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… Wie Deutschland aussieht!

Benelux, Dänemark, die Schweiz, ein Teil von Österreich und sogar Slowenien gehören laut den schlauen Jungs aus den Google Labs dazu [via Alexander in den Spreeblick-Kommentaren]. Macht aber nix, ich hätte ja auch Schwierigkeiten, Arkansas und Massachusetts auf einer USA-Karte zu lokalisieren.
Der Google-Browser “Chrome” (nicht zu verwechseln mit dem archaischen 3D-Shooter, der Firefox-Engine und dem Metalltünnef), welcher hier beworben wird und nachher erscheint, klingt jedoch ganz gut. Der macht jedem Tab nämlich einen Prozess. Was weniger mit Rechtsstaatlichkeit zu tun hat als Selbstjustiz: Bringt nämlich eine blöd programmierte Website den Browser in die Bredouille, schießt man in Chrome nicht mehr das ganze Programm, sondern nur noch den zwielichtigen Tab ab. Unter der Haube ticken Webkit (kennt man vom Safari) und eine selbst geschaffene, mutmaßlich auf Gmail und andere hausinterne Anwendungen optimierte JavaScript-Engine. Gears ist auch drin, womit man Webanwendungen offline verfügbar machen kann / irgendwann mal können soll. Warum nicht?
Zum Schluss lehn ich mich nochmal aus dem Fenster: Privatsphärebedenken sind richtig und wichtig, gerade bei Google-Produkten, allerdings glaube ich, dass man mit dem Teil auch nicht wesentlich mehr aufpassen muss als mit anderen Webbrowsern. 98% der Webuser lassen sich eh durch Google Analytics, Google Surf History, personalisierte Startseiten und so weiter ausspähen, die Situation dürfte das neue Spielzeug meiner Meinung nach nicht noch weiter dramatisieren. Aber vielleicht irre ich mich auch, ausprobiert hat den Browser noch kein Normalsterblicher. CustomizeGoogle wirds für Chrome freilich nicht geben.
Ich bleibe sicherlich erst mal beim Firefox, trotz der immer noch miesen Performanceeinbrüche — ich kann auf meine Add-ons nicht verzichten. Könnte ich das, würde ich sicher bei Opera landen. Aber Ausprobieren werde ich Chrome sicher mal. Ich glaube, Konkurrenz belebt in dem Fall das Geschäft. Wenn sich ein paar IE-Kunden mehr endlich abseilen, tut det ja nüscht schaden.

Das Watchblog Islamophobie ist eingestellt und gelöscht worden.
Das finde ich schade, denn Seiten wie diese sind wichtig als Gegenpol zu jenen zahlreichen Ecken im Web, die von sich auch noch behaupten, “politisch inkorrekt” und “gegen den Mainstream” zu sein, wenn ihre menschenfeindlichen Paradigmen längst in die Politikteile der Gazetten und die Agenden der Tagespolitik durchgesickert sind.
Ich hatte im Sommer letzten Jahres auch einige Zeit beim Watchblog mitgearbeitet. Trotz der Differenzen, die es manchmal gab, wünsche ich allen über die Zeit an dem Projekt beteiligten alles Gute und viel Erfolg bei den Dingen, die da in der Zukunft kommen mögen. Insbesondere Bigberta, der es gesundheitlich nicht so gut geht und die sich zudem, gemeinsam mit Jochen, in einem anstrengenden Gerichtsprozess gegen Udo Ulfkotte befindet.
Auf die Frage, was die Lücke füllen könnte, die das WI hinterlassen hat, kann ich in erster Linie die Blogs von Lysis und Jochen empfehlen, außerdem politischkorrekt.info, das ich zwar noch nicht so lange kenne, welches aber ziemlich gut zu sein scheint und eine starke Community im Rücken hat.
Die Texte, die ich für das Watchblog geschrieben hatte, spiegele ich hier auf citronengras.de, damit sie weiterhin verfügbar sind. Die enthaltenen Links habe ich soweit wie möglich aktualisiert, hier und da noch eine Anmerkung eingefügt. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Beiträge:
- Wenn zusammenwächst, was zusammengehört: NPD kuschelt mit “Politically Incorrect” (8. Juni 2007)
- Von Ideal und Wirklichkeit. Heute: Die real existierende Meinungsfreiheit bei “Politically Incorrect” (10. Juni 2007)
- WC-Ente bei “Politically Incorrect” (14. Juni 2007)
- Doppelt reflexive Empörungsmechanismen: Einwurf zu den Rushdie-Protesten (21. Juni 2007)
- Schweden: Islamophobe Kommentare in Blogs müssen gelöscht werden (22. Juni 2007)
- Ein Kommentar zur Verleihung des Börne-Preises (25. Juni 2007)
- Ein Interview und eine Umfrage auf jesus.de (6. August 2007)
Simon hat opencontest.de wiederauferstehen lassen.

