„Wahrheit macht frei“

Dokumentation, D 1991, 60 Min.
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Erschütternder Dokumentarfilm von 1991, der anhand von Interviews mit führenden Neonazis und Holocaustleugnern sowie Archivmaterial von konspirativen Treffen den Zustand der deutschen Neonaziszene kurz nach der Wende aufzeigt und deren internationalen Verquickungen, die bis ins Europaparlament reichen.

Für diese Dokumentation finde ich das Attribut „krass“ mal angemessen. Besonders der Polizist auf der Neonazidemo, der kaum seine Sympathien mit den braunen Horden verhehlen konnte und die Schamlosigkeit, mit der der Holocaust unter fadenscheinigen pseudowissenschaftlichen Argumenten verharmlost wird, macht mich würgen.

In dem Zusammenhang: Ich bin gegen ein Verbot der NPD. Nicht trotz sondern gerade wegen solcher Bilder. Kein Fascho in diesem Land würde von seiner „Meinung“ abkehren, nur weil seine Partei verboten wäre – im Gegenteil, man gießt mit solchen Forderungen nur Wasser auf die Mühlen derjenigen, die durch diese Einschränkung der Meinungsfreiheit einen Verfolgungsmythos genährt sehen, die die Naziideologie schon jetzt für ziellose Jugendliche interessant macht. Es wäre nur ein weiteres Herumdoktern an Symptomen: Der indirekte Schluss „Wo keine Nazis in den Parlamenten, da kein Naziproblem“ ist Selbstbetrug par Excellence. 9,2% in Sachsen und 7,3% in Mecklenburg-Vorpommern sind Besorgnis erregend und furchtbar, aber auch ein wichtiger Indikator für den Zustand unserer Zivilgesellschaft. Wir brauchen diese Ohrfeigen! Und wer sich angesichts von Ausländerhass, Rassismus und (echtem!) Antisemitismus in erster Linie Sorgen um Wirtschaftsstandorte und Imagefaktoren macht, der hat das Problem ebenso wenig verstanden wie die, die denken sich mit Faschos zu prügeln würde irgendetwas bringen.

19 Kommentare

  1. Scheiße. und danke. Ich hab mir bis jetzt nur ca. ein halbe Stunde angesehen, und mir ist in jeglicher Hinsicht schon schlecht.

    Danke nochmal, ich blogge das später, wenn ich wieder denken kann und will…

  2. Geschichte, Bildung und Spott sind die einzigen Mittel meiner Meinung nach. Die Antifa ist doch auch bloß eine parasitäre Kletterpflanze am braunen Stumpf.

    Bin auch gegen ein Verbot der NPD, die sollen sich politisch ruhig selbst demontieren…

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  4. Wie es diaet schon gesagt hat: „Scheiße. Und danke.“ Etwas passenderes fällt mir dazu nicht ein. Leider weiß ich kein Mittel gegen dieses Unkraut, bleibt wohl nur zu hoffen, dass diese Verbrecher in Deutschland und auch im Ausland keine Chance bekommen, die Regierung zu führen (in vielen Ländern, etwa Frankreich und Italien, sind sie leider sehr stark. Deutschland scheint durch seine Vergangenheit noch gegen eine große rechte Partei gefeit zu sein).

  5. Grüße aus Österreich. Ich habe den Film letzte Woche gesehen und wollte mir noch einige Infos aus dem Internet suchen und bin auf diese Site gestoßen. MaloXP, sofern er der Verfasser des obrigen Textes ist, gehören beide Hände geschüttelt, denn er hat den Nagel extrem auf den Kopf getroffen und ich stelle mich gerne hinter die Meinung eines so gutdurchdachten Textes.

    Zum Film selbst muss man sagen, dass es eine Schocktherapie für die ganze Familie ist und wie ich finde stark zur Aufklärung derer beiträgt, die gern dazu tentieren den Kopf in den Sand zu stecken und nicht in der Lage sind den Blick über den eigenen Tellerrand zu risikieren.

    Der Film sollte in allen Schulen gezeigt werden, da er keine primitive „Fuck off Nazis!“ Kampagne ist, sondern eine sachliche aber dennoch schockierende Dokumentation über die Zustände in Deutschland, Österreich und generell weltweit und heute vielleicht noch prisanter ist als ’91. Immer mehr Jugendliche steigerne sich in einen fanatischen Heimatstolz und reduzieren dabei das Gefühl „Heimat“ auf die Farben der Fahne und der Haut sowie die Hekunft der Sprache.

