USA vs. Iran, entmalzahnt

Während die kriegsaffinen (G)Eiferer von SPIEGEL, Welt, Tagesspiegel und Co. die Frage nach den Gefährlichkeiten der USA im Vergleich zum Iran weiterhin mit Publikumsbeschimpfung und der ewigwährenden Wiedergabe schwarz-weißer Positionen beantworten, schreibt Behrouz Khosrozadeh einen angenehm unaufgeregten Kommentar in der Berliner Zeitung, in dem es auch mal um inhaltliche Aspekte des Konfliktes geht: „Ahmadinedschad ist nicht die größte Gefahr„. Gut, dass es solche Stimmen in der hiesigen Medienlandschaft noch gibt.

4 Kommentare

  1. Man könnte fast behaupten, dass es symptomatisch für diesen Bericht ist, dass er von einem Iraner und eben nicht von einem westlichen Autoren stammt. Allerdings auch nur fast, denn der Spiegel beschäftigt genug arabischstämmige Autoren, als das nicht auch von dort so etwas kommen könnte. Was mich darin bestätigt, zu glauben, dass die anti-iranische Haltung der deutschen und westlichen Medien im Grunde auf der Haltung der wichtig(st)en (Chef-) Redakteure beruht. Ich glaube nämlich kaum, das Deutsche grundsätzlich nicht objektiv denken können…

    Auf jeden Fall ein interessanter und lesenswerter Artikel, der – wenn er mir auch keine Neuigkeiten bietet – durchaus wichtige Sachverhalte aufklärt, die manchem nicht bewusst sein dürften.

  2. Hi Simon Columbus,

    kleine Spitzfindigkeit: Die Bewohner des Iran sind keine Araber, sondern Perser, was sich in einem eigenen – ich sag mal – nationalen Selbstverständnis äußert. Ansonsten hast Du recht. Wenn Du Zeit hast, empfehle ich dir, mal diesen erhellenden Podcast zum Thema, wie Spiegel, FAZ und Bild gemeinsam Meinung machen, anzuhören: hr2 – der Tag: Die Kampagnieros – Wie Mediendebatten inszeniert werden. Wenn man genau hinschaut, bemerkt man dass diese drei Blätter, die jeweils unterschiedliche soziale Schichten ansprechen, in wesentlichen politischen Themen einer Meinung sind. Wenn sich Döpfner und Aust auf der Pferderennbahn treffen, dann wird eben nicht nur der Sport genossen, sondern massiv Agenda Setting betrieben. Auch diesen Artikel aus der taz fand ich passend zur politischen Kultur im Blätterwald.

  3. @ maloXP:

    Ja, Araber und Perser… eigentlich weiß ich das. Und wenn ich nochmal nachdenke, meine ich eigentlich „muslimisch“. Jetzt werde ich auch schon verallgemeinernd. Aber diese „überraschende“ Übereinstimmung von Spiegel, FAZ und BILD ist ja auch schon im BILDblog mehrfach zumindest angedeutet worden (in Sachen FAZ sogar sehr deutlich).

    Schade!

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