opencontest.de ist ein Freundeskreis jener, die bei anderer Leute Diaabend zumindest dann nicht einpennen, wenn es sich um interessante, merkwürdige, schöne oder absurde Bilder handelt. Im Gegensatz zu früher wurde der Wettbewerbscharakter etwas zurückgenommen, die Möglichkeit zum freien Assoziieren und Themen erschaffen heraufgefahren und mit Wordpress eine, scheint’s, etwas flexiblere technische Grundlage gewählt. Wer also Fotos gerne “nimmt”, anstatt sie zu “schießen” oder gar zu “knipsen”, sollte in Erwägung ziehen, sich kurz zu informieren, dann anzumelden und selbst Bilder hochzuladen.
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Bizarr: Es gibt eine lateinische Wikipedia.
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Bizarrer: Sie hat knapp Achzehntausend Einträge.
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Am bizarrsten: Sie hat einen Eintrag über Roland Koch[1].
- Ist aber noch ein Stub [zurück]
Der Spiegelfechter hat eine hübsche Polemik über die Maßnahmen zum Schutz einer Gesellschaft geschrieben, die zuvor, scheint’s, hilflos röchelnd vor den Nikotinfaschisten im Staube kroch.
[Eine skurrile Situation], die in Niedersachsen schon Normalität ist: In einer neuerdings schlechter gefüllten Kneipe musste eine Trennwand gezogen werden, um den Rauchern ein Habitat zu schaffen. In dieser Rauchzelle sitzen Raucher und Nichtraucher eng beieinander und haben ihren Spaß so wie früher – der einzige Unterschied ist die schlechtere Luft, da sich der Rauch trotz Lüftung auf einen kleineren Luftraum verteilt, womit niemanden ein Gefallen getan wurde. Der große Nichtraucherbereich, samt Theke, ist fast menschenleer. Die wenigen Gestalten an der Theke bekunden auch, ihnen wäre es lieber, wenn wieder geraucht werden dürfte – die saubere Luft sei zwar nett, ersetze aber nicht die verlorene Gemütlichkeit und der neuerliche Separatismus der Masse spalte die Gesellschaft. Ist es das, was die Politik will?
Ein wenig beachteter Nebeneffekt dieser ganzen Paid-Content-Soße, die sich dank trigami und Co. über viele deutsche Blogs ergießt ist, dass man sich auch als nicht mit dem Makel der monetären Unterwürfigkeit Behafteter mittlerweile fragt: Ja, glauben mir meine Leser das überhaupt noch, wenn ich ein Produkt/eine Platte/eine Website oder sonstwas lobe, dass das Lob aufrechten Herzens und ohne PR-Agentur im Hintergrund zustande gekommen ist, die mir für den ausführlichen Bericht nebst Deeplink für die Google-Plazierung ein paar räudige Euronen zahlt? Den Credibility-Schalk im Nacken spürte ich neulich etwa, als ich für 1000ff über eine, einfach nette, Filmcommunity berichtete und mich bei dem Gedanken ertappte “Hm, irgendwas Negatives muss doch auch zu finden sein damit man mir das auch abnimmt”. Und das ist nervig. Hört auf, Leute, eure Integrität für (so gut wie) nix in den Staub zu werfen, indem ihr euch bei geldgeilen Kapitalisten anbiedert – egal ob sie euch nun mit Weihnachtskalendern, Bestechungsgeldern oder anderem Tünnef ködern. Denn ich will wieder befreiter bloggen können. Danke.
