meist manchmal, selten oft

Der Italiener hat’s gut, der kann seinen Patriotismus bereits beim Essen kultivieren. Die typisch italienische Mahlkombi Tomaten-Mozarella-Basilikum verströmt nämlich bereits qua Farbwahl südländisches Flair, denn diese Eintünchung entspricht natürlich der italienischen Landesfahne. Ebenso ist’s beim Spanier, der, ein bisschen Fantasie vorausgesetz, eine rot-gelbe Paella in sich hineinschiebt. Als US-Amerikaner hat man prinzipiell Zugriff auf jede Farbe, wenn man isst, und man isst ja viel als US-Bürger, wenn man deren Leumund Kredibilität zuspricht. Ein Menü sich vorzustellen aus roten Marshmallows, Mayonnaise und – äh, – blauer Fanta liegt nicht so weit, wie mancher Transatlantiker im Politikressort großer deutscher Wochenpublikationen behaupten täte. Nun frage ich aber: In welchem typisch deutschen Gericht finden sich die Landesfarben wieder, auf dass man dem Wir-sind-wieder-wer, das da in ein paar Wochen garantiert im Feuilleton kolportiert wird, auch lukullisch Rechnung tragen kann? Verbrannte Bratwurst mit Ketchup und Senf, schlage ich vor. Guten Appetit, Schland.



5 Kommentare
28. April 2010
ad

Sauerbraten, Rotkohl und Klöße – wenn das mal nicht schwarz-rot-(gelb) ist. Find’ ich gut.



28. April 2010
ad

Der @fol3 hat mir eben eine DM auf Twitter geschickt mit folgendem Inhalt:

Schwarzwurzeln, Rotkohl und Kartoffeln … Nicht 100% farbecht, aber typisch deutsch im Geschmack.

Richtig! Aber warum als DM? Alle sollen dies wissen dürfen!



28. April 2010
30. April 2010
ad

Schwarzbrot mit Käse und Tomate.



30. April 2010
ad

Das ist tatsächlich sehr deutsch. Klassisches Abendbrot, hat mein Vater immer gegessen.



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