Lanu von der BooCompany hat ein Preisausschreiben ins Leben gerufen. Wer ihr den besten Grund darlegt, warum Fernsehen tödlich sein kann, gewinnt ein pinkes T-Shirt, welches die Fernsehsendung “Dexter” bewirbt. Da meine Liebste und ich Freunde dieses schmackhaften Bissens Fernsehunterhaltung sind und ich finde, dass dieses Leibchen ihr gut zu Körper stünde, nehme ich auch teil. Meine Einreichung ist jedoch kein Text, sondern ein Comic. Der mag reichlich trashig rüberkommen. Ich muss mich dafür entschuldigen, aber jene Glanzzeiten, in denen ich diese Form der Unterhaltung stapelweise kreierte, sind etwa seit dem Physikunterricht der 13. Klasse vorbei.
Nichtsdestotrotz, hier ist mein Wettbewerbsbeitrag. Achtung, Blood & Gore! Mann mit Hut in: Fernsehen tötet (Klick für groß).
[Update:] Ja wie tight ist das denn? Ich habe gewonnen!
Kindheitserinnerungen, mal nachgeschlagen.
Die amerikanische Fassung (von “Hallo Spencer”) unter dem Titel The Hallo Spencer Show wurde stark bearbeitet. Die Folgen sind rund 7 Minuten kürzer und enthalten am Ende ein Lied, in dem die Handlung der Folge nochmal in einem Rap zusammengefasst wird. Damit die amerikanischen Zuschauer sich nicht über das Schild „Hallo Spencer“ im Studio wundern, bekam Spencer den Vornamen Hallo verpasst. Auch einige andere Namen wurden geändert. So wurde Elvis in „Elmar“, Nepomuk in „Nepowsky“ und die Quietschbeus in „The Screech Boys“ umbenannt. Spencerdorf wurde zu Spencerville. Da es schon ein Spencerville in Ohio gibt, wurde die Handlung dort hin verlegt.
Weird.
[Update] Sebastian hat das US-Theme bei YouTube gefunden. Mein Schwein pfeift.
Buffy, the Vampire Slayer war so eine Serie, von der ich nie gedacht hätte, dass ich sie schauen würde. Alberne Teenies, die Vampire in einer US-Amerikanischen Kleinstadt bekämpfen? Pft. Die Sendung war zudem für mich irgendwie auch als “für Mädels” konnotiert. Irgendwann steckte mich jedoch meine Freundin mit ihrem sozialisationsbedingten Fantum an, erklärte mir die Figuren nebst ihrer sympathischen Neurosen und nach einer Staffel, die ich mit ihr schaute, ergab auch die Handlung halbwegs Sinn. Auch wenn es um diese gar nicht ging (klar, es gab grandiose Folgen wie “The Hush” oder die Musical-Episode, aber auch auch oberalberne “Monster of the Week”-Folgen wie etwa die mit der Sportmannschaft, die sich aufgrund von Doping in Schleimmonster verwandelt), sondern den herrlich trockenen Humor, den die Serie hat.
Für meinen Geschmack ein bis zwei Staffeln zu spät wurde die Serie eingestellt, nicht ohne weltweit eine treue Basis an Anhängern von Buffy Summers, Spike, Willow, Giles, Xander und Co zu hinterlassen. Das Spinoff um Angel interessierte mich nicht mehr so. Buffy-Mastermind Joss Whedon kreierte danach die Science Fiction-Serie Firefly, welche zwar nach einer halben Staffel eingestellt wurde, aufgrund der sehr guten DVD-Verkäufe aber noch einen würdigen Abschluss in Form des Films Serenity fand. Habe ich beides neulich erst entdeckt, sehr sehenswert. Zudem veröffentlichte er vor kurzem das vielbeachtete “Dr. Horrible’s Sing-Along Blog” kostenlos im Web.
Für Buffy stand eine zeitlang im Raum, die Serie in Zeichentrickform fortzusetzen. Mangels Interesse der Sender wurde das leider nie in die Tat umgesetzt. Vor ein paar Tagen jedoch wurde zumindest der Trailer dafür bei YouTube geleakt. Und wenn man sich den so anschaut, kommt ein bißchen Wehmut hoch. Die Schauspieler dürften mittlerweile zu alt sein, aber in animierter Form hätte Buffy doch ganz eloquent weitergeführt werden können. Vielleicht wird das Video ja ein paar Fantastilliarden mal angeklickt und die Sender überlegen es sich nochmal.
