtschaftswachstum, für wirtschaftliche Produktivität, aber auch für andere, positiv bewertete, gesellschaftliche Phänomene wie zum Beispiel Demokratie, oder auf individueller Ebene zum Beispiel Gesundheit.
Nicht nur seien, so Rindermann, manche Völker bzw. Rassen demokratiefähiger als andere, was im Grunde schon Kulturalismus par Excellene ist. Nein — hier blitzt für einen kurzen Moment unverhohlen auf, worum es eigentlich geht. Die Nutzbarmachung des Menschen als Rohstoff, seiner Arbeitskraft, seiner Produktionseffizienz. In der Summe ein auf Rasse und Effizienz reduziertes Menschenbild das hier als positiv und Identität stiftend hingestellt wird.
Ja, sie [die Unterschiede zwischen den Kulturen] sind nicht unveränderlich, das ist höchstwahrscheinlich richtig, aber wir wissen nicht, ob nicht das Muster der Unterschiede immer gleich bleibt. Es könnte zum Beispiel sein, dass in 100 Jahren auf einem höheren Niveau weiterhin solche Unterschiede bestehen, zum Beispiel, weil Ostasiaten besonders fleißig sind und sie einer Kultur angehören, die Fleiß sehr honoriert und diese Art von Kultur ändert sich auch nicht so schnell im Vergleich zum Beispiel zur europäischen oder schwarzafrikanischen oder sonstigen Kulturen.
Fleiß (eigentlich: Fleiß im Sinne der Produktion[2] ) ist ein anerzogener bzw. gesellschaftlich oktroyierter Wert, keine genetisch beeinflusste Eigenschaft. Fleiß zu naturalisieren bedeutet, den Unfleißigen Widernatürlichkeit zu unterstellen. Wenn es nicht so abgedroschen klänge, würde ich an dieser Stelle sagen, dass die Forschung Rindermanns Ausdruck des immer totaler werdenden Primats einer nach nach ökonomischen Kriterien ausgerichteten Weltanschauung ist. Die Tatsache, dass selbst intelligente Leute zu blind sind, das nicht als Ideologie zu sehen ist Ergebnis der vollendeten Naturalisierung. Und ziemlich traurig.
- hab im Rassenkunde-Unterricht nicht aufgepasst [zurück]
- Das musste ich an dieser Stelle verdeutlichen, weil ich nämlich auch jemanden, der stundenlang vor dem PC sitzt, um seinen “World of Warcraft”-Charakter hochzuleveln, fleißig finde. Ähnlich verhält es sich mit Disziplin/ Unterordnung, die es nicht nur in Schule und Job gibt, sondern auch im Counterstrike-Clan. [zurück]
Bei der gestrigen feierlichen Eröffnung des military studies/ Militärsoziologie-Studiengangs an der meinigen Alma Mater Uni Potsdam, welcher verdammicht eng mit der Bundewehr kooperieren wird, soll es, neben spektakulärem Störauftritten der Clown’s Army auch beinahe zu Handgreiflichkeiten gekommen sein. Allerdings nicht seitens der “Militanten”, sondern des Lehrpersonals. Das habe ich nur über Dritte gehört und inforiot / freie-bildung-berlin schweigen sich zu diesen Spezifika aus. Aber schon interessant. Ich symphatisier’ mit solchen, die da antimilitaristisch aktivistisch sind (würde mich selbst sowas aber nie trauen).
Lysis gräbt ein nettes Video von Luhmann aus und schreibt etwas über ihn. Interessant, dass der auch in der NSDAP war, aber das scheinen ja irgendwie alle damals gewesen zu sein. Davon abgesehen: Ich finde es auch immer wieder befremdlich, mit welchem Eifer sich die Studierendenschaft am Anfang jedes Semesters besonders auf die Systemtheorie-Referate stürzen. Okay, mag sein, dass mein Verhältnis zu dem Kram allein deswegen schon gestört ist, weil es als allererstes ein reichlich selbstgerechter Mathematiker im näheren Umfeld war, der sie mir als Erklärung aller gesellschaftlicher Phänomene verkaufen wollte. Aber auch bei näherer Betrachtung (und ich fand Luhmann nie sonderlich einfach zu lesen) ist mir das nix. Ich als Sklave binärer Entscheidungssysteme? Systemische Ausdifferenzierung als Kennzeichen einer Moderne, in der Politik von Hollywood-Schauspielern und Wirtschaftslobbyisten gemacht wird? Oft hatte ich das Gefühl, die Theorie sei komplexer als die Realität, die sie beschreiben soll. Strukturelle Kopplung my ass. Da dieses Blog hier unwissenschaftlich ist und das Semester eh erst übermorgen beginnt, darf ich an dieser Stelle auch noch anmerken, dass mich Luhmann irgendwie an Wolfgang Schäuble erinnert.