Aber nun zu etwas komplett anderem. «Blöde Blogger, blöde Filme» weiterlesen
Die jüdische Anti-Defamation League (ADL) hat mit Krach (“Poisoning the Web”[1]) und Radau (“virtuelle Kristallnacht”) durchgesetzt, dass Google antisemitische Inhalte auf ihren US-amerikanischen und israelischen Seiten mit einem “Offensive search results” markiert. Klingt erstmal krass, aber beim genaueren Nachdenken ganz fair, wenn man bedenkt dass in Deutschland Naziseiten gleich gar nicht aufgelistet werden. Rachel Whetstone von Googles Abteilung Öffentlichkeitsarbeit gibt dazu ein paar interessante Einblicke in die Zensurpraxis der Suchmaschine. Man beachte den Seitenhieb auf Deutschland, aber auch die etwas schwammigen Formulierungen in Bezug auf Regimekritik (think of China) Schrägstrich Geschichtsklitterung (think of Türkei/ Armenien):
In einigen Fällen ist es ganz einfach. Wir haben zum Beispiel ein produktübergreifendes Verbot gegen Kinderpornographie, die in nahezu allen Ländern illegal ist. Aber wenn es zu politischem Extremismus kommt, ist das nicht so einfach. Verschiedene Länder ziehen verschiedene Schlüsse, wie man mit diesem Thema umgeht. In Deutschland gibt es ein Verbot zur Verherrlichung von Nazismus — also entfernen wir Nazi-Inhalte von allen Produkten unter Google.de (unserer Domain für deutsche User). Die Geschichte anderer Länder macht es besonders sensibel, bestimmte Themen anzusprechen oder zu kritisieren. Und wieder andere Länder glauben, dass die beste Art und Weise, Extremisten zu diskreditieren ist, den öffentlichen Vortrag ihrer Argumente zu erlauben.[2]
Allerdings stellen sich mir auch nach der Lektüre des lesenswerten Statements im offiziellen Google-Blog noch eine Frage. Wer definiert für Google, ob ein Inhalt nun extremistisch ist? Es geht ja immerhin darum ob eine Site im Index auftaucht oder nicht bzw. zumindest mit Hinweisen versehen wird, die die Rezeption der Informationen der Website in jedem Fall beeinflussen. Passiert das auf Zuruf bzw. Beschwerde? Sicher gibt es in den meisten Fällen objektive Kriterien. Wenn auf einer Website steht “Ausländer, diese stinkenden Parasiten, nehmen uns aufrechten Ariern die Arbeitsplätze weg”, dürfte wohl nicht einmal Günther Oettinger an der Gesinnung des Autors zweifeln. Was aber wenn es um die Antisemitismus geht, dessen Definition schon seit langem politisch bitter umkämpft ist. Es gibt Leute, für die ist das schon das Tragen eines Palituchs (nicht draufklicken, dämlichster TP-Artikel seit langem). Wird da einfach eine Liste abgearbeitet, die die ADL einreicht? Wer prüft und wer richtet da? Und was ist mit der Verbreitung von Hetze bzw. Vorurteilen gegen andere Gruppen? Die Meinung von Lobbyisten sollte da nicht das Zünglein an der Waage sein. Konsequenterweise müsste Google auch z.B. die Seite des Ku-Klux-Klans mit einem Hinweis versehen und das tun sie nicht. Meines Erachtens wäre es falsch, auf diese Art eine Hierarchie von “besseren” oder “schlechteren” Ausprägungen des Rassismus zu erstellen. Conclusio: Ich halte es da ganz mit den liberalen unter den Staaten, zu denen Deutschland und die USA leider nicht gehören, und finde — wenn es auch politisch gesehen utopisch ist — überhaupt nichts zu filtern immer noch die schlichteste und beste Lösung.
- Dürfte ein nicht ganz geschmacksicheres Wortspiel sein. “Poisoning the web” lehnt sich an “Poisoning the well” und damit an den uralten antisemitischen Mythos der Brunnenvergiftung an. [zurück]
- Die Übersetzung stammt von mir. Im Original heißt es:
In a few cases it’s straightforward. For example, we have a global all-product ban against child pornography, which is illegal in virtually every country. But when it comes to political extremism it’s not as simple. Different countries have come to different conclusions about how to deal with this issue. In Germany there’s a ban on the promotion of Nazism — so we remove Nazi content on products on Google.de (our domain for German users) products. Other countries’ histories make commentary or criticism on certain topics especially sensitive. And still other countries believe that the best way to discredit extremists is to allow their arguments to be publicly exposed. [zurück]

Momentan versuche ich, meine Bloglesegewohnheiten umzustellen. Anstatt auf allen Rechnern verteilt Feeds im Firefox als Dropdown-Menü zu abonnieren, habe ich jetzt den Versuch unternommen, lokal und browsertechnisch unabhängig zu werden. Statt obige Feedwüste, zumindest etwas lesbarer gemacht mit dem sehr nützlichen Firefox-Plugin LiveClick, weiter zu pflegen, installierte ich mir den Open Source-Online-Feedreader Gregarius (bei vcpi entdeckt – Danke!) mit dem sehr übersichtlichen Liliana-Theme. Das war ähnlich trivial wie eine Wordpress-Installation. Trotzdem muss ich mich an diese Art, Feeds zu lesen, noch gewöhnen. Einerseits ist das schön übersichtlich – ungelesene Beiträge oben, AJAX, schnelle Übersicht, wo’s neue Posts gibt, hinzufügen von neuen Feeds per Bookmarklet, trafficarme WAP-Version zum mobilen Lesen[1] und so weiter. Andererseits kann man natürlich nicht mehr die Kommentare bei Blogposts sehen und auch das fehlende “Outfit”, das Design-Drumherum der einzelnen Blogs, lässt Identity lacken. Aber schon Urgroßtante Irmgard gab mir folgende Weisheit mit auf den Lebensweg: Man kann eben nicht alles haben.

