meist manchmal, selten oft

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In einem Gespräch mit jemandem, der “sich auskennt” hatte ich neulich das Problem, gar nicht richtig umreissen zu können, was einem die Benutzung von RSS*-Feeds eigentlich bringt. Klar ist, dass es etwas bringt. RSS ist für mich eine neue Form, Medien zu konsumieren. Eine Form, die den Nachteil, den Onlinemedien gegenüber den etablierten in Papierform haben, zumindest abmildert. Selektives Lesen nämlich wird durch RSS möglicher. In einer Zeit, in der Sekunden und Sekundenbruchteile entscheiden, ob man gewillt ist, sich mit etwas zu beschäftigen, in der wir mit Informationen zugeschüttet werden und in der der durchschnittliche Websurfer trotzdem nicht mehr als 10 Webpages regelmäßig konsumiert, bieten RSS-Feeds eine Art Anker, der mehr ist als “nur” ein Link oder “nur” eine XML-Datei.

Das klingt etwas esoterisch. Komm, Konsument, wir fangen im Kleinen an.

Wenn ich meinen Browser anwerfe, scrolle ich fast immer als erstes durch meine gesammelten Feeds im Firefox. Dort stehen die jeweils aktuellen Meldungen, Beiträge und Nachrichten, RSS-Feeds aktualisieren sich nämlich ständig von selbst. Das sieht dann z.B. so aus:

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(Es gibt einen Haufen anderer RSS- bzw. Newsreader. Auf die gehe ich jetzt aber nicht ein. Bei mir sind die Feeds im Webbrowser, das finde ich am komfortabelsten.)

Wunderbare Sache, ich bleibe immer irgendwo hängen und “bilde mich”. Natürlich sehe ich erstmal nur die Überschriften der Artikel bzw. Nachrichten, aber da sich die Schreiberlinge am “anderen Ende” dieser Tatsache bewusst sind, wählen sie die Headlines auch dementprechend. Zentrale Aussage? Eyecatcher? Appetizer? Der Einfluss der Werbetreibenden auf die Webkultur ist nicht zu leugnen. Mag man das bewerten wie man will, aber hinter der Headline steckt ja immer noch Inhalt. Da man sich selber die Feeds aussucht, ist schon mal eine gewisse Aufmerksamkeitsschwelle notwendig, um für sich selber die Wertigkeit des Angebots, welches man “abonniert” (bzw. nicht abonniert – zentrale Entscheidungssituation), einzuordnen. Das ist gut.

Man scrollt also durch seine Feeds. Vorteil ist jetzt, dass man die Seiten nicht einzeln aufzurufen braucht, sei es durch Eingabe der Adresse oder Klicken auf einen Favoritenlink. Man sucht sich die Meldung stattdessen heraus, die einem aufgrund der Überschrift interessant erscheint. Meiner Meinung nach wird dadurch der Inhalt gegenüber der Präsentation aufgewertet. Und das kann ja so schlecht nicht sein. Man vergleiche: Scrollen durch 13 Feeds (so viele habe ich momentan abonniert), Dauer etwa 60 Sekunden. Das Aufrufen sämtlicher Seiten verbraucht ungleich mehr Zeit (5 Minuten? Mindestens!) und auch Traffic.

Klar? Unklar? Macht nichts. Probieren wir’s doch mal aus.

Der Einfachheit halber gehe ich jetzt mal vom Firefox als Browser aus. Den gibt’s auf allen wichtigen Betriebssystemen, die Installation geht flott vonstatten und es sollte ihn sowieso jeder benutzen. Gut, ich kenne Opera und Safari nicht, aber wenn die wirklich gut sind, haben sie sowieso RSS-Unterstützung.

Nachrichtenseiten, Onlinemagazine, Foren und Weblogs sind heute fast alle mit RSS-Feeds ausgestattet. Irgendwo auf einer solchen Seite findet sich immer ein kleiner Link “Feed (RSS)”, “Newsfeed”, eine kleine “RSS”-Buttongrafik oder so. Genau hinschauen lohnt!