Am 31. Januar geht Lost weiter. Ich finde, man darf gespannt sein, ob die Macher es schaffen, in der vierten Staffel die etwas ausgefranste Story wieder zu bündeln. Meines Erachtens war die dritte ja wieder etwas besser als die zweite Staffel, wenngleich sehr cliffhangerfixiert. Aber das Staffelfinale: WAZONG HALLELUJA! Nur gibt’s jedoch das Problem Autorenstreik, nach acht Folgen ist erst einmal wieder Schluß — es gibt nicht wenige die unken, dass die darauf folgende Pause der Todesstoß für die Serie sein dürfte. Tja, wird man sehen.
Hier ein hübsches Schmankerl für diejenigen, die den Inhalt der bisherigen Serie nicht mehr präsent haben. Eine Totalzusammenfassung in — natürlich nicht ganz zufällig — 8 Minuten 15 Sekunden.
Es ist doch auffällig, wie sehr sich das Spektrum der politischen Diskussion bei uns verändert hat: Wenn es in den späten sechziger Jahren “links” war, über die Enteignung von Springer, über die öffentliche Kontrolle der Grossbanken nachzudenken und die in der UNO diskutierte Neue Weltwirtschaftsordnung zu begrüssen, wird heute schon als “links” verschrien, wer die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für Ältere verlängern will. Wir sind uns gar nicht bewusst, in welchem Ausmass hier eine Gehirnwäsche stattgefunden hat, die Themen jenseits des neoliberalen Mantras einfach nicht mehr zulässt. (…)
Meinungsumfragen gehören heute zum alltäglichen Handwerkszeug von Politikern. So wie die Fernsehforschung der GfK inzwischen sekundengenau die Präferenzen des TV-Publikums abbildet und damit Einfluss nimmt auf das vermeintlich werbefreie redaktionelle Programm, so helfen Meinungsumfragen den Politikern, ihre Verlautbarungen möglichst nahe am Mehrheitsgeschmack auszurichten. So sehen denn auch die Wahlprogramme der “Volksparteien” aus – überall die gleichen Formeln, überall die gleichen Widersprüche, überall der gleiche Anspruch, die Mitte zu repräsentieren. Der eigentliche politische Auftrag der Aufklärung war gerade das Gegenteil: die Schwachen vor der Ausbeutung durch die Starken zu schützen. Das kommt heute in den Medien nicht mehr vor. (…)
Das anarchische Element, der Ort des Widerstands ist heute das Internet. Allerdings: Da dort jeder und jede irgendeinen Quatsch als “Nachricht” einstellen kann, ist es mindestens ebenso schwierig wie in den konventionellen Medien, Relevantes von Irrelevantem, Aufhebenswertes von Belanglosem, Richtiges von Falschem zu unterscheiden. Wir haben also nicht nur das Problem des sog. “digital divide”, also des sozial ungleich verteilten Zugangs zu diesem Medium, sondern auch die Schwierigkeit der Internetnutzer zu entscheiden, was sie aus dem Meer der Belanglosigkeiten für wahr halten sollen. Es gibt nur zwei Wege, dieses Dilemma zu überwinden: Entweder man verbringt unendlich viel Zeit mit der Nachrichtenanalyse – oder man verlässt sich auf ein gänzlich antiquiertes Prinzip des Informationsaustauschs: Vertrauen in die Quelle. In jedem Fall kostet das Informieren über die Geschehnisse der Welt heute viel Zeit und viel Geld. Das können sich die meisten nicht leisten. … Informieren ist zu einem eigenen Beruf geworden, zu einem Privileg, das sich nur wenige leisten können. Wir leben, das ist nicht mehr zu übersehen, in einer manipulierten Gesellschaft.
Der Soziologe Bernd Hamm im TP-Gespräch über die ideologisch-politische Quasi-Gleichschaltung der Massenmedien. Interessanter, lesenswerter Artikel.
