Werbung würgt

… oder: Warum sich die SPD Siegburg mal nach einer neuen Werbeagentur umschauen sollte. [via sOjahund bei twitter]

//edit: Das Bild kursiert jetzt seit einigen Tagen durchs Web und etliche Kommentare dazu haben einen Impetus, den ein Kommentator bei F!XMBR so formuliert:

Das Bild ist unanstössig. Es ist einfach nur ein Bild. Wer hier etwas sieht oder fürchtet, trägt es in sich.

Und das ist natürlich der totale Schwachsinn. Mag sein, dass unsere Gesellschaft in puncto Pädophilie so stark übersensibilisiert ist, dass so manche Aktion, Pose oder Symbolik viel zu schnell in diese Richtung interpretiert wird (und daran schließen sich auch Stigmatisierungen an, unter denen viele Unschuldige zu leiden haben) — EuRo hat das in einer Episode aus der Kindheit seiner Tochter ganz gut verdeutlicht. Aber diese Schere im Kopf, dieses Überinterpretieren, tragen die meisten von uns mit sich rum, dieses Wahlplakat zeigt das ganz gut. Na und? Lasst uns drüber diskutieren, lasst uns mal über die eigenen Pawlowschen Reflexe nachdenken. Nur ist es ziemlich widerlich, jedem, der beim Betrachten dieses Bilds eine Assoziation mit Pädophilie hat, von einem abgehobenen Standpunkt aus Geisteskrankheit bzw. eine eigene, tatsächliche Pädophilie zu attestieren. Mit solchen moralischen Überfliegern lässt sich nicht diskutieren, denn sie verschlimmern das Problem der Überinterpretation sogar maßgeblich. Mein Punkt war, dass das der Werbeagentur hätte klar sein müssen, dass mit dem Motiv bestimmte Assoziationen geweckt werden — es trotzdem auf ein Plakat zu drucken, war schlichtweg blöd.