Wedding

Kapernaum-Kirche Berlin-WeddingNun also Wedding. Ich würde gerne etwas über die Umgebung schreiben können, aber dazu habe ich bis jetzt zu wenig davon gesehen. Klischees gibt’s ja viele, von einer Gegend mit marodierenden Talibanpubertierenden bis hin zur Brutstätte der Rotfrontarbeiterschaft, aber tatsächlich scheint es mir auf den ersteinhalbten Blick recht normal hier. Gut, in der U-Bahn ein Junkie oder vor dem Supermarkt-Pfandflaschenautomaten ein Häufchen Elend sind schon erblickbar, aber auch die alte Heimat Friedrichshain hatte so ihre Ecken, wo Autos brannten oder Abiturienten sich in Rage soffen. Lustig war, als wir neulich – es war schon fast Nacht – auf dem Balkon standen und eine Jugendtruppe, es waren wohl auch welche mit ausländischen Eltern dabei, auf der anderen Straßenseite in einem Hauseingang die etwa fünf Köpfe zusammensteckten. Wir mutmaßten im Scherz: Planen die Delikte die Drogen, Gewalt, einen Raubmord gar involvierten? Schließlich schauten Sie empor, drückten auf alle Klingelknöpfe und rannte johlend fort. Tja, so ist das, in unserem Bezirk, in den sich laut bürgerlich-alarmistischen Medienberichten keine Polizeistreifen mehr hineintrauen. Das ist natürlich geschwindelt, hier sieht man hin und wieder Polizisten, wenn auch nicht so oft wie im Friedrichshain (weil hier seltener Autos brennen, s.o.).

Was mich schon irritiert, sind die vielen Wettbüros in unserem neuen Kiez. Suchtmäßig geht da schon was, aber ein Glück nicht für mich (bleibe bei Internet und Computerspielen). An einem der Wettbüros ist das Fenster zugeklebt mit einem Ganzkörperporträt von Mario Basler, in Lebensgröße. Das ist schon irritierend, zumal ich da mehrmals am Tag vorbeigehen muss. Auf dem Foto haben sie den Basler sogar in Bewegung eingefangen. Aber warum hat er ein schwarzes Trikot an, gab’s das mal in München oder Bremen? Was ist überhaupt aus Mario Basler geworden, der war doch pfiffig, der hätte bestimmt einen super Comoderator abgegeben. Vielleicht geh ich einfach mal rein und frag nach.

Bild: Die Kapernaum-Kirche am Ende unserer Straße, geklaut aus der Wikipedia (von Jochen Jansen unter CC-Lizenz). Am Osterwochenende hat sie sich gar nicht eingekriegt, in ihrem polyphonen Geglock‘.

7 Kommentare

  1. Pingback: Gruppenbild mit Kampfhund | Ratlosigkeit und Katzen

  2. das gib`s doch gar nicht, so einen ähnlich artikel habe ich in einen anderen blog gelesen, also da gings auch um die jungs die im Wedding die Köpfe zusammensteckten und einen klingelstreich ausheckten. Klein ist die Welt, nicht nur in Berlin also auch im Netz. 🙂 Würde ja lauthals lachen wenn die Bloggerin, die davon erzählte die gleich szene beobachtet und darüber blogte. Sag mal gabs in der Nähe einen Hund der sich von der „Leine“ gerissen hat und auf die jungs zu rannte?

  3. Könnte sogar sein, dass die Bloggerin meine Verlobte ist und einfach die Geschichte aus ihrer Perspektive niedergeschrieben hat. 🙂 Könnte!

  4. Lach, nee irgendwie habe ich mir das fast ja gedacht, obendrauf kommt noch das mir dein Blog von einen Nachbarn empfholen wurde der dich über eine Ecke Persönlich kennt. 🙂 Hoch Lebe Kleinbloggersdorf 🙂

  5. hab dir mal Emaile mit dem Namen geschickt, muß ja hier nicht in öffentlichkeit stehen. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.