Zum zweiten Zitat möchte ich einwenden, dass sich auch “Bild” und ZDF durchaus noch auf die Seite des schwachen “kleinen Mannes” zu stellen bereit sind. Und zwar in jedem der unzähligen Ratgeber- oder Verbrauchermagazin-Formate. Nur sind diese Formate heute beinahe völlig austauschbar und politisch stets ungefährlich. Die Super-Nanny wird nie das Mantra der schulischen Leistungsbereitschaft in Frage stellen, ein Vergleich von Rentenzusatzversicherungen bestätigt im letzten Ende dieses System, Beiträge über Alltagsgefahren – vom Rauchen bis zum Killerspiel – sind populistisch und alarmistisch. In der Regel ist das Interesse hinter dieser Volksaufklärungsattitüde Bindung und Identifikation des Kunden mit dem Medium. Die Erziehung zum “mündigen” Konsumenten. Und natürlich Ablenkung von allem, was Relevanz haben könnte. Die Tatsache etwa, dass die öffentlich-rechtlichen Nachrichten und Informationsprogramme erst nachdem sie “durch” war, über die Vorratsdatenspeicherung umfassend zu berichten wusste, während das Thema vorher geradezu brüllend penibel vermieden wurde — im Gegensatz zu Knut-Schwachsinn und Vogelgrippe-Einzelfällen — finde ich frappant.
Im dritten Zitat hat Hamm eine Möglichkeit der Filterung übersehen: Die webgestützte kollaborative Erschaffung, Klassifikation und Bewertung von Nachrichten. Siehe Wikis, digg oder – weniger strukturiert – die Welt der Blogs und anderer partizipativer Internetmedien im Allgemeinen. Auch das funktioniert allerdings (noch?) nicht sonderlich, da sich der Großteil der Leute auch im Web nur für Mist interessiert. Da beißt sich der Hund in den Schwanz: Man kann keine Massenweisheit erreichen, ohne dass die Masse weise filtert. Das Ergebnis bleibt gleich.
Schätze, dass die ersten Interviewvergütungsangebote längst an den jungen Mann herangetragen wurden. Dass die treue “Bild” eine Aufwartung bekommt, dürfte außer Frage stehen. Allein bei der Frage danach, welcher der einfühlsamen und sensiblen Fernsehtalkmaster sich mit dem empörenden Schicksal, ja – Martyrium, des Marco W. schmücken darf, bleibt es spannend.
Californication - Western society’s pop culture and media encroachment and spread all over the world. In particular, the negative aspects of media and culture originating from within the United States’ 31st State: California. Ex. “Whats up with the californication in Germany today?” (Urban Dictionary)
Die Produzenten der ziemlich lässigen Fernsehserie Californication mit David “Mulder” Duchovny wurden jetzt von den Red Hot Chili Peppers verklagt. 1998 veröffentlichten sie ein wohlbekanntes Album unter diesem Namen, einer der Songs hieß ebenso. Serienjunkies zitiert Bandleader Anthony Kiedis
„Californication ist das Album der Band überhaupt. Wir haben davon immerhin 14 Millionen Stück verkauft und einen Grammy gewonnen. Sich einfach den Titel unseres Albums zu schnappen und damit irgendeine Fernsehserie zu machen und uns unserer Identität zu berauben ist einfach nicht richtig.“
und schreibt
Ziel der Klage ist es, die unberechtigte Nutzung des Titels dauerhaft zu verhindern und den Sender zu zwingen, alle mit ihr gemachten Gewinne abzutreten.
Markenrechtlich sicher vertretbar, wenn auch ziemlich peinlich ist der erste Teil der Forderungen. Kiedis sagt’s ja selber: 14 Millionen mal ist allein diese eine Platte verkauft worden, die Band dürfte ein für alle Mal finanziell ausgesorgt haben. Das Geseiher über Diebstahl von Identität ist nüchtern betrachtet ziemlicher Unsinn, denn jeder halbwegs normal denkende Künstler wäre froh, einen Begriff geschaffen zu haben, der über den Kontext der Musik hinaus Sinn und Verwendung erhält. So weit, so peinlich also.
