Wahrnehmungsdifferenz

Wie kommt es eigentlich, dass die A-Bloggerschaft nachwievor der Meinung ist, in Deutschland gäbe es kaum eine politische Bloglandschaft? Das fand ich neulich schon Quatsch, als Johnny das in einer der Spreeblick-Radiosendungen verlautbarte und jetzt war das auch noch Thema auf dieser Konferenz. Tja, ihr da oben im Krähennest, Pustekuchen: Wir haben in Deutschland sowohl eine relativ gut organisierte rechte Bloggerszene als auch eine in letzter Zeit immer schneller wachsende Blog-Linke, die schon aus Tradition selbstverständlich intern stärkere Konflikte auszutragen haben als nach aussen.

Wie auch immer, es gibt sie jedenfalls, die Politikblogs – und zwar zahlreich. Wer das nicht glaubt, muss eben tiefer wühlen und sollte aufhören sein eigenes Umfeld (auch wenn es nur „virtuell“ ist) auf einen wie auch immer garteten Gesamtraum „Blogosphäre“ auszudehnen. Sind wir doch mal ehrlich, eine politische Diskussion in Blogs zu moderieren oder gar mitzuführen kann sich als ganz schön anstrengend herausstellen, schreckt mitunter gar den nicht einverstandenen Teil der Besucher auf ewig ab, wenn sich der Blogger klar positioniert und nicht bloß mantraartig wiederholt, dass es ja „gut“ sei, dass man „darüber diskutiert“. Die Reaktionen, als Spreeblick die RAF thematisierte, waren ja durchaus heftig – in alle Richtungen. Wäre es also denkbar, dass es eine unbewusste Angst vor der Ernsthaftigkeit bei den höheren technorati-Rängen gibt?

Einen angenehm uneuphorischen Erlebnisbericht über einen Tag auf der r3:publ1ca[1] hat, nebenbei bemerkt, Nadine: „Ich mag keine Blogger“

  1. Name verfremdet, da ich auf den Technorati-Traffic verzichten kann [zurück]