    Zum Abschluss bleibt mir nur zu Hoffen, dass weder in Deutschland noch anderswo diese braune Pest nochmals die Chance erhält, solch immensen Schaden and der Menschlichkeit und am Glauben an eine bessere Welt zu bewirken.

    MW

  6. Wurde aus dieser doku auch ein spielfilm gemacht? habe darüber in anderen foren gelesen und würde den film gerne sehen.
    Scheiße und Danke.

  7. Dem Basti hab ich eben schon eine E-Mail geschrieben, aber falls das andere noch interessieren sollte, hier meine Antwort:

    Meines Wissens nicht. Inhaltlich am Nächsten kommt dem vielleicht "Führer Ex", aber der Film ist imho ein ziemlich übles Machwerk. Hoffe, das hilft dir.

    "Scheiße und danke" nenne ich mal eine nette Verabschiedungsformel. 😀

    Scheiße und viele Grüße,
    m.

  8. Tja, wenn wenn ein Volk am Rande des Aussterbens steht gibt es Widerstand- das ist nur logisch. Unlogisch und krank allerdings ist wie neurotisch und verklemmt der heutige Deutsche auf NS Symbolik u. Vokabular  reagiert.
    Kaum sieht/hört er etwas aus diesen 12 Jahren kriegt er ein ungutes Gefühl in der Magengrube und das rationelle Denken setzt aus! Damit kann man über Themen wie Rasse, Überfremdung und pol. Selbständigkeit nicht mehr  vernünftig sprechen. Das ist keine Aufarbeitung und Verarbeiteung sondern eine plumpe Verdrängung in Kombination mit einer schwächlichen Angstneurose.
    Entweder Deutschland ist national – oder ist bald gar nicht mehr.

  9. Tja, wenn wenn ein Volk am Rande des Aussterbens steht gibt es Widerstand- das ist nur logisch.

    Erstens halte ich es für vermessen, von einem deutschen Volk zu reden, da sich diese ganzen Kleinstaaten erst 1848 1871 (Danke an Niko für die Korrektur) vereinigt haben. Vermutlich meinst Du aber den "Volkskörper" oder schlicht die arische Rasse. Das ist schön für dich, dass du etwas hast, woran du glauben kannst, bloß sind im Rahmen dieser konstruierten Ideologie massenhaft Verbrechen an der Menschlichkeit verübt worden.

    Zweitens mag es einen demographischen Wandel geben, allerdings nicht in einem solchen Umfang, dass man von "Aussterben" sprechen könnte. Wirf doch mal einen Blick in den Bericht des statistischen Bundesamts und gründe eine Familie, anstatt deinen Parteigranden ihren Wort gewordenen Müll fraglos abzunehmen.

    Unlogisch und krank allerdings ist wie neurotisch und verklemmt der heutige Deutsche auf NS Symbolik u. Vokabular  reagiert. Kaum sieht/hört er etwas aus diesen 12 Jahren kriegt er ein ungutes Gefühl in der Magengrube und das rationelle Denken setzt aus!

    Was meinst Du speziell? Das Wort "entartet"? "Arisch"? "Endlösung"? Gehst Du mit einem guten Gefühl in der Magengrube zur Besichtigung eines ehemaligen KZs? Du findest anscheinend den Terror gegen Menschengruppen und die Entmündigung des Einzelnen rational? Und das Hakenkreuz ist ja auch ein hochästhetisches Zeichen, gell? Es ist ein bekannter Trick von menschenfeindlichen Gruppierungen, sich in die Rolle eines stigmatisierten Opfers zu flüchten, der es verboten ist die eigene Meinung kundzutun, sobald jemand mit Argumenten kommt, die in Richtung Völkerrecht, Menschenrechte, Menschenwürde verweisen. Das macht die NPD so, das machen die "Islamkritiker" von Politically Incorrect und Konsorten, das machen die neokonservativen Verteidiger der expansiven US-amerikanischen Verteidigungspolitik. Ich pflichte dir insofern bei (s.o.), dass solchen Meinungen in der Tat nicht oft genug argumentativ entgegengetreten wird. Dass der NS eine verbrecherische und hasserfüllte Ideologie war, ist zwar evident, muss aber trotzdem immer wieder gezeigt werden. Denn die Unterordnung einer Masse unter einen gottgleichen,  allmächtigen Führer (als Ersatz für den gestrengen Familienvater, den immer noch zu viele hatten) ist nach wie vor für viele reizvoll. Es handelt sich deswegen um eine inakzeptable Ideologie, weil sie den Menschen als soziales Wesen leugnet und vor sich selbst ent-menschlicht, weil er auf Terror und Unterdrückung basiert, statt auf Kreativität und persönlicher Entfaltung, weil er manche willkürlich für ihre alleinige Existenz bestraft, weil sie dem Menschen seiner Freiheit der Meinung und Entscheidung, seiner Individualität beraubt. Ich kann dir nur empfehlen, dich mit der Zeit '33 bis '45 mal aus der Perspektive der NS-Opfer zu beschäftigen ("Shoah" von Claude Lanzmann etwa), wenn dir deine Fähigkeit zum Mitgefühl noch nicht völlig aberzogen worden ist. Vielleicht auch mal die eigenen Defizite in deiner Erziehung reflektieren, anstatt hier so einen Dünnpfiff von dir zu geben.