Wer mag, kann mal reinschauen und sich selbst ein Bild machen:
Ist natürlich “beta”, am Outfit schnibbel ich sicher noch rum und die Feeds sind auch noch nicht komplett. Aber so ungefähr kann man sich das vorstellen.
P.S.: Kleine Frage. Die aktuelle Version von Gregarius ist schon steinalt, obwohl das Programm immer noch gepflegt wird. Weiß einer, wie man ein SVN-Build erstellt? Irgendwie stelle ich mich dafür zu blöd an.
//edit: Problem gelöst! Hier auf “Zip-Archive” klicken. Yay!
- toll in Verbindung mit der 90°-Displaydrehfunktion in der neuen Beta von Opera Mini [zurück]
Zufällig im EK-Blog drauf gestoßen: Ein sehr guter Artikel, der sich mit den schmutzigen Kampagnen der FAZ, v.a. Frank Schirrmacher, gegen Grass, Handke und Walser befasst. Gunter Nickel im Onlinemagazin “Titel”: Kein Einzelfall – Die medialen Kampagnen gegen Günter Grass, Martin Walser und Peter Handke (4.10.2007)
Apropos Apropos: Ich kann mir ja nie merken, wie man das schreibt. Eben googelte ich es zum x-ten Mal nach und durfte erstaunt feststellen, dass Ranting und Flaming selbst in Foren, die sich mit Rechtschreibung (!) befassen, usus ist.
Larry: à propos – heisst im Französischen überhaupt nicht (= der Sache, dem Thema angemessen, , sondern wie im Deutschen richtig übernommen “zum Thema gehörig”.
Und das schreibt jeder halbwegs kultivierte Deutsche nicht als ‘a propos’; ‘apropo’oder ‘apropos’ sondern wie im Französischen als “à propos”.
Höchstens könnte man noch schreiben, dass obiger Blödsinn “à popo” ist.
Julian: Der Eintrag behandelte die deutsche Schreibweise. Die von Dir herbeigesehnten “halbwegs kultivierten Deutschen” werden ja auch vermutlich Hors d’Œuvre schreiben und nicht Horsd’œuvre, wie es im Duden steht. Falls sie überhaupt eine OE-Ligatur hinbekommen …
Larry: Von Herbeisehnen war nicht die Rede – es ist aber richtig, dass kultivierte Deutsche, zumal in Sprachdingen, verdammt selten sind – wohl auch und insbesondere bei Korrekture.de.
Sorry, but true is true.Ich bin mir nicht so sicher, ob ich aus den “Symbolen” die oe-Ligatur rausfischen kann. Die ist aber noch nicht einmal in der Frankophonie unverzichtbar.
Ich bin mir aber absolut sicher, dass der Duden ein weitgehend komplett barbarisches Kompendium ist, dem sklavisch zu folgen nichts anderes bedeutet, als einer beträchtlichen Beklopptheit Vorschub zu leisten.
Wenn man natürlich wie Sie einen kommerziellen Service – zumal für Firmen – anbietet, wird Ihnen wohl offenbar nichts übrigbleiben, als dem im Duden immer wieder anzutreffenden Irrsinn zu folgen.
Na dann…

(Das Portal) ist ein konzeptionell und grafisch originelles Produkt, das klare Usability mit intuitiven und kreativen Elementen verbindet.
Wahnsinn, welch Bullshit. Wenn in einer Projektbeschreibung schon Vokabeln wie “originell” verwendet werden müssen und die “klare Usability” mit “kreativen Elementen” angepriesen wird, dann kann ich mir ansatzweise vorstellen, wie es ist, Personalchef zu sein und Bewerbungsmappen durchzuackern. Misstraue jedem Restaurant, deren Speisekarte den Salat als “knackig” oder gar “besonders knackig” ausweist, so steht es bei Max Goldt geschrieben und er hat recht damit.
Diese Sache hier ist aber trotzdem gut. Ab übermorgen kann man online arte schauen. Zwar nur einige Sendungen des Portfolios und nur das Programm der letzten sieben Tage, aber die Qualität scheint recht ordentlich zu werden. Ich wette zudem einen besonders knackigen Kopfsalat, dass es in kürzester Zeit Greasemonkey-Scripts oder Firefox-Plugins zum Download der Videos geben wird. Das wäre doch mal wirklich originell.




