Zur Rezeption von Pi

PiDer Verfasser des schönen Blogs nach21 – wenn ich noch ne Blogroll hätte, wär der da auch drauf – schreibt einen lesenswerten, wenngleich mit zuwenig (keinen) Absatzmarkierungen versehenen Artikel über Verschiedenes, darunter einen gerade stattgefunden habenden Weltrekord über die Berechnung der Kreiszahl p.

Zunächst einmal, dieser Text hat mir gefallen. Er atmet die Luft des Schreibenwollens ohne das Schreibenmüssen ein, das Ankommen ohne Zielhaben, des Verfassens ohne Nachdenken über Stil und Zielgruppe, etc. bla. pp. Nee, wirklich, gefällt mir.

Ein bisschen spricht aus dem Artikel aber auch Geringschätzung über den gerade erfolgten Weltrekord der Berechnung der Nackommastellen von Pi, vielleicht induziert durch die allgemein ja sympathische Mir-doch-Wurst-Haltung des Verfassers. Ich möchte aber einwenden, dass diese Pi-Berechnung tatsache eine Leistung ist. Ich bin da jetzt nicht voll drin im Thema, hab nur die Randnotiz in der Zeitung gelesen, aber der vorheriger Rekordhalter (Daisuke Takahashi) hat bei seinem Rekord im letzten Jahr irgendeinen Supercomputer benutzt und jetzt kommt da so ein frz. Softwareingenieur daher und berechnet mal eben noch 123 Milliarden Nachkommastellen von Pi mehr – auf einem Normalo-PC. Ich finde das schon beeindruckend, dass man heute mit seinem Medion Akoya oder wie die Kisten aus ALDI heißen, etwas Bleibendes schaffen und die Welt verändern kann. Das ist subversiv, das ist Power to the People, das ist Rage against the Machine. Nur weil dem Mathematischen etwas spießiges, nerdhaftes anhaftet (2x haft, sprachlich schlecht), muss man das ja nicht gleich alles reflexhaft laaaaaangweilig finden. Ein Mann wie Fabrice Bellard gehört auf die Titelseiten der Illustrierten, nicht mit Heidi Klum bearbeitete Porträtfotos von Photoshop!!!

Und jetzt wünsche ich mir noch ein bisschen mehr Schnee.

Bild „Pi“: Mykl Roventine (cc)