Na, wo ist der Feed auf dieser Seite?
Richtig, rechts in der Leiste. Unter “Feeds”

Jetzt kommt der Kasus Knaxus. Wer immer schonmal daran interessiert war, was dahinter steckt und unvoreingenommen auf den Feed klickt, ist erstmal verwirrt. Nur so Kram, bunte Schrift auf grauem Hintergrund, mit dem man nichts anfangen kann. Das ist die XML-Datei im Klartext. Muss uns aber nicht interessieren, wir brauchen nichts anderes als die genaue Adresse (URL) des Links. Der Browser (bzw. Newsreader) weiss dann schon, was er damit anfangen kann. Also: Rechte Maustaste auf den RSS-Link -> “Link-Adresse kopieren”. Diese Adresse befindet sich jetzt in der Zwischenablage und sieht z.B. so aus:

  • http://zitronengras.twoday.net/index.rdf (RSS-Feed dieses Blogs)
  • http://www.tagesschau.de/newsticker.rdf (Nachrichtenticker von tagesschau.de)
  • http://newsfeed.zeit.de/ (Newsfeed der Zeit)
  • http://feeds.feedburner.com/Bildblog (Bildblog.de-Feed)

Feed-Link kopieren

Leider können wir den Feed im Firefox nicht einfach so zu den Favoriten hinzufügen. Da wird uns sonst nämlich schon wieder diese doofe mausgraue Seite angezeigt. Stattdessen wenden wir uns an den Lesezeichen-Manager, der im Firefox-Menü unter – Überraschung! – “Lesezeichen” erreichbar ist. Unter “Datei” wählen wir dort den Punkt “Neues dynamisches Lesezeichen”. Dynamisch deshalb, weil der Feed sich mit jeder neuen Meldung ändert und laufend vom Browser aktualisiert wird.

Firefox: Dynamisches Lesezeichen einstellen

Im aufpoppenden Fenster wählen wir einen für uns eingängigen Namen, z.B. “Die Zeit – Newsfeed” für den RSS-Feed der Zeit, oder vielleicht einfach “Zeit”. Kürzere Namen sind praktisch, wenn man viele Feeds in der Lesezeichenleiste unterbringen möchte, die Buttons sind dann nicht so breit. In “Feed-Adresse” fügt man nun die eben in die Zwischenablage kopierte URL ein: Rechte Maustaste -> “Einfügen” sollte reichen. Mit “OK” bestätigen und fertig.

Der letzte Schritt sollte sein, den RSS-Link im Lesezeichen-Manager an der richtigen Stelle zu positionieren. Dazu ziehen wir den eben erstellten Feed (Ordner-Symbol) im auf der rechten Seite in den Ordner “Lesezeichen-Symbolleiste”. Dort kann man übrigens auch die Anordnungt der bisher aufgenommenen Feeds ändern, Unterordner erstellen (in meinem obigen Beispiel z.B. “Div. Blogs”) und mehr.

Natürlich darf man Feed-Lesezeichen auch im “normalen” Lesezeichen-Ordner platzieren. Dort stehen sie allerdings an nicht so einer exponierten Stelle und werden wahrscheinlich seltener aufgerufen. Finde ich zumindest. Letztendlich ist das aber auch dem Gusto des Konsumenten überlassen. Sprich: Jedem das seine.

Und nun: Viel Spaß beim Umgewöhnen! =)


* ATOM-Feeds sind im Grunde das Gleiche, ich zähl die mal mit dazu. Kenn mich aber auch nicht genügend aus, um den Unterschied zu erklären.
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Ehrlich gesagt hab ich ja genug davon. Alles ist heute “2.0″ (zweipunktnull? tupointzero? tu dot oh?). Vor etwa sieben Jahren war alles “2K” (tu käi). Erinnert sich da noch jemand dran? Na egal.

Auf folgenden Seiten erscheint mir dieses alberne Suffix mal adäquat. Es geht darum, mit einfachen Mitteln (Webbrowser, Maus) etwas feines online zu kreieren. Wie’s halt mit Papier und Stift (wahlweise: Wasserfarbe, Plaka oder Edding) nicht geht. Und auch mit dem Internet Explorer 3.0 nicht.

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Auf jacksonpollock.org lassen sich mit ein paar Mausbewegungen und einigen Linksklicks (Farbänderung) ziemlich schräge Bilder mit reichlich Farbspritzern kreieren. Das ist zwar etwas sinnfrei, kann einen aber schon mal für fünf Minuten beschäftigen.