    Damit kann man über Themen wie Rasse, Überfremdung und pol. Selbständigkeit nicht mehr  vernünftig sprechen.

    Die ersten beiden Themen schließen sich mit Vernunft aus. "Rasse" wird im Kontext faschistischer Ideologie stets mit pseudobiologischer Höherwertigkeit einer wie auch immer "auserwählten" Menschengruppe konstruiert, dabei wird allerdings stets übersehen, dass a) die "Leistungen" anderer "Rassen" oder auch "rassisch heterogener" Gruppen ebenfalls beachtlicher Natur sind und b) die Anhänger der entsprechenden Ideologie bei weitem nicht durchgängig dem Idealtypus des Ariers entsprechen, sondern optisch häufig total unarisch wie auch geistig – achte mal darauf – veritable Dumpfbacken sind.
    "Überfremdung". Ja, da weiß ich gar nicht, wie du darauf kommst, dass man darüber nicht frei reden darf. "Das Boot ist voll" und "Mekka Deutschland" waren mal Spiegel-Titelthemen. Fahr nach Bayern und wohne einer CSU-Kreis- oder Ortsversammlung bei, da fühlst du dich sicher nicht unwohl. Selbst jüdische Kommunisten referieren heute frank und frei darüber, dass Deutschland, respektive Westeuropa (letzterer Begriff ist in der Tat noch nicht negativ konnotiert), im Begriff ist, von einer "archaischen Hirtenkultur", namentlich den  Menschen muslimischen Glaubens, infiltriert zu werden.

    "Pol. Selbständigkeit". Was genau meinst Du damit? Ich glaube doch, zu NS-Zeiten gab es eine ziemlich straffe Hierarchie der politischen Institutionen. Wirklich selbständig war da nur der Führer, der Rest so ziemlich das Gegenteil. Oder meinst du Selbständigkeit nach außen? Nun, das wäre ein netter Euphemismus für Eroberungsgelüste. Das entsprechende Streben danach war letztlich der Todesstoß für Hitler und man kann von Glück sagen, dass Hitler so ein Realitätsverweigerer war, dass die Alliierten ihr Appeasement irgendwann ad acta legen mussten.

    Oder meinst du wirtschaftliche Autarkie? Auch hier muss ich dich enttäuschen. Das "dritte Reich" war genauso auf Handel und Rohstoffe von außen zwingend angewiesen wie jeder andere Staat seit Beginn der Industrialisierung. Klar, auch hier gilt: Wer alles erobert ist irgendwann unabhängig. Bloß hat der NS durchaus auch gute Geschäftsbeziehungen mit den USA und in den Nahen Osten unterhalten – Gebiete, die nicht zwingend von Beglückung durch nationalsozialistische Besetzung bedroht waren.

    Das ist keine Aufarbeitung und Verarbeiteung sondern eine plumpe Verdrängung in Kombination mit einer schwächlichen Angstneurose.

