Windows 8, eine Woche später

Die Metro UI ist unbrauchbar, zumindest wenn der Bildschirm nicht als Destination für Fingerfett fungiert. Macht aber nix, kurz den blödsinnigen Lockscreen weggedrückt, Passwort eingegeben, [Win]+[D] und man ist auf dem Desktop. Ich sehe den Hintergedanken der Metro UI, aber deren Sinn wird sich am Desktop erst materialisieren, wenn Touchscreens präsenter sind. Der klassische Büro-PC wird aber wohl kaum von Touch-Devices verdrängt. Warum? „Was ist denn das da in dem Excel-Spreadsheet?“ „Es handelt sich um Panade, denn ich aß in der Mittagspause gewolftes Huhn bei KFC.“ Die meisten Metro-Apps sind zwar schick, dieses zweite UI in der Benutzung mit Maus und Tastatur aber blöde.

Ich vermisse die Transparenzeffekte in den Rahmen der Windows 7-Fenster. Man muss da differenzieren: Nicht aus dem Sehnen nach verblichener Funktionalität heraus, sondern einem nostalgisches Vermissen des Eingespielt-Gewohnten und schick gefundenen — so wie die animierten Hintergrundbilder in Vista, denen wohl nur ich nachtrauere. Muss natürlich Stilwechsel geben, sehe ich ja ein, sonst demonstriert man Stehenbleiben, und das geht ja nicht mehr in Zeiten, da ein heute morgen schon ein vorgestern ist. Gestern abgerundete Glasflächen und Bonbon-Stile, heute einfarbige Vierecke mit viel Weißraum, morgen dann vielleicht graue Schrift in 9pt auf schwarzem Hintergrund, ach nee, dasgabsjaschon.

Es ist mir übrigens völlig unverständlich, warum Microsoft den Anachronismus 32-Bit-Version immer noch weiterpflegt. Wegen Netbooks mit Atom-CPU? Ach ja, welch zukunftsträchtiger Markt. Die Ribbon-UI mag ich auch nicht, meh, aber gut: *abfind*. Ich habe mich ja schließlich auch in Windows 7 mit der grauenhaften Taskbar anzufreunden gelernt. Gibt aber auch viel Gutes in Windows 8: Der neue Taskmanager kann was. Der Start-Orb kann mich jetzt mal, [Win] und ein paar Buchstaben eingeben reichen zum Start von Programmen. Der Kopieren-Dialog ist gelungen. Den IE kann man jetzt echt benutzen, wiewohl mir Chrome trotzdem lieber bleibt. Endlich hat der Explorer seinen „Ordner hoch“-Pfeil zurück. Sonst ist eigentlich alles gleich wie in Windows 7. Was mir am besten gefällt: Das Betriebssystem ist einfach derbe schnell. Pit-Stop-mäßig: Hochfahren, Runterfahren, Glücklichsein. Alles öffnet und schließt sich noch einen Tick flinker als in Windows 7, inkompatibel war nix an Soft- oder Hardware, die Installation (auf eine SSD) ging schmerzfrei und schnell. Vorbei die Zeiten von Micro$oft, Windoof und was es da noch an lahmen Verballhornungen gab, Windows 8 ist nicht vergeigt, das ist doch was wert.

3 Kommentare

  1. Die 32Bit Variante Pflegt Microsoft u.a. noch für Tablets mit Intel Atom da es Intel anscheinend nicht hin bekommt einen 64Bit Treiber für die PowerVR GPU zu schreiben.

  2. Aus meiner Sicht wird sich auf dem Desktop der Touchscreen nicht wegen der Verspeckung, sondern wegen der Ergonomie nicht durchsetzen. Wenn man wegen jeder Interaktion die Hand vom Schreibtsich heben und Richtung Bildschirm führen mus, dann wir das über den langen Arbeitstag ziemlich anstrengend und führt zu Verspannungen.

  3. @thosch:
    Valides Argument, aber die Ergonomie hatte man auch bei Tablets seit dem iPad als Verbreitungshinderungsgrund vermutet. Obschon man die Dinger kaum wirklich bequem halten kann , verkaufen sie sich wie geschnitten Brot. Wer weiß, vielleicht erfindet irgendein Touchmonitorhersteller ja mal einen Smart-Ellbogenhalter? =)

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