Von der Schlammschlacht als Defensivmanöver

Broder_Verbindungspfosten

Es hat mal wieder gerappelt im Karton. Niggemeier macht das, was er am besten kann, nämlich islamophobe Rassisten aus der Reserve zu locken. Broder setzt sich in seiner Verteidigungsschrift richtig schön in die Nesseln, produziert etwas Innenraumklimaerwärmung und macht im Grunde nichts anderes als das, was er Niggemeier vorwirft: Kleinigkeiten herauspicken und versuchen, an denen eine wie auch immer geartete Idiotie des Kontrahenten festzumachen. Dabei sollte doch eigentlich klar sein, was Niggemeier ursprünglich meinte.

Es ist nämlich augenscheinlich, dass die wenigen Variationen, welche Broder seinen Texten noch gönnt, die aus dem Bereich „hard facts, welche eine Islamisierung und die zivilgesellschaftliche Einknickbereitschaft untermauern sollen“, sich bei näherem Hinsehen aber etwas zu häufig als Enten oder Übertreibungen entpuppen“ sind. Ansonsten gilt beinahe ausnahmslos: Kennt man einen Text von Broder, kennt man alle. Ich gestehe, dass mir, selbst wenn das Thema noch so öde ist, Niggemeiers penible Rechercheleistungen tausendmal lieber sind als ein Text, in dem ich mich höchstens an zwei, drei gewitzten rhetorischen Clous ergötzen kann, mir aber ansonsten außer paranoiden Phantastereien überhaupt nichts mitgeteilt wird.

Broders uneindeutige Distanz zu Politically Incorrect durch die Formulierung „und ist er [Niggemeier] ganz besonders gut drauf, arrangiert er eine Verbindung zwischen PI und mir“ sollte man dann aber doch nicht zu ernst nehmen. Die ideologischen Gräben zwischen den Parteien mögen durch eine neue Welle der Extremisierung seitens PI verursacht worden sein, grundsätzlich einig ist man sich in der Sache nach wie vor. Da muss HMB gar nicht so tun — die im Print-Spiegel verbreitete idiotische Geschichte von den Pluszeichen in Schulbüchern, gegen die angeblich Muslime in Österreich Sturm liefen konnte er bspw. nur von PI haben. Dementsprechend war das PI-Pack bis mindestens 10. März 2007 noch auf Broders Seite verlinkt. Ein Foto vom Gruppenkuscheln von u.A. Herre und Broder ist jüngst auch noch wieder aufgetaucht. Und: Wenn für Henryk M. Broder die Berichterstattung zu den in Mügeln gejagten Indern so skandalös und rassistisch war (in diesem Video ab ca. Minute 5:16), dass er sämtliche Seile zu PI kappte, würde mich ja mal interessieren, wo genau er die Unterschiede zu den PI-Artikeln über Muslime sieht.

[Bild: ikea.de]

6 Kommentare

  1. Das „kürzlich“ aufgetauchte Photo ist seit 2005 im Internet zu finden. Schreibt ix auch.

    Ansonsten habe ich da nichts hinzuzufügen.

  2. Wie kommen die bei Ikea nur darauf das Broder 2,04 Meter lang ist. Größe wollte meine Tastur nicht schreiben. Pfosten ist ok. Aber Verbindung. Was verbindet er denn. Seine Amerikahörigkeit mit seiner PI-Borniertheit. Der verbindet nichts. Der will einfach nur noch das Geld verdienen das er für seine alten Tage braucht. Lassen wir ihn. Es macht keinen Sinn noch über Broder zu diskutieren. Selbst lachen kann man nicht mehr über ihn, geschweige denn ärgern. Mir fällt zu Broder nur ein wehleidiges Lächeln ein.

    Was hätte aus dem Mann werden können, wenn sein Geist mitgemacht hätte?

  3. Ist das mit den Broderartikeln eine Art Stöckchen, das ich verpasst habe? 😉
    Ich finde die Kommentare drüben jedenfalls recht unterhaltsam, im Gegensatz zu Scientology, da bin ich bei 600 rum dazu übergegangen, die nur noch zu überfliegen.

  4. @ Simon C.: Hab ein „wieder“ eingefügt, um das zu klarifizieren. Danke.

    @ Jochen: Gibt ja auch den den Broder-Doppelhaken. Den hab ich aber schon zweimal verwendet und der Pfosten passt ja auch ganz gut. Gibt es eigentlich Spaltpfosten?

    @ Sebastian: Huch, hab ich auch nicht mitbekommen, dass die Diskussion so abgeht. Eigentlich wollte ich den Artikel schon vorgestern abschicken, da war die Diskussion erst bei 50 Kommentaren.

  5. Nee, so viele sind es ja nicht, nur bei Scientology, da sind’s ja schon 800. Bei Broder hat Stefan nach 200 dichtgemacht und der andere ist leider nicht ganz so spannend.

  6. Wirklich interessant ist ja eigentlich nur die logische Grätsche, die Broder vollführt, wenn er konstruiert, dass Menschen, die nicht in panischer Angst vor dem „Musel“ erstarren, sofort im Umfeld der Böhsen Onkelz und im Backstagebereich eines Oktoberfestzeltes zu finden wären. Vulgo dumpfgesoffene Neonazis. Wie kommt der Mann auf dieses schwachbrüstige Brett? Klar, in der Diktion der Ängstlinge ist jeder, der den Muselmann nicht ins KZ wünscht, automatisch ein Feind der Juden, also quasi Hitler. Warum dehnt Brainbroder seinen unfassbaren Schwachsinn nicht auf den Rest der Bevölkerung aus? Jeder, der Biathlon schaut – ein Sport, in dem Israel regelmäßig schlecht abschneidet – ist ein moscheenbauender Nazinazinazi! Bayern München, VfB Stuttgart, ha! Altintop! Bastürk! Musels, aber weit und breit kein Israeli. Alles klar: Böhse Onkelz! Was für ein Superschmock.

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