Ubi sunt gaudia?

hejab
Foto: princess hijab (cc)

Ich bin gestern mal wieder mit der U-Bahn nach Neukölln gefahren. Bei jenen circa 30 Prozent der auf Höhe Moritzplatz/Kotti zahlreich mitreisenden pubertierenden Mädchen, welche ein Kopftuch trugen, hatte ich zum wiederholten Mal den Eindruck, dass die normative Knute, unter der sie da auf spindeldürren Staken stehen, weniger das Elternhaus als eher der von Bravoviva überbrachte Zeitgeist ist. Denn genauso wie die Freifrisuren wissen diese Mädels, dass man sich modisch und figurbewusst anzuziehen hat, unter drei Pfund Makeup nix geht und man sich mit Kaugummiblasenknallen, vor allem über Lautstärke Selbstbewusstsein schafft. So weit, so nervig, so — für diese Altersklasse — normal. Mal platt bipolar: Das Problem mit dem Hijab haben nicht die, das haben wir. Das sollten sich die momentan ja aus dem Boden sprießenden einseitig auf „den“ Islam fixierten Frauenrechtler mal hinter die Lauscher schreiben.

Ach ja, segensreiche Moderne, Großartigkeit der westlichen Zivilisation: Katholen blasen zur Exorzismus-Offensive, Schlecker in Fulda darf wegen Kirche keine Gummis verkaufen. Mein Lieblingssatz aus dem zweiten Artikel: „Bistumssprecher kann Erregung nicht nachvollziehen“. LOL, mir fielen die Bilder von der Wand. Es werfe im Clash of Cultures bitte der den ersten Stein, wer keinen an der Klatsche hat.