In Star Trek, dessen (beste) zweite Serie S. und ich gerade wieder schauen, existiert ein Gesellschaftsmodell, dass nicht durch ökonomische Logik bestimmt ist. Es ist nicht der Zwang, ohne Leistung nicht weiterexistieren zu können, der den Menschen antreibt, Arbeit zu verrichten; es ist nicht das Verlangen, eine immer abstrakter werdende Entität wie Geld auf dem Rücken der Ausbeutung und ideologischen Verhohnepiepelung anderer zu akkumulieren, der das Individuum antreibt, nach oben zu kommen. Keiner muss, nachdem man sich auf der Erde einige Jahrhunderte lang die Köppe eingeschlagen hat, auf unserem blauen Planeten mehr Hunger leiden. Die Versorgung übernehmen Replikatoren, die aus — ich nehme mal ganz stark an, klimafreundlich gewonnener — Energie Essen erschaffen. Natürlich wird auch noch mit echtem Gemüse gekocht, aber nötig ist es nicht mehr. Dem möglicherweise dem Menschen in der Tat innewohnenden Bedürfnis nach Selbstoptimierung, Wettbewerb und Eigenverantwortung wird entsprochen, indem geistiger Fortschritt die Leitmaxime geworden sein wird: Jeder ist seines Glückes Schmied und man schmiedet besser, wenn man weiß, dass man im Notfall aufgefangen wird. Der Mensch zieht ins All, macht andere Planeten bewohnbar, er strebt nach Wissen, er erforscht seine Welt und zerstört sie nicht. Das ist, was Selbstverwirklichung im 24. Jahrhundert bedeutet. Klar gibt es äußere Bedrohungen (Wahlweise die Klingonen, Romulaner, Borg, das Dominion), aber so etwas schweißt zusammen.
Vielleicht ist diese Form des Zusammenlebens, die Orientierung an gesamtgesellschaftlichen Fortschritt und Wissenserweiterung, eine reale Option für die Zukunft, nach der es sich zu streben lohnt? Klar, Nahrungsmittelreplikatoren sind utopisch. Aber wenn wir eins und eins zusammenzählen, reicht das Essen global schon jetzt aus, um alle zu ernähren.
Dieser kurze Gedankengang ist als Antwort an Martina gedacht, die unter .markus’ wirklich hochnotlesenswertem Beitrag “Kapitale Fehler” (ernsthaft: bitte lesen!) die Frage stellte, welche Gesellschaftsmodelle neben den zwei im letzten Jahrhundert dominierenden Wirtschaftsordnungen überhaupt noch denkbar seien.
Die Frage ist ja auch, wieviel Star Trek-Content verträgt dieses Blog? Lasst es uns herausfinden. Eine Sammlung der durchsten Momente von Kirk, Shatner und Bones. White Rabbit. [via]

Ich bin etwas erschüttert darüber, dass die Star Trek Classic-Serie jetzt mit Digitalquark aufgehübscht wird. Ich war da ja eh nie so richtig Fan von, aber ich bin mir des Werts der Serie durchaus bewusst. Der liegt zwar auch darin, Science Fiction voran gebracht zu haben (nicht in den Feuilletons, dafür war James T. Kirk zu rüde, aber in den Herzen der Leute), vielmehr jedoch ein gesellschaftshistorischer Wendepunkt zu sein. Gene Roddenberry hat in Star Trek als erste Serie Japaner, Russen, und Amerikaner, Schwarze und Weiße in einer Crew zusammengeführt. Der erste Filmkuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen fand hier statt. Das war revolutionär Ende der 60er. Über die Effekte und wirklich merkwürdigen Handlungen können die meisten heute vermutlich nur noch lachen, daran ändern auch ein paar 3D-Animationen und Spratzeleffekte nix. Im Gegenteil, sie lassen in ihrer Deplaziertheit den Rest der Bilder nur noch anachronistischer und damit lächerlicher wirken. Zumal die Effekte ja auch nicht gerade taufrisch aussehen, sondern — da schließe ich mich sven k. an — wie aus Computerspielen der 90er Jahre abgefilmt.
Die Fans brauchen’s nicht, denn denen dürften die Effekte allerhöchstens egal sein, überwiegend jedoch sauer aufstoßen. Die schauen Star Trek TOS nämlich wegen der Nostalgie, der Kindheitserinnerungen oder wegen des Trash- und Kultfaktors. Diejenigen, die mit Star Trek bis jetzt noch nichts am Hut hatten, werden auch die neuen Effekte nicht überzeugen, denn dafür ist deren Qualität und die des Rests der Serie zu schlecht. Also: Cui bono?
Ein 4 Minuten-Video der neuen Effekte gibt es auf startrek.com.
… aber leider kennen die Anglophonen das Wort nicht im Zusammenhang mit Mobiltelefonen, deswegen lass ich das mal. Ist ja auch ein wirklich albernes Wortspiel. Stattdessen [Warnung, Spoiler!] hagelt es unverhofft ungeordnete Medienhinweise, aber erst später in diesem Eintrag.
Die Idee jedenfalls, verschlüsselte Bluetooth-Verbindungen zwischen Mobilfunkgeräten durch Schütteln in einer Hand aufzubauen erscheint mir nicht nur deswegen genial, weil es Datenabgleich und Filesharing sehr erleichtern würde, sondern weil darin durchaus das Potential zu einem neuen sozialen Ritus steckt. May Schütteln be the new Visitenkarte?
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