Du denkst, das klingt arrogant? Dann schau dir mal die straff reaktionäre christliche Fundamentalistin Ann Coulter und ihre Sicht auf’s Judentum an. Na gut, das hat nix mehr mit Soziologie zu tun. Aber mit Drogen u.U. durchaus. [via]
Wirklich hervorragend, die Untersuchung “Deutsche Zustände 2006″ des Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer (Zusammenfassung in der ZEIT), in dem die aktuellen Ausprägungen von Rassismus in Deutschland untersucht werden, den er zutreffend “gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” nennt. Beklemmend finde ich, dass er meine subjektive Erfahrung und Deutung dahin gehend vollständig empirisch bestätigt. Heitmeyer benennt eine sprunghaft angestiegene irrationale Furcht vor allem vor Muslimen in den letzten Jahren, sowie erhöhte Empfänglichkeit für abgrenzend-verallgemeinernde Charakterzuweisungen auf ganze Volks-, Religionsgruppen und Ethnien, die durch Faktoren wie Patriotismuskampagnen (“Du bist Deutschland”, “gesunder” Patriotismus bei der WM), Wohnen in strukturschwachen, ländlichen Regionen und die Zugehörigkeit zur Mittelschicht verstärkt werden. Abgrenzung nach “unten” sei dabei ein Motiv für Letztgenannte. Das Interview mit Heitmeyer in der taz ist in Bezug auf die gesellschaftlich absolut salonfähige Islamophobie ebenfalls aufschlussreich:
Leute, die Vorurteile haben, (springen oft). Heute sind sie gegen Juden, morgen gegen Homosexuelle. Es nutzt nicht viel, nur Antisemitismus oder Rassismus abzufragen. Man muss alles – also das, was wir “gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” nennen – in den Blick nehmen.
und
(…) normalerweise gilt: je höher die Bildung, umso weniger Abwertung. Das stimmt in Bezug auf Obdachlose, Homosexuelle, Juden, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus und Rassismus. Nur beim Islam ist das anders. Dort schützt Bildung weniger vor der generalisierten Abwertung der Kultur des Islam.
Manchmal stelle ich mir vor, dieser Tage ein türkischstämmiger Muslim zu sein. Alle würden von mir verlangen, irgendeine ominöse Leitkultur zu akzeptieren. Ständig müsste ich mich rechtfertigen, Muslim zu sein und ständig würde ich mit Argusaugen betrachtet – ich könnte ja ein Terrorist sein. Die wenigen in meinem Kiez die “Deutsch” aussehen, leben mir genausowenig ein auf Toleranz basierendes Wertesystem vor wie meine Eltern. In der Schule bin ich von vornherein auf Arbeitslosigkeit programmiert. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendjemandem in diesem Land etwas wert bin, so sehr ich mich auch anstrenge. Denn jeder, der mir auf der Straße entgegenkommt, sieht in mir – nein, nicht den jungen Mann, nein, nicht den Hip Hopper, nein, auch nicht den hedonistischen Konsummaterialisten. Für mich gibt es im Alltag ausserhalb meiner Community nur eine Kategorie: Türke. Oder Moslem, was im Prinzip gleichbedeutend ein negatives Attribut ist. Der einzigen Weg, den ich beschreiten kann, ist der innerhalb meines Milieus, denn jahrzehntelang wurde es politisch versäumt, dieser Entwicklung zur Parallelgesellschaft entgegenzuwirken. Und heute wagt es irgendein FAZ-Feuilletonist, ein CSU-Mann, der noch schlechter Deutsch spricht als ich oder ein Brandenburger Neonazi, von mir Integration zu verlangen?
Man kann es durchaus mit der Angst bekommen, in Deutschland zu leben. Diese Studie ist sehr gut und zeigt zudem warum die Soziologie eben doch nicht so lebensfern ist. Davon abgesehen finde ich, dass eine Betrachtung der Medien in dem Mosaik fehlt. Das Bild von Migranten, Juden, Muslimen, Homosexuellen, etc. wird maßgeblich von ihnen bestimmt, gerade in Gegenden und Milieus, die keinen persönlichen Kontakt zu genannten Gruppen, sei es aus Gründen der Distinktion oder schlicht der Wohnumgebung, haben. Und wenn der SPIEGEL bspw. vom Islam sehr ausführlich, aber grundsätzlich in negativen oder abwertenden Kontexten berichtet, sieht man auch einen Ausgangspunkt für solche Meinungen, die sich mehr und mehr im Mainstream verhärten.