    Dann geh doch bitte mal mit gutem Beispiel voran und zeig, was du mit Aufarbeitung meinst. Analyse taktischer Fehler in der Kriegsführung? Ineffizienzen bei der Vernichtung „unwerten Lebens“? Aber in der Tat muss man sagen, dass die Aufarbeitung des NS mittlerweile viel zu oft bei öffentlichen Empörungsreflexen und symbolischen Akten aufhört. Viele Menschen, gerade öffentliche Personen, fühlen sich furchtbar toll dabei, wenn sie mal wieder betroffen guckend bei irgendeiner "Gesicht zeigen gegen Rechts"-Aktion mitmachen, das aber viel eher als Werbeeffekt für die eigene Person benutzen und den perfiden Argumentationsmustern der NPDieros trotzdem nichts entgegensetzen können. Schlimmer noch: Wenn Politiker sich gegen rechts aussprechen und dann eine Gesetzgebung tragen, die auf ähnlichen Menschen verachtenden Ansichten fußt. Es ist fatal, dass man so den Rechtsextremen die Möglichkeit gibt, sich als verfolgt, missverstanden, sozial und bürgernah zu gerieren. Und was heißt Angstneurose… Natürlich habe ich Angst vor Nazis – egal ob sie nun in bürgerlichem Zwirn daherkommen  oder in martialischer Uniform, beglatzt mit Fackel oder Baseballschläger in der Hand. Es ist keine Schwäche, sich diese Angst einzugestehen, schließlich legt ihr es ja auch darauf an, den politischen Gegner einzuschüchtern. Schwach, mein Lieber, ist der, der keine eigenen Qualitäten aufzuweisen hat und sich über abstrakte Gebilde wie Nation oder Rasse definieren muss.

    Entweder Deutschland ist national – oder ist bald gar nicht mehr.

    Tätä! Tätä! Da hat aber jemand in die Sinnspruch-Kiste gegriffen. Bloß ist das eben eine Meinung, die totaler Quatsch ist. Siehe oben.

  10. Astrein gegeben, Gevatter. Schade nur, dass die Schlichtbirnen 1. den Text nicht zu Ende lesen (können), und falls doch, aber 2. den Text nicht verstehen (wollen) und falls das auch noch, sie dem Text dann 3. mit keiner Aufarbeitung und Verarbeitung sondern mit einer plumpen Verdrängung in Kombination mit einer schwächlichen Hassneurose begegnen werden.

  11. Ich bin für ein Verbot der NPD, denn sie ist m.E. eine grundgesetzfeindliche und gemeingefährliche Organisation. Deine Einschätzung, dass radikale Neonazis resozialisierbar wären – die ich aus dem Satz schließe "Kein Fascho in diesem Land würde von seiner “Meinung” abkehren, nur weil seine Partei verboten wäre" – teile ich nicht. Typen, die bereits so fanatisiert sind, wie die Rechtsradikalen in der oben verlinkten Dokumentation, halte ich für eine unduldbare Bedrohung für das Leben und die Gesundheit vieler meiner Mitmenschen. Das sind Zombies in meinen Augen. Und wer würde schon versuchen, mit Zombies zu diskutieren?

  12. Deine Einschätzung, dass radikale Neonazis resozialisierbar wären – die ich aus dem Satz schließe "Kein Fascho in diesem Land würde von seiner “Meinung” abkehren, nur weil seine Partei verboten wäre" – teile ich nicht.

    Über die Resozialisierbarkeit lässt sich streiten. Ich würde das aber eher von Psychiatern bzw. Sozialarbeitern und dann im Einzelfall entschieden wissen. Immerhin gibt es aber diverse Aussteigerprogramme wie "Exit", die durchaus für diese Option sprechen. Sicher kann man nicht mit den extrem Fanatisierten sprechen. Glaub mir, ich habe oft genug versucht mit Menschen zu diskutieren, die ein enorm geschlossenes Weltbild haben und das war sehr frustrierend auf die Dauer. Aber um jenen festen Kern gruppiert sich ja auch ein Mob aus Mitläufern, die erreichbar sind und bleiben müssen.

    Aber Du verstehst mich auch sonst miss, Iris. Ich habe oben die Überzeugung geäußert, dass es von Vorteil ist, wenn Neonazistrukturen halbwegs sichtbar bleiben. Als Mahnung an die Gesellschaft, aber auch zum Zweck der Kontrollierbarkeit. Denn ich bezweifle eben nicht – und das meinte der von dir zitierte Satz – dass rechtsextreme Kräfte im Falle eines Parteiverbots parallele Strukturen im Untergrund auf – und ausbauen würden. Die dann noch schwerer zu überblicken wären. Für mich wäre das eine pragmatische Entscheidung. Es wäre schön, wenn diese Argumente in der leider von Populismen auf allen Seiten beherrschten Debatte berücksichtigt würden. Die Menschenverachtung und Grundgesetzfeindlichkeit der NPD und angeschlossener Zusammenrottungen stelle ich dabei nicht in Frage.

