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> <channel><title>Kommentare zu: Zur Rezeption von Pi</title> <atom:link href="http://citronengras.de/zur-rezeption-von-pi/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://citronengras.de/zur-rezeption-von-pi/</link> <description>meist manchmal, selten oft</description> <lastBuildDate>Tue, 29 Nov 2011 10:34:10 +0000</lastBuildDate> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator> <xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" /> <item><title>Von: Tux</title><link>http://citronengras.de/zur-rezeption-von-pi/#comment-4949</link> <dc:creator>Tux</dc:creator> <pubDate>Thu, 14 Jan 2010 11:37:46 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://citronengras.de/zur-rezeption-von-pi/#comment-4949</guid> <description>Ich muss da doch mal eine Lanze f&#252;r Bellard brechen. Die Berechnung mit Papier und Bleistift w&#228;re sicherlich eindrucksvoller gewesen und Ludolph van Ceulen hat viel Zeit damit verbracht, pi auf 35 Stellen zu berechnen - und der hatte tats&#246;chlich nur Papier und Bleistift.
Jedoch muss man die Leistung hier eingehender w&#252;rdigen: Wenn ich ein Papier-Bleistift-Verfahren eins zu eins auf den Computer &#252;bertrage, wird es nat&#252;rlich schneller berechnet. Wenn aber jemand eine Berechnung auf einem Standard-PC wesentlich schneller ausf&#252;hrt, als auf g&#228;ngigen Supercomputern, dann steckt da mehr dahinter. Offensichtlich hat sich Monsieur Bellard mehr ausgedacht als nur dem Handwerk der Programmierung zu folgen.
Um mal ein Beispiel zu machen: Ich kann sehr leicht pr&#252;fen, ob eine Zahl durch drei teilbar ist, indem ich die Division ausf&#252;hre und dann den Rest betrachte. Bei einem Rest von Null ist die Teilbarkeit gegeben. Das funktioniert mit Papier und Bleistift und das kann ein PC nat&#252;rlich wesentlich schneller. F&#252;r hinreichend gro&#223;e Zahlen ist aber auch der PC zu langsam. Wir bauen eine Weile Supercomputer bis jemand kommt und die chinesische Bauerndivision erfindet. Auf einmal k&#246;nnen wieder Baumarkt-PCs diese Aufgabe l&#246;sen. Schm&#228;lert es die Leistung, dass ein PC die langweilige Durchf&#252;hrung &#252;bernahm?
Das kann man nat&#252;rlich noch einen Schritt weiterspinnen: Letztendlich ist eine Zahl durch drei teilbar, wenn ihre Quersumme durch drei teilbar ist. F&#252;r Computer: Man bildet solange Quersummen, bis das Ergebnis einstellig ist und pr&#252;ft dann auf Gleichheit mit drei, sechs oder neun. Das geht noch schneller, man muss n&#228;mlich nur noch addieren und vergleichen.
