Wie man mit missratenem Nachwuchs richtig umgeht

Wow, ich bin entgeistert. Während gewisse Blogs in Deutschland nicht müde werden, Suren aus dem Koran zu zitieren, um die angebliche Blutrünstigkeit dieser Religion zu belegen, stoße ich – als nicht sonderlich bibelfester Mensch – aus purem Zufall auf einige ganz schön heftige Stellen in der Bibel. Das 5. Buch Mose sagt nämlich unter anderem

Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, daß er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun, daß ganz Israel aufhorche und sich fürchte.

My dear Mr. Singer’s Club, das erklärt einiges. Eine szenische Dramatisierung der Handlungsanweisung mit Legosteinen findet sich übrigens im Brick Testament.

[via]

7 Kommentare

  1. Wer sich an mehr faszinierenden Ansichten der Bibel erfreuen möchte dem sei das „Buch Levitikus“ aus dem Alten Testament empfohlen, ich kann mich daran erinnern dass es dort ziemlich krude Regeln für das tägliche Leben gibt…

  2. Kann ich Corto nur zustimmen – diese Lego-Comics könnte ich die ganze Nacht durch anschauen… Das ist auf jeden Fall spannender, interessanter und unterhaltsamer, als das Alte (oder auch Neue) Testament zu lesen. Es ist – leider Gottes – literarisch minderwertig.

  3. (4) Und sprach zu ihm: Geh durch die Stadt Jerusalem und zeichne mit einem Zeichen an der Stirn die Leute, die da seufzen und jammern über alle Greuel, die darin geschehen.
    (5) Zu den anderen Männern aber sprach er, so daß ich es hörte: Geht ihm nach durch die Stadt und schlagt drein; eure Augen sollen ohne Mitleid blicken und keinen verschonen.
    (6) Erschlagt Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Frauen, schlagt alle tot; aber die das Zeichen an sich haben, von denen sollt ihr keinen anrühren. Fangt aber an bei meinem Heiligtum! Und sie fingen an bei den Ältesten, die vor dem Tempel waren.
    (7) Und er sprach zu ihnen: Macht den Tempel unrein, füllt die Vorhöfe mit Erschlagenen; dann geht hinaus! Und sie gingen hinaus und erschlugen die Leute in der Stadt.

    HESEKIL 9,4-11

  4. Ach, da gibts noch ganz andere Geschichten beim Kampf der Israeliten gegen die Völker, die das gelobte Land „besetzten“. Sehen wir mal ganz von der Geschichte mit Noah und seinen Töchtern ab und noch so anderen netten Sachen die im AT stehen. Da ist das Steinigen des Sohnes ja noch Killefit gegen…
    (Das Buch Hiob zählt nicht so ganz, das hat wenigstens ein Happy-End.)
    Ad Astra

  5. Pingback: Rassismus - Citronengras

  6. Hey, wer sagt denn, dass die Bibel nur friedlich ist? Im AT ging es ziemlich ab, da geht es mehr als einmal um Krieg, Mord und andere Grausamkeiten. Nicht umsonst schuert sich die Hoffnung, dass einmal der Erloeser kommt.

    Das Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ wurde erst im NT durch „Liebe Deinen Naechsten“ ersetzt und ab da wurde es auch friedliche („Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein“).

    Eine Abgrenzung gegenueber „blutruenstigen“ Religionen (wie auch immer man das definieren will) mag sich dadurch finden, dass im NT mit den alten Regeln aufgeraeumt wurde und neue eingefuert wurden. Man sollte beim Lesen der Bibel nicht vergessen, dass es sich um eine Sammlung verschiedener Buecher handelt, die innerhalb eines grossen Zeitraumes geschrieben wurden.
    Sich streng an Levitikus zu halten oder das Christentum danach zu beurteilen ist fuer mich ein Missverstaendnis der Bibel.

    Trotzdem ist es natuerlich immer mal wieder interessant, solche Stellen zu finden. 8)

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