  13. Zitat: Ich habe oben die Überzeugung geäußert, dass es von Vorteil ist, wenn Neonazistrukturen halbwegs sichtbar bleiben. Als Mahnung an die Gesellschaft, aber auch zum Zweck der Kontrollierbarkeit. Denn ich bezweifle eben nicht – und das meinte der von dir zitierte Satz – dass rechtsextreme Kräfte im Falle eines Parteiverbots parallele Strukturen im Untergrund auf – und ausbauen würden. Die dann noch schwerer zu überblicken wären. Für mich wäre das eine pragmatische Entscheidung. Zitatende

    Wenn man dieser Deiner Argumentation folgen würde, müsste man aber imo konsequenterweise auch andere krimininelle Organisationen wie z.B. die Mafia erlauben.

    Entschuldige, aber Du sagst doch selbst, dass die NPD grundgesetzfeindlich und menschenverachtend sei. Wie anders kann eine demokratische Gesellschaft ihre rechtsstaatlichen Grenzen denn durchsetzen, als dadurch, dass sie Übertretungen dieser Grenzen nicht duldet, resp. unter Strafe stellt? Außerdem denke ich schon, dass sich die Mehrheit der angesprochenen Zielgruppe durch eine Illegalität der Mitgliedschaft in einer solchen Vereinigung wie der NPD abschrecken ließe. Klar wird es Ausnahmen geben, die auch den Schritt in die Kriminalität nicht scheuen. Aber die gibt es in anderen Bereichen organsisierter Kriminalität ja auch (Mafia, Terrororganisationen). Doch die wenigsten würden m.E. für eine NPD-Mitgliedschaft ein Strafverfahren in Kauf nehmen. Ich finde, der Staat muss knallhart deutlich machen, dass wir als Gesellschaft diese Gruppen und damit auch ihre Mitglieder als kriminelle Straftäter ansehen und dementsprechend behandeln, wenn ihre Mitgliedschaft aufgedeckt wird. Und im Rahmen eines Strafvollzugs könnten dann meinetwegen auch die von Dir vorgeschlagenen Psychiater oder Sozialarbeiter mal ihr Glück/ihre Fähigkeiten bei der Resozialisierung von Neonazis versuchen. Hauptsache die Allgemeinheit wird künftig erst mal vor offen gewalttätigen Neonazibanden geschützt.

  14. Hallo Iris. Interessant, dass Du gerade die Mafia als Beispiel nimmst, die sich einen Dreck um justiziable Illegalität schert und trotzdem gedeiht.

    Entschuldige, aber Du sagst doch selbst, dass die NPD grundgesetzfeindlich und menschenverachtend sei. Wie anders kann eine demokratische Gesellschaft ihre rechtsstaatlichen Grenzen denn durchsetzen, als dadurch, dass sie Übertretungen dieser Grenzen nicht duldet, resp. unter Strafe stellt?

    Du hast natürlich recht, ich hätte mich vielleicht etwas genauer ausdrücken sollen. Was ich meinte: Die Menschen, die sich in der NPD engagieren, sind grundgesetzfeindlich eingestellt, jedoch versucht die Partei konsequent diesen Eindruck zu vermeiden. Mimikry ist in rechtsextremen Kreisen Parteitaktik. Es gibt intern ganze Ratgeberbände dazu, wie man möglichst Eindeutiges möglichst vieldeutig formuliert. Wie gesagt, man sollte nicht den Fehler machen, deren Chefideologen zu unterschätzen. Nichts wäre peinlicher für den deutschen Rechtstaat, wenn ein neues Verbotsverfahren Bundesverfassungsgericht scheitert, weil eindeutige Beweise für Volksverhetzung schlicht nicht vorliegen.

    Außerdem denke ich schon, dass sich die Mehrheit der angesprochenen Zielgruppe durch eine Illegalität der Mitgliedschaft in einer solchen Vereinigung wie der NPD abschrecken ließe.

    Selbst wenn dem so sein sollte, gäbe es plötzlich nur noch zwei rechtsextreme Parteien, auf die dann ein enstprechendes Mehr an Stimmen fiele. Eine solche, durch externe Maßnahmen forcierte Bündelung der – heute durchaus differierenden – Kräfte rechtsextremer Auffassung wäre kontraproduktiv.