Etwas Unterricht in Sachen Unterschicht für Münte, Söder und Freunde.
- Unterschicht ist eine Kategorie in verschiedenen Modellen gesellschaftlicher Differenzierung.
- Die Soziologie, genauer: die Sozialstrukturanalyse, kennt noch andere Kategoriensysteme zur gesellschaftlichen Differenzierung: Von Marxens alter Klassentheorie (etwas outdated) über Webers Stände, Dahrendorfs “Haus” und Bourdieus Milieus bis hin zu aktuellen Marktforschungsinstrumenten wie den SINUS-Milieus.
- Jedes dieser Systeme ist ein Modell: Ein vereinfachendes Abbild der Wirklichkeit, ein bisschen wie eine Brille mit farbigen Gläsern. Manche Farben sieht man, andere (die einen nicht interessieren) nicht. Modelle sind deswegen wichtig, weil man die ganze Komplexität der Welt wissenschaftlich nicht erfassen. Deswegen beschränkt man sich in einem Modell auf einige Aspekte der Wirklichkeit, um nur bestimmte Sachverhalte zu überprüfen: Für einen Marktforscher macht es wenig Sinn, den Bildungsgrad der Eltern eines potentiellen Kunden zu untersuchen, während das statistische Bundesamt zwar interessieren könnte, wieviel im Monat für Kleidung ausgegeben wird – aber nicht welcher Marke.
- Der Begriff Unterschicht kommt in vielen dieser Modelle vor (z.B. hier). Seine negative Konnotation erhielt er, meine Vermutung, nicht zuletzt durch Harald Schmidt (“Unterschichtenfernsehen”). Das ändert aber nichts an der Wertfreiheit des Begriffs in der wissenschaftlichen Sphäre. Er umfasst heutzutage im Allgemeinen neben einer ökonomischen Schlechterstellung auch Merkmale wie Bildungsarmut, Chancenlosigkeit, schlechte Gesundheit und Ernährung, Tendenz zu Süchten und Depressionen.
- Dieser Schicht zu entrinnen ist in kaum einem Land so schwierig wie in Deutschland – sowohl auf individueller Ebene als auch zwischen den Generationen. Man spricht hier von fehlender bzw. ausschließlich nach unten weisender sozialer Mobilität .
- Die Frage, ob eine Unterschicht existiert, ist also vom wissenschaftlichen Standpunkt her nicht klar zu beantworten. Es ist die Frage danach, mit welchem Modell man die Welt betrachtet. Vergleichbar ist das vielleicht mit Musikrichtungen: Gibt es “Emo”? Oder ist etwas “Rock”? “U-Musik”? “Krach”? Eine Frage, die keinen Sinn ergibt. Dennoch gibt es die einzelnen Phänomene. Nur weil man sie nicht benennen mag, weil sie ein Politikum darstellen, heißt das nicht, dass sie nicht existieren. Münteferings Sicht ist also in gewisser Hinsicht nachvollziehbar, spricht aber Bände über seine Fähigkeit, wahrzunehmen und zu abstrahieren, sprich: zu denken. Helfen könnte da aber bereits das schmale Heftchen “Sozialer Wandel in Deutschland” von Rainer Geißler, das es seit Jahren kostenlos (auch für MdB!) bei der Bundeszentrale für Politische Bildung sowie den entsprechenden Landeszentralen gibt. Hier in Berlin ist das Ding am Anhalter Bahnhof.
- Leider wird die Diskussion in ein paar Tagen abgeebbt sein. Dabei umfassen ihre Konsequenzen heutzutage fast alle politischen Bereiche. Beinahe jede gesellschaftliche Diskussion der letzten Monate in Deutschland hatte sehr direkt mit Armut und Chancenlosigkeit zu tun. Der ansteigende Rechtsradikalismus, Politikverdrossenheit, Kindesmisshandlungen und -tötungen sind verschiedene Seiten der gleichen Medaille. Die Rütlischule litt unter genau dieser Problematik, aber mit dem Moslem-Bashing wurde ein willkommener Realitäts-Katalysator gefunden. Hört auf damit, liebe Politiker, über Begriffe zu schwadronieren. Setzt euch lieber mal ein Stündchen in eine Arbeitsagentur und hört euch an, was die Menschen zu sagen haben.
Eine okaye Radiosendung zum Thema ist der aktuelle hr2-Tag: Gefahr für Leib und Leben – Kindheit in Deutschland.