Um den Bogen zu schlagen: Computer ist nicht gleich Computer und nur, weil ich einen Computer zur Berechnung verwende, sind meine Verfahren nicht automatisch gut. Dass ich eine Maschine benutze, die sehr schnell z&#228;hlen und vergleichen kann, nimmt mir nicht ab, einen guten Rechenweg zu entwerfen. Es erspart mir lediglich das mechanische Ausf&#252;hren diverser bekannter Rechenschemata.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss da doch mal eine Lanze f&#252;r Bellard brechen. Die Berechnung mit Papier und Bleistift w&#228;re sicherlich eindrucksvoller gewesen und Ludolph van Ceulen hat viel Zeit damit verbracht, pi auf 35 Stellen zu berechnen &#8211; und der hatte tats&#246;chlich nur Papier und Bleistift.</p><p>Jedoch muss man die Leistung hier eingehender w&#252;rdigen: Wenn ich ein Papier-Bleistift-Verfahren eins zu eins auf den Computer &#252;bertrage, wird es nat&#252;rlich schneller berechnet. Wenn aber jemand eine Berechnung auf einem Standard-PC wesentlich schneller ausf&#252;hrt, als auf g&#228;ngigen Supercomputern, dann steckt da mehr dahinter. Offensichtlich hat sich Monsieur Bellard mehr ausgedacht als nur dem Handwerk der Programmierung zu folgen.</p><p>Um mal ein Beispiel zu machen: Ich kann sehr leicht pr&#252;fen, ob eine Zahl durch drei teilbar ist, indem ich die Division ausf&#252;hre und dann den Rest betrachte. Bei einem Rest von Null ist die Teilbarkeit gegeben. Das funktioniert mit Papier und Bleistift und das kann ein PC nat&#252;rlich wesentlich schneller. F&#252;r hinreichend gro&#223;e Zahlen ist aber auch der PC zu langsam. Wir bauen eine Weile Supercomputer bis jemand kommt und die chinesische Bauerndivision erfindet. Auf einmal k&#246;nnen wieder Baumarkt-PCs diese Aufgabe l&#246;sen. Schm&#228;lert es die Leistung, dass ein PC die langweilige Durchf&#252;hrung &#252;bernahm?<br
/> Das kann man nat&#252;rlich noch einen Schritt weiterspinnen: Letztendlich ist eine Zahl durch drei teilbar, wenn ihre Quersumme durch drei teilbar ist. F&#252;r Computer: Man bildet solange Quersummen, bis das Ergebnis einstellig ist und pr&#252;ft dann auf Gleichheit mit drei, sechs oder neun. Das geht noch schneller, man muss n&#228;mlich nur noch addieren und vergleichen.<br
/> Um den Bogen zu schlagen: Computer ist nicht gleich Computer und nur, weil ich einen Computer zur Berechnung verwende, sind meine Verfahren nicht automatisch gut. Dass ich eine Maschine benutze, die sehr schnell z&#228;hlen und vergleichen kann, nimmt mir nicht ab, einen guten Rechenweg zu entwerfen. Es erspart mir lediglich das mechanische Ausf&#252;hren diverser bekannter Rechenschemata.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>Von: hoch21</title><link>http://citronengras.de/zur-rezeption-von-pi/#comment-4944</link> <dc:creator>hoch21</dc:creator> <pubDate>Sun, 10 Jan 2010 15:23:18 +0000</pubDate> <guid
isPermaLink="false">http://citronengras.de/zur-rezeption-von-pi/#comment-4944</guid> <description>Vielen Dank f&#252;r das Lob und die freundlichen Worte.
Nun, was die nicht vorhandenen Abs&#228;tze angeht, das nehme ich mir immer mal wieder heraus. Es verdichtet einen Text, verhindert kursorisches Lesen, zwingt den Leser dazu, den Text gr&#252;ndlicher zu lesen, wenn er ihn erfassen will. Ich gebe zu, es ist nicht leserfreundlich, aber f&#252;r mich sehr befriedigend. Wenn ich Stunden damit zubringe, einen Text zu konstruieren, m&#246;chte ich gelegentlich zumindest sicherstellen, dass man ihn nicht mit zwei Bissen herunterschlingen kann.
Was Monsieur Bellard betrifft, so w&#252;rdige ich nat&#252;rlich seinen Erfolg, nur tats&#228;chlich nicht im Text. In der Mathematik geht es schlie&#223;lich um Genauigkeit, und das nicht ohne Grund. Bellards Leistung wird zweifellos von gro&#223;em Nutzen sein, ich denke da auch an Einsatzgebiete wie Architektur. Es ist bemerkenswert. Gerade wenn man bedenkt, dass ansonsten meist &#252;ber Rekorde berichtet wird, die in ihrem Nutzen eher fragw&#252;rdig sind, wie zum Beispiel der Weltrekord im Essen von W&#228;scheklammern. Keine Ahnung, ob es den gibt, doch ich w&#228;re traurigerweise nicht &#252;berrascht, wenn es ihn g&#228;be. Doch ich muss auch anmerken, dass mich der Rekord von Bellard dennoch weniger als eigentlich verdient beeindruckt, weil egal was f&#252;r ein Computer eingesetzt wurde. H&#228;tte Bellard Pi mit Zettel und Stift ausgerechnet, und wenn es nur eine Milliarde weit gewesen w&#228;re, das h&#228;tte mich beeindruckt wie erschlagen und erschlagen wie sieben Tonnen Stahlbeton, die auf mich draufklatschen. So ist es f&#252;r mich ein bemerkenswert n&#252;tzlicher Rekord unter vielen vielbemerkten nutzlosen Rekorden. Ich w&#252;rdige ihn, indem ich ihn erw&#228;hne und in einem stairischen Text als unsinnig darstelle.
