Ulf und der Schwimmunterricht

Der Moslem an sich verbietet seinen Töchtern, zum Schwimmunterricht zu gehen, so hört man von diesem und jenem Politiker. Schwimmunterricht sei im Islam prinzipiell Gotteslästerung, so spamte auch Ulf Anfang September in Markus‘ Blog. Ich hielt eine gesunde Skepsis dieser allzu einfachen Standardargumentation von Hobby-Islamwissenschaftlern stets für ratsam, denn in meinen Erinnerungen sprangen zu Schulzeiten durchaus auch türkische Mädchen vom Fünfmeterbrett. Und taten sie das nicht, lag das weniger an den patriarchalischen Familienstrukturen als an der Erfurcht gebietenden Höhe.

Prima, dass die Spürnasen von der ZEIT jetzt mal nachgefragt haben. Das Ergebnis widerlegt Ulfs fundiertes Fachwissen zum allergrößten Teil. Auch wenn verlässliches empirisches Material fehlt, zeigt sich, dass offenbar Einzelfälle in dieser Diskussion (wie meiner Meinung nach in beinahe allen die in irgendeiner Form das Thema Islam streifen) zu allgemeinen Sachverhalten aufgebläht werden. Bezeichnend die Antwort des Hamburger Kultusministeriums auf die Anfrage der ZEIT:

»Die größten Schwierigkeiten hatten wir mit christlichen Fundamentalisten«

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.