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Mittelfristig unterhaltsamer ist da schon das ScratchPad – eine Flash-Anwendung, mit der man mit vielen anderen Menschen auf der Welt gleichzeitig rumkritzeln kann. Wenn man dabei Glück hat, kann man nicht nur Schmierfinken beim Kritzeln von stilisierten Geschlechtsorganen und Hakenkreuzen beobachten, sondern richtige Kunstwerke im Manga-Stil erblicken. Doof, aber auch gut: Hier malt man unter Zeitdruck, nach einer Zeitspanne von 90 Sekunden werden die Werke gelöscht.

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Someone keeps stealing my letters!

Aus der gleichen Schmiede kommen die wandernden Kühlschrankmagnete. Wandernd deswegen, weil man sie nicht nur selber verschiebt, sondern das auch viele andere Leute tun. Etwas beängstigend, wieviel Faszination von so einem Quatsch ausgehen kann. Meine GKVLZ*: 5 Stunden. Es gehen auch schon mal Gespräche von dem Ding aus. Sowas wie “HI” – “SEX” z.B. Andere hingegen scheinen das entspannende Moment darin zusehen, die Buchstaben nach Farben zu ordnen oder in die Ecken zu verschieben.
Eingentlich heisst die Seite “Just letters”. Mir fällt aber ein wirklich schöner Web 2.0-Alternativterminus dafür ein: Virtual Social Refridgerator Magnet Management. Vielleicht reicht aber auch Boredom 2.0.

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Äh ja – ich will keine Werbung machen. Aber es hat schon was, seine eigene Fresse auf Panini-Bildern zu sehen. Das könnte dann z.B. so aussehen (Symbolfoto, das bin nicht ich!):
David Hasselhoff für Deutschland

All diesen Angeboten ist gemein, dass man die kreierten Werke nicht speichern kann. Macht aber nichts. Ein rechtzeitiger Druck auf die [DRUCK]-Taste (rechts neben F12) speichert einen Screenshot in der Zwischenablage, der in eine beliebige Bildbearbeitung eingefügt [STRG + V] werden kann – egal ob’s Paint oder Photoshop ist.


* Geschätzte kummulierte verschwendete Lebenszeit
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Das Fuckup-Blog weist nicht zu unrecht auf das Wohlbefinden hin, in das einen ein komplett werbefreier Webbrowser (nämlich der Mozilla Firefox) versetzen kann. Nett, dass nicht nur Werbebanner und -Flashanimationen rausgefiltert werden, sondern gar Werbe-JavaScripts.
(Wobei, die nicht gerade scharfe Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung auf bild.t-online.de wird leider nicht berücksichtigt. Aber diese Seite muss man wahrhaft auch nicht besuchen.)

Das können SIE auch erfahren! Garantiert, schnell, zuverlässig. Tun Sie es jetzt, die Gelegenheit ist günstig! Hier eine idiotensichere Anleitung.

Erstmal auf die Seite von Adblock gehen. “Install” -> “Dev Builds”. Unten auf der Seite steht ein Link “Adblock 0.sowieso, Nightly Bla Sowieso”. Draufgeklickt.
Normalerweise wird jetzt oben im Browserfenster eine Meldung angezeigt. Der Firefox meckert, dass er die Erweiterung nicht installieren will. Aus Sicherheitsgründen. Aber: Auf den Button dort klicken und “adblock.mozdev.org” als erlaubte Adresse für Erweiterungen hinzufügen. Jetzt klicken wir noch einmal auf den Link für die Erweiterung und – voilà – Adblock installiert sich.

Das war aber nur die halbe Miete. Zum Adblocker müssen wir noch eine sich selbst aktualisierende “Schwarzliste” installieren, den “Adblock Filterset.G Updater”. Dazu auf dieser Seite den “Install now”-Link anklicken und das Spielchen von eben wiederholen. Nach der Installation den Firefox neugestartet, die Meldung lesen oder auch nicht und…

fertig! Nie wieder Online-Casinos und -Dating, halb bis ganz nackte Frauen (zumindest in Werbebannern), gefakete Fehlermeldungen, nervöses Geblinke und… weisst schon.
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