Was ist doof und hat fünf Ecken?

Ich dachte, ich les nicht richtig, als ich davon heute morgen im „Berliner Fenster“ las.

General Lynch sagte der „New York Times“, dass unter den neu bewaffneten Kämpfern auch bekannte Feinde der USA seien. „Wir hassen Euch als Besatzer“, zitierte er einen seiner Verhandlungspartner. „Aber Al Kaida und die Perser hassen wir mehr.“ Und genau das könnte der neuen Strategie zum Erfolg verhelfen. „Wir werden sehen“, so Lynch, „vielleicht bin ich zur Zeit einfach naiv in meinen Annahmen.“ Die Strategie werde neu bewertet, wenn es mehr Erfahrungen damit gebe. (tagesschau.de: USA bewaffnen weitere Sunniten-Milizen im Irak)

Die neuen lustigen Pläne der Pentagon-Strategen, sunnitische Milizen mit US-Waffen auszurüsten – zur Stabilisierung natürlich – erinnern mich irgendwie an einen dieser uralten Sketche, in denen ein Clown auf eine Harke tritt, woraufhin deren Stiel mit dem Kopf des Clowns kollidiert. Direkt dahinter liegt eine weitere Harke und das Unglück geschieht wieder. Und wieder… Und wieder

Vielleicht steckt in diesem Plan aber auch eine tiefere Logik und das US-Militär plant einfach bloß die Berechtigung der eigenen Existenz über die nächsten Jahre hinaus? Irgendein Krieg muss schließlich auch in zwanzig Jahren geführt werden. Und, hey, so viel kann ja auch nicht passieren – schließlich werden die Waffen registriert und den Empfängern werden biometrische Daten abgenommen. Falls irgendwer also mit den Waffen seinen Schindluder treibt, weiß man immerhin, wer’s war. Falls der Täter die Waffe am Tatort lässt. Und die Waffe seinen Besitzer bis dahin nicht gewechselt hat. Und falls man den Täter dann noch kriegt, kann man ihn sogar bestrafen. Und überhaupt – man muss ja erstmal ausprobieren und Erfahrungen sammeln.

In was für eine Welt bin ich da bloß hinein geboren worden?

Photo source | Info: Aerial photograph of the Pentagon with the River Parade Field in Arlington, Va., on Sept. 26, 2003. DoD photo by Tech. Sgt. Andy Dunaway, U.S. Air Force. (Released)