„Wahrheit macht frei“

Dokumentation, D 1991, 60 Min.
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Erschütternder Dokumentarfilm von 1991, der anhand von Interviews mit führenden Neonazis und Holocaustleugnern sowie Archivmaterial von konspirativen Treffen den Zustand der deutschen Neonaziszene kurz nach der Wende aufzeigt und deren internationalen Verquickungen, die bis ins Europaparlament reichen.

Für diese Dokumentation finde ich das Attribut „krass“ mal angemessen. Besonders der Polizist auf der Neonazidemo, der kaum seine Sympathien mit den braunen Horden verhehlen konnte und die Schamlosigkeit, mit der der Holocaust unter fadenscheinigen pseudowissenschaftlichen Argumenten verharmlost wird, macht mich würgen.

In dem Zusammenhang: Ich bin gegen ein Verbot der NPD. Nicht trotz sondern gerade wegen solcher Bilder. Kein Fascho in diesem Land würde von seiner „Meinung“ abkehren, nur weil seine Partei verboten wäre – im Gegenteil, man gießt mit solchen Forderungen nur Wasser auf die Mühlen derjenigen, die durch diese Einschränkung der Meinungsfreiheit einen Verfolgungsmythos genährt sehen, die die Naziideologie schon jetzt für ziellose Jugendliche interessant macht. Es wäre nur ein weiteres Herumdoktern an Symptomen: Der indirekte Schluss „Wo keine Nazis in den Parlamenten, da kein Naziproblem“ ist Selbstbetrug par Excellence. 9,2% in Sachsen und 7,3% in Mecklenburg-Vorpommern sind Besorgnis erregend und furchtbar, aber auch ein wichtiger Indikator für den Zustand unserer Zivilgesellschaft. Wir brauchen diese Ohrfeigen! Und wer sich angesichts von Ausländerhass, Rassismus und (echtem!) Antisemitismus in erster Linie Sorgen um Wirtschaftsstandorte und Imagefaktoren macht, der hat das Problem ebenso wenig verstanden wie die, die denken sich mit Faschos zu prügeln würde irgendetwas bringen.