    Hauptsache die Allgemeinheit wird künftig erst mal vor offen gewalttätigen Neonazibanden geschützt.

    Die Vorstellung, dass das durch ein NPD-Verbot zu erreichen wäre, halte ich – entschuldige – für naiv.

  15. "Die Vorstellung, dass das durch ein NPD-Verbot zu erreichen wäre, halte ich – entschuldige – für naiv."

    Na gut, ich glaube natürlich auch nicht, dass man nur mit einem NPD-Verbot die Neonazis von der Straße kriegt. Aber es wäre imo schon mal ein guter Anfang und ein deutliches Signal an die gesamte rechtsextreme Szene und – was vielleicht noch wichtiger ist – an deren Sympathisanten, die scheinbar meinen, dass Nazismus mittlerweile in Deutschland wieder 'salonfähig' geworden ist. Es wird Zeit, denen das Gegenteil zu beweisen.
    Und wenn's nach mir ginge, würde es auch nicht bei einem NPD-Verbot bleiben. Die anderen Rattenfänger können sich gleich hinten anstellen. Ich bin ja sonst eher nicht so begeistert davon, wenn der Staat seine Muskeln spielen lässt, aber mit diesen Soziapathen kann man imo nur auf eine Art fertig werden – auf die harte Tour! Nicht nur, dass diese Dumpfbacken anders nicht kapieren, was Tango is', die legen den Demokraten auch jede Toleranz als Schwäche aus.

  16. Man weiss nie wer wirklich hinter dieser Nazipropaganda steht-gerade der Zionismus, der jüdische Faschismus,hat doch den Faschismus immer gern für seine Interessen genutzt. Kann man doch so immer wieder die Schuldkultur zelebrieren und daran seine endlosen Forderungen anknüpfen; die Ausländerfeindlichkeit mit Antiislamismus gekoppelt ist auch sehr nützlich.
    Solang zionistische Lobbyis unendlich viel Macht in Medien,Kultur und Politik haben wird es auch Nazis geben.

  17. Ich glaube ja auch noch an die Dolchstoßlegende, dass die kommunistisch-zionistische Weltverschwörung die ehrbaren braven teutschen Soldaten schändlich verraten hat…

    Ach David, 3 kW frontal auf die Netzhaut bekommen oder wo kommt sonst so eine Verblendung her?

  18. Lasst den armen kleinen Kerl in Frieden, seht ihr denn nicht, dass er nur ANGST hat, weil ihm ein gesundes Selbstwertgefühl aus Gründen, für die er sicher nichts kann, versagt blieb und er deswegen einfach einen Namen, am besten einen Begriff, der so richtig was hermacht, für seine ausufernde Paranoia braucht? 🙂
    Immerhin ist es zur Abwechslung mal wieder der Zionismus, der für alles Üble in Deutschland – was für ein Wintermärchen – und auf der ganzen Welt verantwortlich ist, nach der Islamhetze wäre er wieder mal an der Reihe.
    Zionistische Lobby mit unendlicher Macht in Medien, Kultur und Politik?? Ich bin immer noch am Lachen. Der einzige Beleg, den ich dafür finde, wäre die Karriere von Michel Friedman, pardon, nichts für ungut, Michel.
    Ernsthaft: Im Grunde stellt sich doch die Frage, was die effektivste Schadensbegrenzung wäre: Den Nazis eine Bestätigung ihrer Opferattitüde auf dem Silbertablett zu servieren, wenn man ein Verbot ausspricht, und möglicherweise die Attraktivität für verlorene Seelen zu steigern – oder ein Verbot aussprechen und damit allen braven deutschen Bürgern, die, enttäuscht von der bisherigen Politik, mit einer Unterstützung oder sogar einem Beitritt flirten („Die Partei des Kleinen Mannes“, ha) in der irrigen Meinung, das sei ja alles gar nicht so schlimm. Ich tendiere eher dazu, dem letzteren Argument mehr Gewicht beizumessen, denn ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass die Rechte bei uns mal so stark wird wie in Frankreich, Schweiz, Österreich, oder mittlerweile sogar Russland (seufz). Ich glaube, die eventuell aus Naivität, Unkenntnis, Verzweiflung etc. sympathisierenden „Normalbürger“ stärker ins Gewicht fallen als vereinzelte wütende Jugendliche. Oder? Und die könnte man mit einem Verbot sicher abschrecken, weil „Normalbürger“ in der Regel nichts mit Illegalität am Hut haben wollen.

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