Der zweite Teil der Forderung, nämlich sämtliche Gewinne der Serie einzufahren, lässt dann jedoch hervortreten, wes Geistes Kind die Herrschaften anscheinend sind: des Größenwahns und der Gier. Ich glaub, es hackt, alle Gewinne? A Watschn links, a Watschn rechts hätten die Herren verdient dafür. Es beweist in der Tat, dass Geld blöd macht und RHCP mittlerweile in einer Liga mit Metallica und U2 spielen. Ich mochte Californication (die Platte) damals sehr gerne, auch wenn mir das Radio-Airplay nach kurzer Zeit gehörig auf den Zeiger ging. Mit dieser Aktion haben sie bei mir jedoch auch das letzte Quentchen Symphatie verspielt. Californicate my ass.
… aber leider kennen die Anglophonen das Wort nicht im Zusammenhang mit Mobiltelefonen, deswegen lass ich das mal. Ist ja auch ein wirklich albernes Wortspiel. Stattdessen [Warnung, Spoiler!] hagelt es unverhofft ungeordnete Medienhinweise, aber erst später in diesem Eintrag.
Die Idee jedenfalls, verschlüsselte Bluetooth-Verbindungen zwischen Mobilfunkgeräten durch Schütteln in einer Hand aufzubauen erscheint mir nicht nur deswegen genial, weil es Datenabgleich und Filesharing sehr erleichtern würde, sondern weil darin durchaus das Potential zu einem neuen sozialen Ritus steckt. May Schütteln be the new Visitenkarte?
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und weiß mal wieder nicht, ob sich des Gröhlens zu schämen oder sich des Schämens zu schämen angemessener wären. Elendes Reflex-Reflektieren! Familienduell-Doofheiten-Zusammengeschnibbel also und ich erinnere mich an eine Zeit im Leben, da ich das gerne geschaut habe. Ach ja, der Werner “wirhabeneinhundertleutegefragt” Schulze-Erdel. Mein Liebling aus dem Clip: Steinmann bauen. Ist die Kompilation von Stefan Raab, weiß das einer?
[via]
Heimlich, still und leise hat jene mir nachwievor allerliebste OpenSource-Filesharing-Applikation den halbjahrzehntesten Geburtstag begangen und ich find’s ein bisschen schade, dass dafür nicht wenigstens ein kleines Feature in den Tagesthemen oder so gebracht wurde. Wichtig genug und Kultur pflügend wäre eMule schon. Aber is’ ja auch klar, ne? Kann man ja auch für illegale Sachen benutzen.
Ich persönlich befürchte, dass ich ohne das geliebte “Eselchen” nachwievor TV schauen müsste, um die Bedürfnisse nach audiovisueller Zerstreuung befriedigen zu können. Fatal, pervers, verständlich: Auf mich wirkt alles, was da kommt, wie ein Hypnotikum, von dem ich den Blick nicht abwenden kann, selbst Ilona Christen Oliver Geissen (Gibt’s den noch?) und Cobra Ölf. Mit Filesharing hingegen sehe ich viel selektiver fern: Interessante Dokus, auch mal was auf Englisch usw. Allein die Tatsache, dass die Daten so langsam herein “tröpfeln”, macht das Programm, das ich mir zusammenstelle, mittelbar. Ich bin so frei zu konstatieren dass der eigentliche Schöpfer des YouTube-Effekts eMule war. Und bitte nicht verdrängen: Die Lahmarschigkeit von eMule und anderen Clients in diesem hervorragend organisierten Netzwerk ist eine Stärke. Nur dadurch ist sichergestellt, dass einzelne Files länger im Netzwerk überleben, als das z.B. bei BitTorrent der Fall ist. Dadurch hat man eine enorme Varietät an Daten und findet auch mal obskures Zeugs. eMule ist frei, unsabotierbar, solidarisch und robust – darauf heb ich die Flasche mit meinem Männertagseierlikör.
Übrigens ist eine neue Version draußen. 0.48a, mit erweitertem Vista-Support. Ich warte jedoch noch ein Weilchen, bis die hyperaktive Modder-Community die neue Basis einarbeitet. Der/die Mod ScarAngel ist hierbei seit Jahr und Tag das Produkt meiner Wahl.


