Eingeschränktes Sehvermögen: Justizia

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Foto: John Linwood (cc)

Angesichts des Falles der verwirrten Frankfurter Richterin, die ausnahmsweise mal nicht nach deutschem Recht, sondern nach der Scharia auf Freispruch entschied, als es darum ging, einen prügelnden marokkanischen Ehemann zu verurteilen, stelle ich mir einige Fragen:

  1. Wie kann man als Richterin, mit Erfahrung und juristischem Fachwissen, so einen völlig offensichtlich grundgesetzwidrigen Mist entscheiden?
  2. Wer ist diese Richterin, warum liest man nirgendwo ihren Namen?
  3. Wo bleiben die Broder-Brigaden, die ihre giftigen „So weit ist es also schon – Scharia statt Rechtstaat! Jaja, die 68er mit ihrer Appeasement-Multikulti-Political-Correctness“-Schwälle in die Journaille speien? Die sind doch sonst schneller.
  4. Warum kommt eigentlich niemand auf die naheliegende Idee, dass die Richterin schlicht fremdenfeindlich motiviert entschieden haben könnte? Fremdenfeindlich deshalb, weil die Reaktionen auf so eine Entscheidung voraussehbar sind und sich daraus in den Medien prima eine weitere Dolchstoßlegende zimmern lässt.

Seit den nicht vorhandenen Reaktionen deutscher Muslime auf die dänischen Karikaturen, der nicht vorhandenen Empörung auf die Idomeneo-Inszenierung und der als „Empörung“ verkauften sachlichen Kritik des ZMD auf klar rassistische Kölner Karnevalswagen sollte bekannt sein, dass uns Ureinwohnern schon der Musel im Kopf ausreicht, um gängige Stereotypen zu bestätigen. Ehrlich gesagt, fast möchte ich den deutschen Muslimen meine Dankbarkeit aussprechen, dass sie sich trotz all der Provokationen – vor allem im letzten Jahr – so gelassen bleiben und denjenigen, die anscheinend auf Teufel komm raus irgendeine unüberlegte Reaktion wollen, keine Munition liefern.

Pfui Deibel, mir wird übel, wenn ich an all die (von mir nicht gelesenen) Meinungsartikel denke, wie sie in ihrer würdevollen Ernsthaftigkeit warnen: Das kann nicht sein, dass wir jetzt schon vor denen weichen. Der Rechtstaat darf nicht durch falsche Rücksichtnahme korrumpiert werden usf. Wie fair unser überlegenes rechtstaatliches System auch sonst urteilt dürfte gestern mal wieder klargeworden sein, als Klaus Landowsky der Untreue (Kind beim Namen: Korruption) mitschuldig gesprochen wurde. Schaden für den Steuerzahler: Mehrere Milliarden Euro. Strafmaß: 16 Monate auf Bewährung. Da hatte Justizia wohl auch ’nen guten Tag.