Dass Frau Klum mich von Titelbl&#228;ttern am Zeitschriftenregal aus ank&#252;nstelt, wo besser Menschen wie Bellard oder diese Forschergruppe, die k&#252;rzlich bei einem HIV-positiven Mann eine Variante des HI-Virus mit ver&#228;nderten Krebszellen in die Knie gezwungen hat, stehen sollten, ist aber eine ganz andere, noch viel deprimierendere Geschichte.
Und, bitte, nicht noch mehr Schnee!</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank f&#252;r das Lob und die freundlichen Worte.</p><p>Nun, was die nicht vorhandenen Abs&#228;tze angeht, das nehme ich mir immer mal wieder heraus. Es verdichtet einen Text, verhindert kursorisches Lesen, zwingt den Leser dazu, den Text gr&#252;ndlicher zu lesen, wenn er ihn erfassen will. Ich gebe zu, es ist nicht leserfreundlich, aber f&#252;r mich sehr befriedigend. Wenn ich Stunden damit zubringe, einen Text zu konstruieren, m&#246;chte ich gelegentlich zumindest sicherstellen, dass man ihn nicht mit zwei Bissen herunterschlingen kann.<br
/> Was Monsieur Bellard betrifft, so w&#252;rdige ich nat&#252;rlich seinen Erfolg, nur tats&#228;chlich nicht im Text. In der Mathematik geht es schlie&#223;lich um Genauigkeit, und das nicht ohne Grund. Bellards Leistung wird zweifellos von gro&#223;em Nutzen sein, ich denke da auch an Einsatzgebiete wie Architektur. Es ist bemerkenswert. Gerade wenn man bedenkt, dass ansonsten meist &#252;ber Rekorde berichtet wird, die in ihrem Nutzen eher fragw&#252;rdig sind, wie zum Beispiel der Weltrekord im Essen von W&#228;scheklammern. Keine Ahnung, ob es den gibt, doch ich w&#228;re traurigerweise nicht &#252;berrascht, wenn es ihn g&#228;be. Doch ich muss auch anmerken, dass mich der Rekord von Bellard dennoch weniger als eigentlich verdient beeindruckt, weil egal was f&#252;r ein Computer eingesetzt wurde. H&#228;tte Bellard Pi mit Zettel und Stift ausgerechnet, und wenn es nur eine Milliarde weit gewesen w&#228;re, das h&#228;tte mich beeindruckt wie erschlagen und erschlagen wie sieben Tonnen Stahlbeton, die auf mich draufklatschen. So ist es f&#252;r mich ein bemerkenswert n&#252;tzlicher Rekord unter vielen vielbemerkten nutzlosen Rekorden. Ich w&#252;rdige ihn, indem ich ihn erw&#228;hne und in einem stairischen Text als unsinnig darstelle.</p><p>Dass Frau Klum mich von Titelbl&#228;ttern am Zeitschriftenregal aus ank&#252;nstelt, wo besser Menschen wie Bellard oder diese Forschergruppe, die k&#252;rzlich bei einem HIV-positiven Mann eine Variante des HI-Virus mit ver&#228;nderten Krebszellen in die Knie gezwungen hat, stehen sollten, ist aber eine ganz andere, noch viel deprimierendere Geschichte.</p><p>Und, bitte, nicht noch mehr Schnee!</p> ]]></content:encoded> </item> </channel> </rss>
